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12von12: (Fast) 12 wunderschöne Weihnachtsbücher f...

12von12: (Fast) 12 wunderschöne Weihnachtsbücher für Kinder (fast) jeden Alters

12von12: (Fast) 12 wunderschöne Weihnachtsbücher für Kinder (fast) jeden Alters

12von12 im Dezember. Und in zwei Wochen werden wir hier sitzen und sagen:„Mensch, ist Weihnachten auch schon wieder vorbei!“ Bis dahin ist’s aber noch ein weiter Weg. Und wie könnte man den besser überbrücken, als mit wunderschön weihnachtlichen Kinderbüchern? Also, sofern man Kinder hat, natürlich. Wobei… in diesem 12von12 geht es also um Weihnachtsbücher für alle kindlichen Altersklassen. Pappbilderbücher, Bilderbücher, Vorlesebücher, Selbstlesebücher, you name it. Viel Spaß und immer dran denken: in zwei Wochen ist’s schon wieder alles vorbei, ne.

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12von12: Pappbilderbücher für Weihnachten

1von12: „Knurps der Weihnachtswichtel“ von Günther Jakobs – Carlsen Verlag

Ein lustiges, durchgereimtes Weihnachtsbuch mit Drehscheiben und Klappen rund um einen kleinen, liebenswerten Wichtel, den Weihnachtsmann und seinem Rentier. Aber Hoppla, was ist denn das? Ein Weihnachtswichtel? Aus dem Wichtelland geschickt, um zu helfen, damit alles noch vor Heiligabend fertig wird? Na gut, das ergibt Sinn, aber sobald der kleine Wichtel an der Tür steht, geht alles schief, geht alles daneben, was nur irgendwie daneben gehen kann. Was haben sich Weihnachtsmann Klaus und Rentier Rufus da bloß für einen Tollpatsch eingehandelt … Doch wer hätte gedacht, dass Knurps, der Weihnachtswichtel doch noch allen aus der Patsche hilft – und so das Weihnachtsfest gerettet ist.

Die fünf Doppelseiten mit Knurps vergehen schneller als man denkt, machen aber dank der kleinen Rädchen auch deutlich mehr Spaß als ein herkömmliches Pappbilderbuch. Wer hier dreht, sieht nicht nur, wie die Weihnachtsbaumkugeln tatsächlich zerbrechen. Auch das eine oder andere kleine Detail gibt es hier zu entdecken. Man muss aber schon ganz genau hinschauen. Während ich also die lebhaft gereimten Sätze vortrage, bedient sich meine Tochter der Räder und irgendwie ist die gesamte Vorlesesituation plötzlich sehr viel unterhaltsamer als sonst.

2von12: „Ein Geschenk für den Weihnachtsmann“ von Martina Badstuber – Magellan Verlag

Wie jedes Jahr jagt der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten durch den verschneiten Winterwunderwald. Und wie sollte es anders sein? Er ist natürlich auf seinem Weg zu all den Kindern, denn die wollen alle nämlich rechtzeitig zu Heiligabend beschenkt werden. Dabei begegnet er regelmäßig auch einem kleinen Eichhörnchen, welches er selbstverständlich ebenfalls mit einem Geschenk bedenkt.

Da es sich aber um ein besonders freundliches Eichhörnchen handelt, möchte es in diesem Jahr seinerseits dem Weihnachtsmann etwas zurückgegeben. Also macht es dem Weihnachtsmann ein Geschenk. Dieser freut sich natürlich sehr, doch dann behauptet er ganz überraschend, dass das Eichhörnchen ihm sicherlich noch ein viel besseres Geschenk machen könne. Bitte, wie? Aber was könnte das nur sein? Das Eichhörnchen lässt sich allerhand einfallen, um am Ende zu erkennen, dass es das schönste Geschenk längst und immer schon bei sich hatte. Na, wer ahnt, was das sein könnte? Ich sage nur so viel: Man kann es nicht mit Geld kaufen.

