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Bilderbuch: „Das Mäuseschloss“ von Michael Bond und Emily Sutton – Orell Füssli (Hardcover)

Was macht eigentlich ein Kinderbuchautor, nachdem er einen zeitlosen Klassiker wie „Paddington Bär“ erschaffen hat? Richtig, er widmet sich ganz einfach neuen Geschichten – mindestens genauso klassisch und zeitlos, versteht sich. „Das Mäuseschloss“ von Michael Bond aus dem Orell Füssli Verlag fühlt sich trotz seiner Veröffentlichung im September tatsächlich ebenfalls wie ein zeitloser Klassiker an. Auch dank der Illustrationen von Emily Sutton, welche außerordentlich warm und üppig daher kommen. In der Geschichte selbst ist aber ein klein wenig Drama versteckt…

Was passiert da in „Das Mäuseschloss“ von Michael Bond eigentlich?

„Es war einmal eine Mäusefamilie, die in einem Puppenhaus lebte“ lautet der erste Satz. Die mäusische Clan zählt ganze 15 Personen, also Mama, Papa und ihre 13 Kinder. Doch für sie ist das Puppenhaus kein gewöhnliches Zuhause, es ist eben ihr richtiges Mäuseschloss. Da stört es auch nicht, dass die Rückwand fehlt. Ganz im Gegenteil, denn tagtäglich strömen viele menschliche Besucher herbei, um das Schloss zu sehen. Wahrscheinlich steht es in einem Museum, der Behausung des sogenannten Grafen.

So erfahren wir also, was die Mäusefamilie in ihrem Alltag so erlebt. Wie sie das Schloss sauber hält, auf der Schlosswiese tollt oder sich abends gemeinsam entspannt. Doch ihr behagliches Familienleben im Schloss wird jäh auf die Probe gestellt: Das Schloss wird aus dem Haus entfernt – und die Mäuse müssen von jetzt auf gleich umziehen. Gar nicht so einfach mit einer Großfamilie. Werden die 15 wirklich ein neues Zuhause finden? Oder gibt es doch noch eine Chance für das Puppenhaus?

Nein, nein, das verrate ich hier natürlich noch nicht. Wer aber die klassischen Geschichten von Michael Bond kennt weiß, wie es eventuell ausgehen könnte.

Meine Einschätzung als Vorlesemaus

Ohne auch nur eine Seite gelesen zu haben weiß ich, dass mir das Buch und seine Geschichte gefallen wird. Die Illustrationen allein verleihen dem Buch allein durch ihre Art ein, wie soll man sagen, nostalgisches Gefühl. Trotz seines Release im September diesen Jahres wirkt es, als hätte man einen Klassiker in der Hand. Es ist wie ein alter Freund, den man lange nicht gesehen hat. Vor allem diejenigen, die mit den Paddington-Geschichten vertraut sind, werden wissen, was ich meine (Rezensionslink: „Paddington Bär und die verrückte Stadtrundfahrt“)

Auf 13 Doppelseiten und in üppigen Details wird das turbulente Mäuseleben im Schloss wiedergegeben, wobei pro Doppelseite kaum mehr als vier bis fünf Sätze erzählt werden. Genau richtig für Vorlesekinder wie meine Dreijährige. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken, so dass auch Kinder bis ins Schulalter hinein hier viele Punkte finden, um die Geschichte selbst ein wenig weiterzuerzählen. Fast wirkt es wie ein klassisches Wimmelbuch. Dank des klassischen Pinselstrichs wirkt es aber stets warm und alles andere als wimmelig.

Das Thema der Geschichte ist wohl am ehesten mit „familiären Zusammenhalt“ umschrieben. Ganz gleich, was auch passiert, man versucht das Beste daraus zu machen – und positiv zu bleiben. Selbst dann, wenn man den Wohnort wechseln muss und eigentlich gar nicht weiß, wohin man gehen soll. Doch auch so ein Umzug lässt sich meistern… darüber hinaus erleben wir natürlich hautnah, wie das so ist, als Mäusefamilie im Schloss.

Fazit

„Das Mäuseschloss“ von Michael Bond ist für Kinder zwischen drei und sieben Jahren wunderbar geeignet. Die klassischen Illustrationen von Emily Sutton sorgen zudem für eine gewisse Heimeligkeit und Wärme, der man sich nur schwer entziehen kann

Michael Bond, Emily Sutton
Das Mäuseschloss
Taschenbuch: 32 Seiten
Verlag: Orell Füssli Kinderbuch (8. September 2017)
Sprache: deutsch
ISBN-10: 3280035449
ISBN-13: 978-3280035443
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 6 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 24,8 x 1 x 29,7 cm


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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