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Bilderbuch: Die Weihnachtsgeschichte „Der Ostermann“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn – Carlsen Verlag

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Pünktlich zum Beginn der Adventskalenderzeit möchte ich euch und mir den kleinen „Ostermann“ vorstellen, denn der… Moment, den Ostermann? Ist das nicht ein wenig verfrüht, Johnny? Was hat denn Ostern mit Weihnachten zu tun – mal so ganz allein als Bilderbuch betrachtet? Nun, vielleicht doch mehr, als man gemeinhin denkt. Marc-Uwe Kling und Astrid Henn haben nämlich nach „Prinzessin Popelkopf“ kürzlich ein weiteres Bilderbuch ins Regal gestellt. Als Vorlesepapa habe ich natürlich gemeinsam mit meiner Expertentochter reingeschaut und festgestellt: Nicht nur hat der Weihnachtsmann einen Sohn, Nein, dieser hat auch ein großes Problem – er hasst den Winter. Ein Weihnachtsbilderbuch der besonderen Art aus dem Carlsen Verlag.

Inhalt: „Der Ostermann“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn

„Guck mal, Papa, da ist ein Huhn auf dem Weihnachtsmann!“ – Ja, schon auf dem Cover zeichnet sich ab, dass es in dem Buch ein wenig anders zugeht, als man das von einem Weihnachtsbuch für Kinder erwarten könnte. Gleich zu Beginn treffen wir sodann auch gleich Familie Weihnachtsmann. Ja, richtig gehört, der Weihnachtsmann hat ein Zuhause mitsamt Frau, Sohn und einigen Wichteln, die den Haushalt sowie wichtige Weihnachtsarbeit zu organisieren scheinen. So ganz glücklich scheinen sie damit indes nicht zu sein, doch dazu später mehr…

Wie es die Tradition jedenfalls so will, soll aus dem kleinen Sohn des Weißbartträgers irgendwann auch ein Weihnachtsmann werden – „Aber, ach… Ich will gar nicht“ hören wir den Sohn nur sagen. Doch wenn der Filius nicht in die Fußstapfen des Vaters steigen will, wer bringt denn dann bloß die Geschenke? Und was sollen die Elchnachbarn von alldem nur halten?

Nachdem im Verlauf der Geschichte Frau Weihnachtsmann als erstes von den Gedanken ihres Sohnes erfährt, kommt später natürlich auch der Weihnachtsmann selbst hinzu. Standesgemäß nicht durch die Haustür, wie es sich eben für ein Mann seines Berufs gehört. Aber nicht nur, dass sein Sohn weder den Nordpol, noch den Winter oder sonst etwas an der kalten Jahreszeit mag, auch die Wichtel machen dem Weihnachtsmann sorgen. Diese treten nämlich in den Streik – für bessere Arbeitsbedingungen oder wahlweise auch ein Like auf Facebook.  Ja, sogar mit Facebook muss sich der moderne Geschenkebringer der Marke Marc-Uwe Kling herumschlagen.

Wenn aber der Sohn des Weihnachtsmannes den Winter hasst, den Frühling, bunte Eier und Verstecke hingegen liebt, dann ist auch schnell klar, was der Kleine mal werden will, wenn er groß ist. Richtig, der „Ostermann“! Und so kommt es, wie es kommen muss. Tauschen aber Weihnachten und Ostern wirklich die Hauptfiguren und sogar die Jahreszeiten? Steht am Ende wirklich alles Kopf?

Meine Einschätzung als Känguru-Papa

Nach „Prinzessin Popelkopf“ ist „Der Ostermann“ der zweite Kinderbuchstreich vom Känguru-Autor Marc-Uwe Kling sowie der Illustratorin Astrid Henn. Wer die Känguru-Trilogie von Marc-Uwe Kling kennt, dem wird schnell klar, dass es sich bei „Der Ostermann“ keineswegs um ein herkömmliches Weihnachtsbuch handeln kann. Der Humor von Kling ist bissig, intelligent und eigentlich nur bedingt kindertauglich. Und doch hat er es gemeinsam mit Astrid Henn geschafft, sein wirres Flair auf ein Niveau zu bringen, bei dem auch kleinen Vorlesekinder wirklich verdammt großen Spaß haben können. Ein Weihnachtsmann, der lieber bunte Eier versteckt als Geschenke verteilt? Das ist so einfach, wie genial – und genau der Humor meiner Tochter. Meiner übrigens auch.

Auf insgesamt 16 Doppelseiten entspinnt sich ein recht ungewöhnlicher Blick auf das Familien- und Gefühlsleben des Weihnachtsmannes. Dieses bekommt man ja sonst auch nur selten geboten. Er ist eben auch nur ein Mann, er ist Vater und er ist eben auch ein Vorgesetzter mit all den üblichen Problemchen. Bei allen Seitenhieben auf die reale Welt, die uns umgibt, verliert die Geschichte nie ihre Leichtigkeit. Aber: Das Bilderbuch ist empfohlen für Kinder ab vier Jahren. Hier gehe ich nur bedingt mit. Der Aufbau der Geschichte macht das Buch besonders zu Anfang nicht unbedingt leicht zugänglich. Hier hätte man durchaus  zwei bestimmte Szenen umstellen können. Als erwachsener Leser erfrischt mich der Einstieg. Auch haben Kinder ab drei bis vier Jahren erwiesenermaßen viel Spaß mit dem Buch. Kinder ab fünf Jahren und älter werden indes das Buch erst in seiner Ganzheit und Irrwitzigkeit wirklich voll genießen können – und mit dem Einstieg gut klar kommen.

Übrigens: Wer ganz genau hinschaut, dem wird eine sehr augenfällige Parallele zu einer Kinderbuchserie auffallen, in der es um einen alten Mann und einen frechen Kater geht, dessen Name sich auf „Pindus“ reimt. Ich sag‘ ja nur…

Fazit zu „Der Ostermann“

Ungewöhnliches Kinderbuch zum Thema Weihnachten, welches sich nicht scheut, den Feiertag auf den Kopf zu stellen. Leicht anarchischer Humor mit hinreißend charmanten Illustrationen von Astrid Henn. Die Leseempfehlung liegt bei Kindern ab vier Jahren, doch auch kleinere Kinder ab drei Jahren haben große Freude daran. Für Sie getestet! Perfekt für fünfjährige Weihnachtsenthusiasten – für deren Eltern übrigens auch.

Der Ostermann
Marc-Uwe Kling, Astrid Henn
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: Carlsen (29. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551519358
ISBN-13: 978-3551519351
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 4 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 1 x 27,7 cm

 

Preis: EUR 12,99

Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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