Das Bilderbuch von Martina Badstuber ist besonders für kleine Kinder gedacht, sie langsam an diese für sie magische Zeit der Geschenke und Leckereien heranzuführen. Auch als Vorlesepapa kommt man dank dieses kleinen Büchleins langsam in die richtige Stimmung. Auf sieben Doppelseiten mit jeweils zwei bis drei gut verständlichen Sätzen geht die Geschichte voran. Die handgearbeiteten Illustrationen haben Charme und passen mit ihrem warmen Strich sehr schön auch zum Plot selbst. Mir gefällt die Art und Weise, wie das Weihnachtsfest dargestellt wird. Obgleich es sich entfernt um einen christlichen Feiertag handelt, ist dieser Aspekt für viele Kinder ja ohnehin erst einmal Nebensache – es geht um die Geschenke. Dem trägt die Geschichte Rechnung und ergänzt ganz nebenbei den Hauptgedanken des Fests: das Miteinander, welches eigentlich keine materiellen Geschenke benötigt.

12von12: Bilderbücher für Weihnachten

3von12: „Wer hat den Lebkuchen stibitzt“ von Maria Stalder – Atlantis Verlag / OFV

Arne hat gebacken. Schnell holt er die noch heißen Lebkuchen aus dem Backofen, um sie am offenen Fenster abkühlen zu lassen. Einen Lebkuchen will er für sich behalten, die restlichen hat er dem Nikolaus gebacken. Natürlich trägt der Wind den leckeren Geruch des Gebäck in den Wald hinaus. Dort erschnuppert ihn ein hungriger und doch recht neugieriger Fuchs. Geschickt will dieser einen Lebkuchen stibitzen, doch natürlich macht er dabei einen Heidenlärm – und das Blech fällt in den Schnee. Doch nun sind es nicht mehr genug Lebkuchen für den Nikolaus. Und als dieser vor der Tür steht, opfert Arne den Lebkuchen, den er eigentlich für sich selbst gebacken hatte. Der Fuchs bekommt ein schlechtes Gewissen, weiß aber nicht, wie er sich bei dem Mann entschuldigen soll. Dann aber findet er doch einen sehr versöhnlichen Weg, sich nicht nur zu erkennen zu geben, sondern auch bei Arne zu entschuldigen.

Auf 13 Doppelseiten wird in je zwei bis vier Sätzen eine Geschichte erzählt, die von Umfang und Thema gut zu meiner (damals) dreijährigen Tochter passt. Und welches Kind hat nicht mindestens einmal heimlich etwas getan, was es hinterher bereut hat? Und dann den Mut aufzubringen, dies einzugestehen? Nein, das ist gar nicht so einfach. Manchmal ist es einfacher, Gesten sprechen zu lassen, als große Worte. Diese Idee finde ich ganz wunderbar, weil auch meine Tochter sich hier gut wiederfindet. Trotz ihres großen Wortschatzes, ist sie oft zurückhaltend – auch mit Worten. Manchmal wirft sie sich lieber in meinen Arm und ich weiß dann schon bescheid. Ganz ähnlich wie der Fuchs.

4von12: „Hotel Winterschlaf“ von Thomas Krüger – Carlsen Verlag

Wir treffen den Fuchs auf seinem Weg zum Wald-Hotel namens „Winterschlaf“ – einem Baum mit ganz vielen kleinen Häuschen. Fuchs schließt die Türen auf, macht sauber und es drängt sich der Verdacht auf: der Fuchs ist ein Hausmeister. Klar, aber er ist auch mehr als das. Ein großes Herz hat er, wacht über jeden, der das Hotel betritt und kümmert sich um deren Belange und Bedürfnisse. Ob Siebenschläfer oder Eichhörnchen, oder Haselmaus oder Waschbär. Und wenn der Bär Lust auf einen Honigtee hat, ist der Fuchs natürlich sogleich zur Stelle. Ja, der Fuchs ist gute Seele des Hauses. Und wer Pipi muss, nun ja, Fuchs ist zur Stelle. Und langsam wird Herbst zu Winter und Winter zu Frühling. Und wer den Frühling zu verpassen droht, den weckt er mit schallendem Gelächter wieder auf.

