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Wochenende in London: Zwischen Brotrinde und Flieg...

Wochenende in London: Zwischen Brotrinde und Flieger Office

Am letzten Wochenende war vielleicht genau eine Sache ganz anders. Vielleicht waren es auch zwei. Oder, wenn man es denn ganz genau nimmt, ach, machen wir uns nichts vor: Es war alles ganz anders als sonst. Gemeinsam mit dem Sebat bin ich nämlich zum NetflixUK-KidsClub nach London gejettet. Falls sie also auf den Bildern hier und da etwas anderes sehen sollte als den Wedding, dann ist das schon richtig so. Mehr Bilder, weniger Schlaf, aber Vorsicht: Harry-Potter-Content!

Wochenende in London: Samstag im 25.000ft Flieger Office

Noch ist alles ruhig an der Familienfront. Der Samstag beginnt, wie nun mal jeder Samstag beginnt. Und das bedeutet, Tochter und ich stehen vor der Kaffeemaschine und zählen die Kaffeelöffel. Auch aufgrund dieses extensiven Trainings kann sie mit ihren zwei Jahren nun unfallfrei bis 12 zählen. Ist das jetzt noch hochbegabt oder schon gefährlich?

Was viele Hochglanzeltern in ihren Hochglanzmedien mit ihren Hochglanzkindern nicht immer ganz so zu zeigen wagen ist: die Realität. Ich präsentiere hier also den majestätischen Anblick des Papafrühstücks. Eine Mischung aus Entenfütterung und Brotofenreste. Tja, Hauptsache, das Kind muss nicht allzu viel Rinde essen und Hauptsache, es sieht wenigstens auf ihrem Teller gut aus. Und wissen sie, warum ich meine Tochter doch auch ganz schön mag: weil sie immmer das Gegenteil macht von dem, was ich eigentlich von ihr erwarte. Anstatt also „oh“ und „ah“ staunend an ihrem Platz auf den Teller zu starren, verlangt sie nach meinen Brotkantenresten. Ich würde sagen, ein guter Tausch. Wir teilen also das gute und auch das restliche..

 

(Achtung: Wortwitz!) Fliegender Wechsel. Ich tausche die volle Windel am Windeleimer gegen Flugticket und Touri-Broschüre und schon kann es losgehen. Am Flughafen treffe ich nach dem Sicherheits-Check.. niemanden, denn der Kollege von Iamyourfather lässt sich durchaus noch bitten. Ach, einmal so tiefenentspannt sein wie der Sebat und sieben Minuten vor Gate Closing einchecken. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ist, dass wir auf dem Rückweg sogar erst nach dem Schließen des Gates einchecken werden. Was ich unterdessen in London vorhatte? Ganz das Übliche, also Harry Potter Sightseeing, Eichhörnchen füttern und die wahre Identität von Banksy lüften. Was man als Touri eben so macht, wenn man 48 Stunden in London ist – oder weniger. Bis dahin ist aber erst einmal Flugzeug Office angesagt. Mit Lemon-Shortbread in weißer Schokolade. Es ist alles jetzt schon ganz furchtbar.

 

Da liegt sie nun unter mir, die Festung Europas. Am Sandstrand – zwischen Nobel-Yacht und Containerschiff. Irgendwie hatte ich sie mir aus der Luft etwas anders vorgestellt. Das könnte aber auch daran liegen, dass die letzten verlässlichen Luftbilder, die mir bekannt sind schon, sagen wir mal etwas älter sind. Ich hab‘ da mal so eine Doku gesehen, wissen sie.

Touchdown in London

In London angekommen, entscheiden wir uns spontan für das Transportmittel der einfachen Leute – und fahren UBahn. So weit, so unaufgeregt.

Gute Nacht, Harry! Gute Nacht, Luna.. äh, Ginny.

