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Bilderbuch: „Affenfalle“ von Nele Brönner – ...

Bilderbuch: „Affenfalle“ von Nele Brönner – °luftschacht

Nele Brönner, Affenfalle - Ein Kinderbuch aus dem Hause Luftschacht

Vielleicht kennt ja schon jemand „Affenfalle“ von Nele Brönner? Zur Abwechslung gibt es heute nämlich mal keine Neuvorstellung, sondern ein Kinderbuch aus dem Hause Luftschacht, welches schon seit gut zwei Jahren erhältlich ist. Und doch bin ich erst jetzt darauf gestossen – mit großen dank an „Das Tigerei“, ebenfalls von Nele Brönner. Worum es bei „Affenfalle“ geht? Klar, um einen durstigen roten Fuchs inmitten sengender Hitze. Ob er auf seiner Suche nach dem rettenden Nass wohl bei den Affen Glück hat? Vielleicht schon, doch so ganz ohne eine List wird das wohl nicht gelingen. Eine Geschichte aus einer fernen Welt, die am Ende auch unsere Moral zumindest doch zur Diskussion stellt.

Worum geht es in der Affenfalle von Nele Brönner?

Durch die Wüste streift ein roter Fuchs. Der Sand und die Steine sind heiß, die Luft so trocken. Doch am meisten brennt dem Fuchs der Durst auf der Zunge. Ohne die Aussicht auf ein Wasserloch beginnt er, sich an die Tiere zu wenden, die ihm auf seinem Weg begegnen. Die Antilope rät ihm, in die Berge zu gehen, doch die sind zu weit weg. Auch das Erdferkel vermag dem Durstenden kaum zu helfen, vom Chamäleon ganz zu schweigen.

Von letzterem erhält der Fuchs indes den zweifelhaften Rat, es mal bei den Affen zu wagen. Diese sind haarig, sitzen auf Bäumen und reagieren äußerst barsch auf ihren roten Besucher. Ihr Wasser teilen, das wollen sie auf gar keinen Fall. Plötzlich vernimmt der Fuchs eine rätselhafte Stimme. Sie kommt aus einem Erdloch und verrät ihm, wie die Affen ihr Wasser doch teilen werden. Bei diesem Trick handelt es sich um einen besonders schönen Stein, den der Fuchs möglichst effektvoll in einem Astloch verstecken soll. Und siehe, sobald die Affen den Stein sehen, werden sie rasend und beginnen zu brüllen und zu kratzen, zu schubsen und schlagen. Schließlich bleibt der Stärkste von ihnen mit seinem Arm im Astloch stecken.

So vergehen die Stunden, im Affen wächst der Durst, doch den Stein will er auf gar keinen Fall loslassen. Wird der Affe den Stein irgendwann loslassen und zum Wasserloch spurten – und so sein Geheimnis auch dem Fuchs preisgeben? Und wer ist die Stimme im Erdloch?

Meine Einschätzung als Vorleseäffchen

Machen wir uns nichts vor, die Geschichte vom Fuchs strotzt nur so vor egoistischen Charakteren. Beinahe könnte man diesen sogar böse Absicht unterstellen. Das ergibt aber jede Menge Sinn, denn die Wüste ist nicht unbedingt ein Ort, der das Beste in den Tieren hervorbringt. So auch in unserem Hauptcharakter. Ist dieser anfangs noch freundlich, lässt er sich nach der schroffen Ablehnung auf das bösartige Affengebahren ein – und ist kaum besser. Spätestens, als er auf Befehl der geheimnisvollen Erdstimme dem im Astloch steckenden Affen ein Stück Salz hinhält wird dies mehr als klar.

Die Affenfalle ist also eine List, mit der der Fuchs zu überleben sucht. Rechtfertigt der Zweck aber die Mittel? In der Wüste, wo es ums Überleben geht vielleicht schon. Ein schwieriges Thema aber, um es mit meiner Vierjährigen zu besprechen. Nicht ob der Moral, sondern ob der Tatsache, dass wir einfach nicht am Wüstenlimit leben. Und doch kann man dank Nele Brönners fast schon comicartiger Illustrationen in diese ferne, teils feindliche Wüstenwelt hinabtauchen. Nur eine Sache wird nicht klar: wer ist die Stimme aus dem Erdloch?

Ich mag Nele Brönners Stil ja sehr gern. Sie sind so dynamisch und ganz anders, auch wenn ihre Illustrationen oft etwas aggressiv wirken. Das ist mir auch bei „Das Tigerei“ aufgefallen. Also eigentlich meiner Tochter, als sie das Buch zum ersten Mal alleine durchblätterte und manches mißverstand. Genau das aber lässt sie immer wieder nachdenken und auf den Bildern verweilen, nachdem wir die jeweilige Seite bereits gemeinsam gelesen haben. Die ungefähre Leseempfehlung liegt bei vier Jahren – da gehe ich voll mit. Jüngeren Kindern könnten die Darstellung eventuell etwas Angst machen.

Fazit

Die „Affenfalle“ ist die Geschichte aus einer fernen Welt, in der unsere Moral auf die Probe gestellt wird. Modern inszeniert, ohne jedoch alles preiszugeben.

Nele Brönner
Affenfalle
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Luftschacht; Auflage: 1 (1. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3902844574
ISBN-13: 978-3902844576
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 – 7 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 1 x 28,8 cm


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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