Auf 12 Doppelseiten wird aus der herbstlichen Gute-Nacht-Geschichte auch eine Geschichte darüber, wie wichtig und ausfüllend es sein kann, sich um andere zu kümmern. Dass es nicht darum geht, etwas für andere zu tun, um im Gegenzug etwas von ihnen zu erhalten. Außer Dankbarkeit und Geborgenheit natürlich. Das Thema spiegelt sich nicht nur in der Geschichte selbst, sondern auch findet sich in den Illustrationen von Eleanore Sommer sehr ausdrucksstark wieder. Die Geschichte hat aufgrund ihrer Reimform eine sehr schöne, poetische Dimension, an der ich mich persönlich erfreuen kann. Meine Tochter hat manchmal aber so ihre Momente mit ihr. Beispiel:„Ein Wald aus Rauch wächst auf dem weißen Hause, wärmt seine Wurzeln im Hotelkamin – wie Füßchen, die sich Stiefelchen anziehen“ beschreibt den Fakt, dass Kaminrauch aus den kleinen Schläferhäusern aufsteigt. Da stoßen Vorlesekinder ab drei bis Jahren schnell an die Grenzen ihres Wortschatzes, aber so kommt man immer wieder gut ins Gespräch. Und die Geschichte ist eben auch einfach wunderschön…

5von12: „Der überraschende Weihnachtsbrief“ von Annette Amrhein – Magellan Verlag

Bald schon ist Weihnachten und der kleine Waschbär Puck hat nur einen Wunsch: er will so gerne einmal einen eigenen Brief bekommen. Bald schon bemerkt auch Mama Waschbär, was ihren kleinen Waschbären umtreibt und so beschließt sie, Onkel Schnurrbart einen Brief für den Kleinen schreiben zu lassen. Onkel Schnurrbart ist ein großer Bär mit noch größerem Herzen für alle kleine Tiere. Und so lässt er sich ausgerechnet von einem kleinen Zaunkönig breitschlagen, Pucks Brief auszutragen. Der kleine Vogel wünscht sich nämlich nichts sehnlicher, als einmal eine echte Weihnachtspost auszutragen. Zwei Kinder, ein großer Wunsch, da kann der Bär kaum „Nein“ sagen. Doch dann wird die schlimmste Befürchtung wahr: der Brief ist viel zu schwer für den kleinen Vogel – und bald schon landen beide im tiefsten Schnee. Und dann ist es soweit: Heiligabend. Puck und seine Freunde bauen einen Schneemann, als sie plötzlich ein aufgeregtes Piepsen hören. Ist das der kleine Zaunkönig mit dem Brief für Puck?

Klarer und klassischer könnte eine Weihnachtsgeschichte wohl kaum erzählt sein. In der Geschichte von Annette Amrhein weiß man genau, worauf man sich einlässt. Das will mir besonders in der trubeligen Adventszeit gefallen. Das Bilderbuch richtet sich an Kinder ab drei Jahren und ist dank der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt auch genau richtig hierfür geraten. Die warm gestalteten Illustrationen von Sabine Straub ergänzen die Worte ganz wunderbar. Sie sind klar und geben Tieren wie Menschen eine ganz eigene, sehr zugängliche Persönlichkeit. Und doch haftet allen Bildern etwas leicht Magisches an – als wären wir in einem Winterzauberwald. Und irgendwie stimmt das ja auch.

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12von12: Kinderbücher für Weihnachten

6von12: „Der Ostermann“ von Marc-Uwe Kling – Carlsen Verlag

„Guck mal, Papa, da ist ein Huhn auf dem Weihnachtsmann!“ – Ja, schon auf dem Cover zeichnet sich ab, dass es in dem Buch ein wenig anders zugeht, als man das von einem Weihnachtsbuch für Kinder erwarten könnte. Gleich zu Beginn treffen wir sodann auch gleich Familie Weihnachtsmann. die den Haushalt sowie wichtige Weihnachtsarbeit zu organisieren scheint. Wie es die Tradition jedenfalls so will, soll aus dem kleinen Sohn des Weißbartträgers irgendwann auch ein Weihnachtsmann werden – „Aber, ach… Ich will gar nicht“ hören wir den Sohn nur sagen. Viel lieber möchte er nämlich „Ostermann“ werden. Und als wäre das noch nicht genug, treten auch noch die Wichtel in den Streik – für bessere Arbeitsbedingungen. Wird der Weihnachtsmann das Chaos irgendwie noch retten können? Tauschen aber Weihnachten und Ostern wirklich die Hauptfiguren und sogar die Jahreszeiten? Steht am Ende wirklich alles Kopf?

