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Warum ich beim zweiten Kind einen Geburtsvorbereit...

Warum ich beim zweiten Kind einen Geburtsvorbereitungskurs besuche

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Radfahren ohne Stützräder, Denken ohne Geländer, eine Geburt ohne Kind. Moment, was? Ist ein Geburtsvorbereitungskurs aber nicht doch genau das? Kann man sich Mama und Papa in spe überhaupt auf eine Geburt vorbereiten? Bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich schon – bis es dann eben doch wieder ganz anders kommt. Und doch bin ich davon überzeugt, dass der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses absolut sinnvoll ist – auch und besonders für Väter. Der Johnny, die SBK und die Erkenntnis, was ich beim zweiten Kind vielleicht anders machen würde…

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Wer hier von Anfang mitliest, Hallo Mama, der oder die weiß, dass ich Geburtsvorbereitungskursen tendenziell eher skeptisch gegenüberstehe. Und doch sehe ich in ihnen einen unschätzbaren Vorteil, der mir aber erst gewahr wurde, nachdem es für mich schon zu spät war. Aber zäumen wir das Pferd aber mal von vorne auf: Nein, man muss nicht jede Statistik auswendig kennen, um zu wissen, dass Mütter noch immer die übergroße Mehrheit der Elternzeit übernehmen. Immerhin handelt es sich um fast elf Monate. Elf Monate, in denen Beratungsangebote, Babyturnen, PEKiP oder eine Vielzahl anderer Aktivitäten im Angebot stehen. Angebote, die nicht jede Mutter annimmt, die aber in der Mehrheit eben doch von Müttern besucht werden. Dort kann man sich kennen lernen, man kann sich vernetzen oder auch einfach für das nächste Mal verabreden.

Dieser erste Schritt in Richtung Vernetzung mit anderen Eltern existiert für viele Väter einfach nicht, denn diese befinden sich nach der Geburt zum einen sehr viel kürzer in Elternzeit und zum anderen sehr viel länger am Arbeitsplatz. Sich zu einem späteren Zeitpunkt mit anderen Vätern zusammenzutun, die vielleicht nicht aus dem eigenen Freundeskreis stammen, sofern dieser überhaupt noch besteht, das scheint Vätern in der Tat schwer zu fallen. Zwar habe ich mich persönlich gegen den Vollzeitjob und für das Vatersein entschieden. So verbringe ich sehr viel Zeit mit meiner Tochter, als Alleinerziehender ohnehin. Aber dieses Freelancer-Leben verschärft die Situation noch, denn hier gibt es keine Büronachbarn, keine Arbeitsbekannten, die eventuell auch Kinder haben. Und so fällt mir irgendwann der Geburtsvorbereitungskurs von damals wieder ein. Den, den ich niemals besucht habe, weil ich ihn vielleicht auch zu wortwörtlich genommen habe. Ob ich ihn also bei einem etwaigen zweiten Kind besuchen würde? Wohl schon, obgleich ich natürlich weiß, dass man nie weiß, worauf man sich einlässt. Weder beim ersten Kind, noch beim zweiten. Dass er aber helfen kann, Verbündete zu finden, davon ich bin ich mittlerweile überzeugt.

Was ich aber mittlerweile genau weiß: die gesetzliche Krankenkasse gewährt der Mutter die in Fachkreisen auch „Hechelkurs“ genannte Maßnahme. Bevorzugt im letzten Schwangerschafts-Trimester und bevorzugt nicht als Wochenend-Crashkurs. Väter dürfen dieses Angebot aus indes eigener Tasche bezahlen und legen hierfür zwischen 40 und 70 Euro auf den Tisch – das variiert natürlich.

Vernetzung und Bekanntschaften schließen, das sind zwei Dinge, die man nicht mit einem Preisschild versehen kann. Und doch bin ich ein wenig störrisch ob der Tatsache, dass ich dafür zahlen muss. Das ist jedoch nicht immer der Fall. So gibt es auch Krankenkassen, deren Bonusprogramm tatsächlich auch dem Vater diesen Geburtsvorbereitungskurs finanziert. Hallo Siemens Betriebskrankenkasse, Hallo SBK.

Seit 2018: Das „Babyglück-Pakets“ der SBK

Hier gibt es nämlich das „Babyglück-Paket“, bei dem nicht nur ausgewählte Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaft im Wert von bis 100 Euro inkludiert sind (einsetzbar unter anderem für den Toxoplasmosetest) oder die Bezuschussung der Hebammenrufbereitschaftspauschale mit bis zu 250 Euro inkludiert sind. Auch lässt sich hier bei regelmäßigem Besuch der Vorsorgeuntersuchungen ein Bonus erlangen, den man dann wieder auch für den Papa und dessen Teilnahme am Geburtsvorbereitungskurs nutzen kann. Das ist nicht selbstverständlich. Alle Leistungen findet ihr übrigens auch auf der SBK-Beratungsseite für Schwangere (aber auch für Väter).

Und so schließt sich der Kreis. Zugegeben, wer einen Vorbereitungskurs besuchen will, der wird ihn auch aus eigener Tasche zahlen – sofern möglich natürlich. Dennoch ist es wichtig, auch andere Anreizstrukturen zu haben – wie eben ein Bonusprogramm. Davon profitiert in diesem Fall nicht nur der Vater, sondern auch dessen Gesundheit.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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  1. Bettina

    16 Februar

    Hallo Johnny,
    schön mal eine männliche Meinung zum Thema Geburtsvorbereitungskurse zu lesen! Ich war früher auch skeptisch und man kann natürlich nicht alles zum Elternsein an einem Wochenende lernen. Jeder muss seine Erfahrungen machen. Heute halte ich Vorbereitungskurse für sehr sinnvoll.
    Wünsche euch alles Gute!
    Gruß Bettina

  2. Falk

    13 März

    Hi Johnny,

    ich fand den Kurs gut. Haben das an einem Wochenende im Block gemacht. Die Qualität steht und fällt natürlich mit der Hebamme. die den Kurs gibt. Mir hat der Kurs während der Geburt das klitzekleine Quentchen Sicherheit gegeben, damit ich nicht umfalle. Hat sich also gelohnt!

    Viele Grüße,
    Falk

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