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Bilderbuch: „Frida Furchtlos lädt zum Tee“ von Danny Baker

Frida Furchtlos lädt zum Tee - Kinderbuch von Danny Baker und Pippa Curnick - Ars Edition

Frida Furchtlos ist keine gewöhnliche Gans. Dem Leben zugewandt wohnt sie doch äußerst zurückgezogen am Rande des Waldes. Eines Tages begegnet sie einer Reihe von furchteinflößenden Tieren. Allein, Frida hat gar keine Angst. Sie begegnet allen mit Witz, Charme und natürlich einer Einladung zum gemeinsamen Tee. Ein Bilderbuchgeschichte über Mut und Zugewandtheit und darüber, dass auch Große mal Angst haben können. Wunderbare Illustrationen von Pippa Curnick inklusive – Ars Edition.

Inhalt: „Frida Furchtlos lädt zum Tee“ von Danny Baker

Frida Furchtlos, die Gans mit dem weiß gepunkteten Schal um den Hals lebt nicht auf einer Wiese, sondern in einem Häuschen am äußersten Rande des Waldes. Zurückgezogen und ohne jemals mit einem anderen Tier gesprochen zu haben, begegnet sie eines Dienstags einem Wolf. Dieser stürzt sich mit furchteinflössendem Gebrüll auf sie, doch was ist das? Frida fürchtet sich ja gar nicht. Ganz im Gegenteil, sie lädt ihn zu Kuchen und Tee ein. Verwirrt stapft der Wolf in den Wald zurück, denn ein Wolf und eine Gans können doch nicht gemeinsam Kuchen essen, oder?

Wenig später wiederholt sich die Episode. Allein, dieses Mal begegnet sie beim Erdbeerpflücken einem riesigen Bären. Doch auch dieser vermag es nicht, Frida Furchtlos Angst einzujagen. Wie schon zuvor beim Wolf, vermutet sie auch hinter dem Bärengebrüll einen netten Zeitgenossen – und lädt ihn zum Tee. Und dann ist da noch der Löwe – ein typisches Waldtier. Am Ende finden sich alle drei samt Gänserich, denn den gibt es ja auch noch in Fridas Häuschen wieder. Warum sitzen sie alle plötzlich gemeinsam bei Tee und Kuchen beieinander? Haben es sich Wolf, Bär und Löwe es sich plötzlich anders überlegt? Oder gibt es da vielleicht noch einen ganz anderen Grund? Haben sie etwa auch Angst vor etwas oder jemanden?

Meine Einschätzung als Vorlesegans

Auf 15 Doppelseiten und in schönen Schleifen erzählt, begegnen wir einer Protagonistin, die nicht nur sehr bei sich und furchtlos, sondern zudem auch noch zugewandt und freundlich ist. Selbst dann, wenn es für sie bedrohlich werden könnte, entscheidet sie sich ganz bewusst dafür, mutig und anders zu sein. Damit bricht sie auch das Rollenverhalten derjenigen, die ihr begegnen, obgleich diese zu Anfang noch gar nicht bereit sind, sich dem zu stellen.

Im Klappentext steht der wunderbare Satz „Eine herrlich lustige Geschichte übers Furchtlos-Sein, -Bleiben und -Werden. Und dem möchte ich doch zustimmen. Sie zeigt Kindern zwischen drei und sechs Jahren zwar, dass es sich lohnen kann, mutig auch gegenüber Größerem und Fremdem zu sein. Dass auch diejenigen, die furchteinflößend wirken, Angst spüren. Obgleich ich mich frage, ob Frida Furchtlos das Gefühl Angst überhaupt kennt?

Einzig das Ende wirft in mir immer wieder Fragen auf. Hat Frida letztlich wirklich Freunde gefunden? Oder wird sie bloß ausgenutzt? Und wovor haben die andere Tiere eigentlich Angst? Ist es ein Monster und wenn ja, ist es tatsächlich echt? Für mein Wohlgefühl fehlt genau eine halbe Seite, um die Geschichte gänzlich aufzulösen. Das Gute an dem leicht offenen Ende ist hingegen, dass meine Tochter und ich immer wieder noch auf der Seite verweilen und darüber reden, was da passiert. Was überhaupt in der Geschichte passiert ist? Was es mit der Angst und der Furcht auf sich hat und warum sie manchmal auch gut ist.

Btw. Wirklich famose Darstellung der jeweiligen Charaktere und ihrer Emotionen. Allein die Gesichter, hach. Die Illustrationen von Pippa Curnick (Lonely Planet Kids) sind wie immer über alle Zweifel erhaben und einfach nur wunderschön anzuschauen.

Fazit

Das Thema Mut und Zugewandtheit unterhaltsam, detailreich und leicht verständlich dargestellt.

Frida Furchtlos lädt zum Tee
Danny Baker, Pippa Curnick (Illu.)
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Ars Edition (18. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3845827513
ISBN-13: 978-3845827513
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
Originaltitel: Lucie Goose

 


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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