Auf insgesamt 16 Doppelseiten entspinnt sich ein recht ungewöhnlicher Blick auf das Familien- und Gefühlsleben des Weihnachtsmannes. Dieses bekommt man ja sonst auch nur selten geboten. Bei allen Seitenhieben auf die reale Welt, die uns umgibt, verliert die Geschichte nie ihre Leichtigkeit. Aber: Das Bilderbuch ist empfohlen für Kinder ab vier Jahren. Hier gehe ich nur bedingt mit. Der Aufbau der Geschichte macht das Buch besonders zu Anfang nicht unbedingt leicht zugänglich. Hier hätte man durchaus zwei bestimmte Szenen umstellen können. Als erwachsener Leser erfrischt mich der Einstieg indes sehr. Auch haben Kinder ab drei bis vier Jahren erwiesenermaßen viel Spaß mit dem Buch. Kinder ab fünf Jahren und älter werden das Buch erst in seiner Ganzheit und Irrwitzigkeit wirklich voll genießen können – und auch mit dem Einstieg gut klar kommen.

Der Humor von Kling ist bissig, intelligent und eigentlich nur bedingt kindertauglich. Und doch hat er es gemeinsam mit Astrid Henn geschafft, sein wirres Flair auf ein Niveau zu bringen, bei dem auch kleinen Vorlesekinder wirklich verdammt großen Spaß haben können. Ein Weihnachtsmann, der lieber bunte Eier versteckt als Geschenke verteilt? Das ist so einfach, wie genial – und genau der Humor meiner Tochter. Meiner übrigens auch.

7von12: „Igel Ignatz und der Weihnachtswunder-Wupp“ von Dirk Hennig – Arena Verlag

Natürlich ist unser kleiner Stachelfreund Ignatz schon ganz aufgeregt, morgen ist doch schon Heiligabend. Und alle werden sie bei ihm sein. Inmitten dieser Aufregung fällt im wahrsten Sinne des Wortes ein Weihnachtswunder, also ein Wunder-Wupp vom Himmel. Dieser wuppt normalerweise die Geschenke für den Weihnachtsmann. Leider ist es aber eingeschlafen und wohl vom Schlitten gefallen. Wie aber kommt es jetzt noch pünktlich zurück zum Weihnachtsmann? Sicher weiß Felix Rat, doch um zu diesem zu gelangen, stehen wir schon vor dem ersten Rätsel: welcher Weg ist der richtige? Mit dem Finger immer den Linien entlang, irgendwann finden wir ihn schon. Aber dann: Boing! Auf unserem Weg begegnen die beiden nicht nur einer harten Tanne, sondern schließlich auch Ella, dem Elfhörnchen und Nanni, dem Maulelf. Die beiden empfehlen, es mal bei Herrn Frost zu probieren, aber hier wartet schon das nächste Rätsel, ein Labyrinth. Wird unsere Reisegruppe es aber tatsächlich noch rechtzeitig schaffen, alle Geschenke zu sortieren und zu verteilen?

Es gibt Weihnachtsgeschichten, die laden zum Träumen ein, andere wiederum machen nachdenklich und manche sind sogar wirklich spannend. Ein Kinderbuch mit Weihnachtsgeschichte zum Mitmachen, das gibt es indes gar nicht so oft. Anstatt aber Klappen zu öffnen oder Rädchen zu drehen, muss man hier wirklich aktiv mitmachen. Vorlesepapa liest, Vorlesekind rätselt und fährt mit dem Finger auf Linien, durchquert eishauchdünne Labyrinthe, zählt Geschenke und ist am Ende einer der vielleicht wichtigsten Charaktere in „Igel Ignatz und das Weihnachtswunder-Wupp“. Die Geschichte von Dirk Hennig ist aber so dynamisch erzählt, das man gar nicht anders kann, als mitzufiebern. Im Stile eines guten, alten Pageturners für Kinder ab vier Jahren sausen wir durch die Luft und übers Eis und damit auch in Windeseile durch die Geschichte. Es bleibt spannend bis zum Schluss.

12von12: Vorlesebücher für Weihnachten

8von12: „Weihnachten!“ von Andreas H. Schmachtl – Arena Verlag

Der Name des Autors dürften einigen von uns ja schon bekannt vorkommen. Spätestens wenn der Name „Tilda Apfelkern“ fällt, dann fällt auch der sprichwörtliche Groschen. Natürlich darf die weiße Maus auch in „Weihnachten!“ nicht fehlen. Gehen wir es aber der Reihe nach an. Aufgebaut ist das Vorlesebuch in 24 Geschichten, für jeden Tag im Advent also eine. So versammeln sich denn auch ganz unterschiedliche Charaktere und Geschichten zwischen den Buchdeckeln. Die bereits erwähnte Tilda Apfelkern erlebt ihr erstes Weihnachten gemeinsam mit ihrer Freundin – wie aufregend und gleichzeitig der Beginn einer langen Freundschaft. Doch auch einer meine Lieblings-Charaktere, der Snöfrid darf hier nicht fehlen. In seiner Geschichte verpasst er seinen Winterschlaf und wird so ganz unverhofft zum Helden. Darüber hinaus lernen wir auch andere Wesen wie Professor Lillebrod oder auch den kleinen Kvittzalk kennen.

