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Bilderbuch: „Die Gefühlebande“ von Clemens Fobian und Mirjam Zels – Marta Press

Die Gefühlebande - von Clemens Fobian und Mirjam Zels, Marta Press

„Die Gefühlebande“ ist das zweite Kinderbuch von Clemens Fobian bei Marta Press. Dieses Mal geht es in Zusammenarbeit mit Mirjam Zels um menschliche Gefühle – und wie man diese einordnet. Ein unglaublich wichtiges Thema, welches wir im Alltag doch hier und da zu vergessen scheinen. Umso wichtiger, sich dies noch einmal bewusst zu machen. Ein schönes Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren – genau richtig für meine Tochter mit dem großen Herzen…

Wer ist sie und was will die Gefühlebande von Clemens Fobian?

Wenn es abends wird und sich die Schlafenszeit näher, liest Ramins Vater ihm immer nochmal eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Manchmal auch zwei (wie bekannt mir das vorkommt). Aber was war das? Mitten in der Nacht wird der kleine Junge von einem lauten Knall geweckt. Vor lauter Angst verkriecht er sich in das elterliche Familienbett – und vergisst, was des Nachts passiert ist. Bis er morgens im Garten eine ungewöhnliche Entdeckung macht: sechs kleine Gestalten scheinen hier plötzlich zu leben.

Sie erzählen ihm, dass sie die Gefühlebande seien, stammend vom Planeten Gefühlostar. Gestatten, Angst, Wut, Freude, Trauer, Ekel und Aufgeregt. Sie erzählen Ramin, dass sie nichts Böses tun, sondern ganz oft die Menschen besuchen – und das könnte diese dann eben auch fühlen. Menschen bräuchten Gefühle und zwar jeden Tag, heißt es weiter. Leider aber haben die Gefühle auf dem Weg durch die Galaxie ihren Zauberstein verloren. Diesen brauchen sie jedoch, um in ihre Heimat zurückkehren zu können. Ramin beschließt, ihnen bei der Suche zu helfen. Mit Erfolg. Heißt das aber, dass die Gefühle nun für immer aus Ramins Leben verschwinden werden? Oder lassen sie ihm vielleicht das Wertvollste, dass sie haben da?

Meine Einschätzung als Vorlesepapa

Auf ungefähr zehn Doppelseiten entspinnt sich die Geschichte der Gefühle und wie sie über den kleinen Ramin hereinbrechen. Im ersten Moment frage ich mich ja, warum die Gefühle ausgerechnet wie Aliens mit einem Ufo in der Geschichte landen? Sind Emotionen nicht eigentlich etwas zutiefst Menschliches? Aber klar, für ein Kind, welches erst einmal damit umzugehen lernen muss, mag sich das wirklich anfühlen, als sei all dies extraterrestrisch.

Und doch, Kinder lernen von uns, wie man mit Gefühlen und bestimmten Situationen, in denen diese auftreten umgeht. Das machen wir uns allerdings und leider viel zu oft gar nicht bewusst – dabei ist es so wichtig. Nicht nur das gemeinsam mit dem Kind bewusste Einordnen, sondern auch der Alltag ist hier wichtig. Oder ganz anders: erst gestern fragte mich die Vierjährige, was „lieb“ eigentlich bedeutet? Während wir die Stufen runter zur U-Bahn nahmen. Mehr Alltag geht nicht.

Das Buch „Die Gefühlebande“ von Clemens Fobian gibt auch dank der großartigen Illustrationen von Mirjam Zels eine gute Möglichkeit, das Thema Gefühle immer wieder mal auf die Vorlese-Couch zu holen. Das macht dieses kleine, aber feine Buch in unserer Bibliothek gerade außerordentlich wichtig. Gerade für meine vierjährige Tochter, die altersmäßig genau in der Zielgruppe des Buches liegen dürfte. Schöner Appendix bzw. Nachtrag hierbei: am Ende der Geschichte wird jedes einzelne Gefühl der Geschichte noch einmal einzeln vorgestellt. Angst, Wut, Freude, Trauer, Ekel und Aufgeregt. Eine gute Möglichkeit, um nochmal ganz individuell auf das Gefühlsleben der Kleinen eingehen zu können.

Fazit

Nach „Pepe – Ein Ausflug, der stark macht“ ein weiteres, schönes Bilderbuch von Clemens Fobian, welches sich besonders an Kinder ab vier Jahren richtet, um ihnen die allzu menschliche Gefühlswelt näherzubringen. Fühlt sich gut an!

Clemens Fobian, Mirjam Zels (Illu.)
Die Gefühlebande
Gebundene Ausgabe: 36 Seiten
Verlag: Marta Press UG (haftungsbeschränkt); Auflage: 1 (24. Mai 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3944442776
ISBN-13: 978-3944442778


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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