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Alleinerziehend an Weihnachten – beim vierte...

Alleinerziehend an Weihnachten – beim vierten Mal ist alles anders, oder?

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Ob alleinerziehend, Patchwork oder klassisch. Dass es Winter ist, merkt man in Berlin eigentlich immer nur dann, wenn bunte Lichterketten und Weihnachtsmänner von den Balkonen baumeln. Geschneit hat es hier hingegen schon lange nicht mehr. Jedenfalls nicht im Dezember und jedenfalls nicht zur Weihnachtszeit. Zu Ostern vielleicht, nicht wahr, liebe Schneewolke? Weihnachten mit Temperaturen im Plus-Bereich bleibt mir indes fremd. Und nicht nur, weil in diesem Jahr für meine Tochter und mich vieles anders ist. Weihnachten, Klappe, die Vierte. Mal wieder eine adventliche Annäherung mit Hindernissen, bevor der Blog in die Winterpause geht.

Ich fühle Weihnachten nicht, ich erfülle es. Es ist eine Aufgabe, die an mich gestellt wird. Und so gehe ich noch einmal die Weihnachtseindrücke der letzten Jahre durch. Ich notiere: Lichterketten, Weihnachtsschmuck, Adventskalender. An vielen Dingen bleibt ein Fragezeichen. Adventskranz? Weihnachtsbaum? Plätzchen backen? Ein To-do-Liste muss her. Und dann geht alles plötzlich ganz schnell. An einem regnerischen Sonntag erbeute ich nach drei Minuten den passenden Baum. Weitere zehn Minuten später wird der Baum von zwei Lichterketten erleuchtet. „Weihnachtsbaum schmücken“ – ein weiterer Punkt auf der Zu-Machen-Liste.

Weihnachten als Alleinerziehender, das ist in diesem Jahr gar nicht so einsam, wie man annehmen sollte, doch ist es ungleich anstrengender. Es ist eine Liste aus Aufgaben, die erfüllt werden wollen. Kartoffeln und Würstchen stehen auf der Einkaufsliste, denn Heiligabend soll es Kartoffelsalat mit Würstchen geben. Meine Tochter isst übrigens weder das eine, noch das andere, also wird es für sie wohl Schokoladen-Nikolaus mit Zimtstern-Ragout an einer Gummibärchen-Jus geben. Am ersten Feiertag bestellen wir dann hingegen und lassen liefern – „Bringdienst-App herunterladen“ kommt also auch auf die Liste.

Ja, mit der Eleganz einer angeratterten Seekuh schlingere ich durch den Weihnachtsparcours – und morgen ist das alles fast schon wieder vorbei. Heiligabend, Geschenke und um acht macht jeder wieder seins. Zuvor schmückt das Papa-Tochter-Ponygespann aber noch den Baum und zwar mit Hasenohren auf dem töchterlichen Kopf. Ob die kleine Chaotin weiß, wie sehr ich sie für diesen Moment feiern werde und zwar für immer? Wahrscheinlich nicht. Ihren Sinn für das Absurde, den hat sie aber definitiv von mir. Glaube ich.

Später sitzen wir auf der Couch und hören die Weihnachtsgeschichte von und mit Pettersson und Findus – zum einhundertzehnten Mal an diesem Tag. Hätte mir das jemand vor 15 Jahren gesagt, damals am Glühweinstand in Oldenburg, ich hätte noch mehr Rum ausgeschenkt. Heute lausche ich also einer Katze, einem alten Mann und bestaune mit der Dreijährigen den geschmückten Baum.

Ja, alles ist gut – oder zumindest doch ganz schön ok.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Festtage, ob für Weihnachten oder Chanukka, ne. Der Blog geht mit diesem Beitrag übrigens auch ganz offiziell in eine kleine Winterpause. Der ersten Pause seit wahrscheinlich zwei Jahren. Zumindest für eine Woche. Am nächsten Freitag gibt es unter Umständen noch einmal eine kleine Rückschau auf unser 2017, bevor es dann erst wieder am 3. Januar im neuen Jahr weitergeht. Passt auf euch auf, ja! Sagt der Johnny <3.


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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