Im Stile eine echten Vorlesebuchs streuen sich hier und da immer wieder charmante kleine Ilustrationen in die Texte. Auch große Bilder gibt es immer wieder mal zu bestaunen. Der Fokus liegt aber eindeutig auf der Geschichte. Zwar liegt die offizielle Empfehlung bei Kindern ab vier Jahren. Ich persönlich würde aber eher im Alter von bzw. sechs Jahren mit diesem Buch anfangen. Obgleich die Geschichten von Inhalt und auch Länge perfekt für vierjährige Vorlesekinder geeignet sind. Und so ganz nebenbei ist dieses Buch ein ganz wunderbarer Einstieg in die Welt des Andreas H. Schmachtl, denn so ganz neben bei sind Tilda und Snöfrid zwei seiner beliebtesten Reihen.

9von12: „Mein dickes Weihnachtsbuch“ von Judith Allert – Carlsen Verlag

Ein Vorlesebuch der ganz anderen und so gar nicht klassischen Art, ist „Mein dickes Weihnachtsbuch“ von Judith Allert. Als eine Art „interaktives Vorlesebuch“ beworben, macht es diesem Attribut alle Ehre. Auch die Tatsache, dass es sich um 20 und nicht 24 Geschichten handelt macht deutlich, dass hier andere Wege beschritten werden. Die 20 Geschichten handeln von ganz unterschiedlichen, teils auch fantastischen Aspekten des Weihnachtsfestes. Wie feiern zum Beispiel die Tiere im Dschungel eigentlich Weihnachten? Doch auch das bekannte Chaos beim Plätzchenbacken wird thematisiert. Ebenso die Frage, ob es den Weihnachtsmann auch wirklich gibt. „Klar gibt’s den Weihnachtsmann“ soll denn auch ein gutes Beispiel dafür sein, wie die Geschichten aufgebaut sind. Es werden im Verlauf nämlich immer wieder Fragen und Aufgaben an die Vorlesekinder gestellt. In besagter Geschichte soll zum Beispiel ein Geräusch nachgemacht werden („Wie klingt es, wenn Papa schnarcht?“) und dann gibt es zum Schluss ein Rezept für Salzteigfiguren. An anderen Stellen gilt es, die Füsse des Weihnachtsmannes zu kitzeln oder auch wahlweise die Weihnachtswichtel zu suchen und finden. Langweilig wird keiner der Geschichten, denn man befindet sich stets mittendrin. Oder man kann die Geschichten später einfach forttragen, in dem man das Salzteigrezept einfach mal ausprobiert.

Die spielerische und doch sehr pädagogische Herangehensweise an die Geschichten, aber auch an die Gattung Weihnachtsbuch selbst wissen zu überzeugen. Als Vorlesepapa bekomme ich schöne Fragen an die Hand, mein Kind zu aktivieren – und ganz nebenbei erhalte ich Tips und Anregungen, wie wir die langen, dunklen Tage bis zum Fest der Fest sinnvoll und spielerisch überbrücken können.

12von12: Erst- und Selbstlesebücher für Weihnachten

10von12: Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel“ von Anna Lott – dtv junior

Otibuk heißt der ungewöhnliche Halloweenteufel, der eigentlich nur an eben jenem Feiertag aufwacht, um genau dann seiner Tätigkeit nachzugehen. Dieses Mal ist alles anders. Draußen ist alles weiß, die anderen Teufel schlafen noch. Da begegnet er ganz unverhofft zwei Glitzerwesen, die sich im Schnee verflogen haben. Es sind zwei Engel. Denen folgt der eigentlich liebe Otibuk in dem festen Vorhaben, sich als Weihnachtsengel zu bewerben. Otibuks Ansinnen scheitert. Als er aber zurück auf der Erde ganz unverhofft den Wunschzettel von Jannike entdeckt, will er sich natürlich beweisen – und erfüllt des Kindes Wunsch. Das Problem daran: Jannike wünscht sich ihren Bruder Phillip fort. „Flupp“ macht’s und schon hat Otibuk Philipp in einen Wunschzettelsack gesteckt und ist fort. Hier beginnt das eigentliche Weihnachtsabenteuer der Geschichte. Wird es wirklich noch ein teuflisch-schönes Weihnachtsfest geben? Und was hat eigentlich der Osterhase schon wieder damit zu tun?

