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Bilderbuch: „Ersatzhasi“ von Abigail Rayner und Greg Stones – NordSüd-Verlag

„Ersatzhasi“ von Abigail Rayner und Greg Stones - NordSüd-Verlag Bilderbuch

Die Osterzeit liegt ja schon ein Weilchen hinter uns, aber irgendwie lässt uns das Hasenthema nicht ganz los. Überhaupt haben wir gerade so einige Dauerthemen, stelle ich fest. „Ersatzhasi“ von Abigail Rayner ist im NordSüd-Verlag erschienen und handelt von einem kleinen Plüschhasen. Das Erstaunliche: dieser Hase ist nicht nur der Ersatzhase, Plan B, wenn so will. Er ist auch gleichzeitig die Erzähltstimme der Geschichte. Das ist ein wenig herzzerreißend, aber wer von uns kennt ihn nicht, den Gedanken, besser immer zwei von allen Spielsachen zu kaufen – falls das erste verloren geht. Von einem Elternthema in Kinderbuchform – aus Stofftiersicht.

Worum geht es im „Ersatzhasi“ von Abigail Rayner eigentlich?

Gestatten, Fluffy. Der Ersatzhase lebt in einer Schublade und träumt monatelang von nichts anderem, als dem Jungen Max den Tag zu retten. Zumindest dann, wenn dieser seinen eigentlichen Hasen verliert. Als es dann endlich eines Nachts soweit ist, kommt irgendwie doch alles ganz anders als erträumt. Statt gedrückt und gekuschelt zu werden, wirft Max den Ersatzhasen entrüstet zu Boden:„Das ist NICHT Hase“ kreischt er.

Nun beginnt eine Odyssee, in derer sich Fluffy in einer Reihe eher unschöner bis wilden Szenen wiederfindet. Sei es als Plüschtier für die Katze, als unfreiwilliger Topfhalter während der Malstunde oder Garnierung des Matschkuchens. Und obwohl es so gar nicht das Leben ist, was Fluffy sich vorgestellt hat, freunden sich Max und er doch nach und nach im Laufe des Tages miteinander an. Bis plötzlich der „alte“ Hase wieder auftaucht – doch ist plötzlich nicht mehr alles so eindeutig wie bisher gedacht. Muss Max sich jetzt zwischen beiden Hasen entscheiden?

Meine Einschätzung als Vorlesehase

Kuscheltiere sind ein absolutes Muss. Während manche Tier nur selten bespielt werden, gibt es andere, die müssen zumindest zeitweise fast täglich herhalten. Was aber, wenn genau jenes geliebte Objekt plötzlich verschwindet?

Genau darum geht es in „Ersatzhasi“ von Abigail Rayner (im englischen Original übrigens „The Backup Bunny“). Und fast möchte ich sagen, dass es sich hier um ein Erwachsenenthema handelt, denn: wie oft stand ich selbst schon vor dem Regal und dachte darüber nach, ein geliebtes Objekt lieber doch nochmal doppelt zu kaufen. Für den Fall der Fälle.

Das Besondere an der Geschichte ist jedoch, dass nicht der Papa oder das Kind, sondern der Ersatzhase selbst erzählt, wie das so ist. Das ist interessant und emotional zugleich. Auch, weil Max natürlich seine gesamten schlechten Gefühle an dem Ersatzhasen auslässt.

Auf 12 wunderbar illustrierten Doppelseiten wird die Geschichte von Fluffy und Max behutsam vorangebracht. Pro Seite gibt es ein bis drei Sätze, die auch von ungeübten Vorlesekindern ab zwei Jahren aufwärts gut erfasst werden können. Auch das Gefühl, ein geliebtes Kuscheltier verloren zu haben, wenn vielleicht auch nur kurzzeitig, dürfte den meisten Kleinkinder ja durchaus schon geläufig sein. Es bieten sich also viele lebensweltliche Anknüpfungspunkte im Laufe der Geschichte.

Fazit

Ein elterliches wie kindliches Alltagsthema, nämlich den Verlust eines geliebten Objekts wunderbar auf den Punkt gebracht – samt ungewöhnlicher Erzählperspektive.

(Warum die Autorin bei Amazon aber als Abigail Rayner (und nicht Ragner) hinterlegt ist, erschließt sich mir nicht so ganz. Muss es aber wohl auch nicht.

Ersatzhasi
Abigail Rayner, Greg Stones, Elisa Martins (Übers.)
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag; Auflage: 1 (1. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3314104332
ISBN-13: 978-3314104336
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
Originaltitel: The Backup Bunny
Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 1 x 28,7 cm

Preis: EUR 15,00

Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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