Wochenende in London: Sonntag mit Netflix

Nach einer, sagen wir mal, tendenziell eher sehr unruhigen Nacht in einem Zimmer mit mittelschweren Elektrosmogprobleme, undichten Fenster und lauten Nachbarn, nach einem Frühstück, dass mit 18 Pfund als die wahrscheinlich zwei teuersten Schrippen mit altem Camembert und Marmelade in die Annalen der Frühstücksgeschichte eingehen wird. Danach ging es zum Kids Club von Netflix, den Netflix Kids, dem Netflix Kids Event, ach ich weiß es doch auch nicht. Meine Tochter hätte wahrscheinlich hier auch einigen Spaß haben können. Aber das wäre natürlich mit An- und Abreise schon sehr nah an der Grenze zur „Event-Pädagogik“ gewesen. Also bleibe ich als Papa kinderlos auf der üppigen Spielwiese, die uns da bereitet worden ist.

Während der Kino-Vorstellung der Kinderserie „Beatbugs“ nutze ich die Gelegenheit, mich ein wenig auszutoben. Blumen ansiegen zum Beispiel. Mit einer selbstgebastelten Gitarre. An einem Sonntag. Ja, eigentlich alles wie immer.
Der Blogger bei seiner natürlichen Verrichtung der Dinge. Auch ohne Wochenende in Bilder macht Sebat hier fleißig Bilder. Weil man das eben so macht. Und eine gewisse professionelle Arbeitsweise darf man dem Herren hinter der Linse hier durchaus schon unterstellen. Auch wenn er gern Gegenteiliges behauptet!

Papa on Touri-Tour

Partner in crime Sebastian und ich machen uns bald schon wieder zurück in die Stadt – und laufen dann da so rum. Nun ja. Leider habe ich nicht mehr ganz die Studio-Tour geschafft, doch Kenner der Szene erkennen natürlich sofort, wo ich stattdessen definitiv noch einmal lang laufen musste. Und ein kleines Souvenir am King’s Cross gab’s noch obendrauf. Expecto Souvenirum sozusagen.

Das Theater rund um das verwunschene Kind noch einmal bei Tage betrachtet. Es ist fast schon absurd, wieviele Läden das neue Buch anbieten. „Buy one, get the second half price“ und ähnliche Angebote verleiten mich kurzzeitig zu der Idee, einen großen Koffer zu kaufen und ihn randvoll mit Buchgut zu füllen. Vielleicht wäre ich sogar reich geworden.

Huch.. ja ja, der Wedding, der ist nämlich auch überall. Tschuldigung..

Londoner Seitenstraßenromantik. Festgehalten in einem Bild ohne erkennbaren Fokus oder strukturierten Aufbau. Manchmal muss man sich eben über die Regeln der Fotokunst hinwegsetzen. Einzig die Mülltonnen fehlen in diesem Bild – sonst wäre hier wirklich alles vertreten, was es sonst über die Stadt abseits des Hochglanzes zu wissen gibt. Schön.

Fast zumindest. Mein Plan, zahme Eichhörnchen zu füttern, erfüllte sich nur so halb. Der kleine Racker nagte aber ohnehin nicht am Hungertuch. Und auch über den Winter wird er schon gut hinweg kommen. Zumindest, wenn ich die Ausmaße seines ganz offensichtlichen Nüsseverstecks richtig deute.

Berlin braucht Gänse! Und Möwen! Und Wasser.. mehr Wasser.. oder Meer.. ich bin da flexibel.

 

Und dann heißt es, wie man hier in London so sagt: Do Swindanje.

Die Stadt verabschiedet sich auf die einzige Art und Weise, die sie kennt: mit Regen! Zum Glück aber erst, nachdem wir schon im Trockenen sitzen.

Die kurze Reise des Tages in die Nacht. Dieses weiche Licht über den Wolken bei Sonnenuntergang – es gibt wenig, was man darüber passendes sagen könnte. Am besten also nichts sagen und einfach genießen.

Na, wer kann ihn erkennen, den Alex? Ach Berlin, du kleenet Fischerdorf. So schön ruhig, nur leider keinen Strand.

 

Ja, so war das damals, im wilden Westen, als wir für wenige Stunden Europa und das Festland verlassen haben. Schön war’s. Anstrengend war’s, das Wochenende in London.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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