„Der kleine Weihnachtsteufel und der verflixte Wunschzettel“ von Anna Lott ist eine schräge Weihnachtsgeschichte, die man aber dafür umso unterhaltsamer gemeinsam lesen kann. Dann, wenn es draußen schon wieder dunkel ist. Oder es regnet. Oder beides. Die offizielle Leseempfehlung liegt bei Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren. Selbstleser also, aber die im Blocksatz daherkommenden Sätze eignen sich doch noch besser zum Vorlesen, als denn zum Selbstlesen. Und das ist gut so, was würde mir sonst alles entgehen? Passenderweise gliedert sich das Vorlesebuch in 24 Kapitel, die sich ihrerseits über drei bis vier Doppelseiten erstrecken. Eigentlich perfekt geeignet, um es als eine Art Adventskalender zu nutzen. Die Illustrationen von Nikolai Renger erschaffen in Verbindung mit der Geschichte zudem aus dem eigentlich etwas düsteren Teufel-Thema eine sehr zugängliche und offene Atmosphäre. Geht es in der Geschichte aber wirklich nur um den Teufel? Oder geht es viel mehr darum, dass man manchmal falsche Entscheidungen trifft, weil man sich etwas so sehr wünscht? Und das es vielleicht ok ist, mal danebenzuliegen, solange man die Chance bekommt, diesen Fehler wieder gutzumachen? Dass man auch unmöglich scheinende Träume haben darf? Das sind rhetorische Fragen, ist klar, oder?

11von12: „Das letzte Schaf“ von Ulrich Hub – Carlsen Verlag

Worum geht es eigentlich in diesem 80 Seiten umfassenden Kinderbuch? Klar, um die Weihnachtsgeschichte. Und um eine Herde Schafe, die tagsüber ganz schön wild und chaotisch, nachts aber sehr nah beieinander sind. Klingt schräg, ist es auch. Eines Tages erspäht die Herde einen hellen Stern am Himmel und eine frohe Botschaft ist zu vernehmen. Oder war es vielleicht doch ein UFO? Und dann wird es plötzlich unübersichtlich. Alle Hirten sind nämlich wie ihre Schafe dem Stern gefolgt – bis auf ein letztes Schaf. Als es endlich wieder zur Gruppe stößt, machen sich auch die Schafe gemeinsam auf dem Weg zu dem Menschenskind (ein Mädchen übrigens!), was in dieser Nacht angeblich geboren wurde. Ja, ihr ahnt es, es beginnt ein schafiges, launisches Abenteuer, bei dem es immer wieder zu absurden Situationen kommt. Wie geht man völlig neuen Herausforderungen um? Wie mit den eigenen Ängsten? Zum Beispiel mit der Angst vor der Dunkelheit? Und was sollten Schafe eigentlich einem Menschenkind schenken?

Bei allem schrägen Humor und bei allen Anspielungen lernen wir nicht nur einiges über die Weihnachtsgeschichte – und werden dabei ziemlich gut unterhalten. Auch die Art, wie wir uns Herausforderungen und Ängsten konstruktiv stellen können, lernen wir so ganz nebenbei. Wow, damit hätte ich beim Lesen der ersten Seiten nicht gerechnet. Übrigens: die Illustrationen stammen aus der Feder von Jörg Mühle. Ihr wisst bescheid.

12von12: Ein besonderes Kinderhörspiel zu Weihnachten

12von12: „Weihnachtswunderzeit“ von Weltentdecker

Eigentlich wollte ich in diese Format ja ausschließlich Kinderbücher vorstellen, aber ich muss an dieser Stelle doch mal zwei Ausnahmen machen, denn: was wäre Weihnachten ohne die passende Musik? Eben! Obgleich streng genommen „Weihnachtswunderzeit“ von Nadja Karasjew aka Weltentdecker gar keine echte Weihnachtsmusik darstellt. Viel mehr ist es ein unglaublich charmantes Weihnachts-Musical. Also eine Geschichte mit vielen Liedern zwischendurch. Das Besondere an diesem Hörspiel ist die Liebe zum Detail und die Freude, die es versprüht. Hier wurde das Thema Weihnachten mit sehr viel Herzblut und vor allem auch sehr viel musikalischem Know-How angegangen. Wir hören Swing-Töne, hören Tango, wir hören sanfte melodische Klänge, klassische Instrumentierung samt Posaune. Und so ganz zwischendurch hören wir dabei zu, wie der Schnee fällt, wie die Plätzchen in den Ofen geschoben oder auch Schuhe sauber gemacht werden.

Ich werde euch das Projekt später nochmal im Blog genauer vorstellen. Leider habe ich es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Aber es auf jeden Fall eine sehr schöne Abwechslung im CD-Regal. Bei uns ist sie tatsächlich neben der Pop-Weihnachten-Playlist mit Michael Bublé (klar!), der Weihnachtsgeschichte von Pettersson und Findus der beliebteste Weihnachtsklang geworden. Auch, weil man so schön mitsingen kann.

Musik-Appendix 12von12: „Weihnachten mit Radau“ von RADAU

Nichts bringt mich schneller auf die Straße als kitschige oder nennen wir es mal: eigenwillig komponierte Weihnachtslieder. Nur auf „Last christmas“ von Wham, darauf lasse ich in diesem Leben nichts mehr kommen! „Garantiert blockflötenfrei“ steht indes auf dem CD-Cover der Band RADAU, die im Elternversum ja eigentlich hinreichend bekannt sein sollte, oder? Ich selbst habe als Kind ja immer gern Blockflöte gespielt. Nur zuhören wollte mir nie jemand, wenn ich das richtig erinnere. Insofern also vielleicht ein wirklich cleverer Marketing-Schachzug, das hölzerne Flöteninstrument gleich im Vorhinein auszuschließen. Dafür kommen aber zum Glück alle anderen Instrumente der klassischen Rockmusik auf dieser CD zum Tragen. Mal beschwingt, mal ganz traditionell. Aber Vorsicht: Neben vielen, vielen eigenen Kompositionen gibt die Band auch Fremdgut zum Besten. Schneemann rolle rolle Rolf Zuckowski ist auch mit von der Partie. Denn ohne Rolle keine Weihnachtswolle, wie man so sagt. Ja, er darf in der Weihnachtsbäckerei natürlich auch nicht fehlen. Sein Faktor hält sich aber sehr bedeckt, versprochen! Soll mir aber hinterher niemand sagen, er oder sie hätte ja vorher von nichts gewusst, ne!

Warum ich das noch einmal explizit erwähne? Sagen wir es mal so: Nachdem wir die Weihnachts-CD zweimal durchgehört hatten, wollte meine Tochter nur noch zwei Lieder hören und zwar immer und immer wieder. Eines davon war eben „In der Weihnachtsbäckerei“ von R.Z in der modern aufgebohrten Version von RADAU. Ich muss aber gestehen, in der Version von RADAU macht das Lied viel mehr Spaß als im Original. Das ich so etwas mal sagen würde. Wie dem auch sei: mir gehen die Lieder trotz des ungewohnt weihnachtlichen Themas ganz gut ins Ohr. Harmonische Popmusik mit leichten Rock-Anleihen und kindgerechten Texten, die elterliche Ohren nicht allzu sehr auf die Probe stellen. Zumindest nicht bei den ersten 50 Malen. Was mir besonders gefällt, das ist die musikalische Seriösität. Wo andere Kindermusik locker noch das Niveau von Schlagerlieder deutlich unterbieten, ist die Musik von RADAU bei aller Leichtigkeit stets bodenverhaftet. Hier ein Moll-Akkord, da ein schöner Wechsel.

 

 

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Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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  1. Suse

    15 Dezember

    Herzlichen Dank für Deine Büchertipps, ich bin ja immer auf der Suche nach neuem Stoff.
    Schade nur die Verlinkung zum Einkaufsriesen. Gibt es keine Affiliate-Links zu Plattformen wie GenialLokal oder so? Das wäre schön.
    Liebe Grüße
    Suse

    • johnny

      20 Dezember

      Liebe Suse,
      im Hintergrund arbeite ich derzeit tatsächlich an Alternativen, die für alle Seiten zufriedenstellend sind.
      LG J

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