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Bilderbuch: „Komm nur herein!“ von Max Bolliger und Lihie Jacob – Atlantis Verlag

Max Bolliger & Lihie Jacob - Komm nur herein - Atlantis Verlag - Cover

Max Bolliger und Lihie Jacob haben mit „Komm nur herein!“ ein wärmendes Bilderbuch zusammengestellt, bei dem es nicht nur um Familie und Zugehörigkeit geht, sondern auch darum, wie schon kleine Gesten ausreichen können, um uns das Gefühl von Zuhause geben zu können. Teilweise erinnert mich Kinderbuch aus dem Atlantis Verlag ja an einen anderen Klassiker, doch eins nach dem anderen, ne!

Max Bollinger und Lihie Jacob „Komm nur her!“ – Synopsis

In einem Märchenhaus, da lebt eine gute Fee. Die sieht hier aber genau so, wie man sich eigentlich auch jede gemütliche Großmutter vorstellen würde. Erfrischend normal, von den Flügeln natürlich einmal abgesehen. Jene Fee teilt ihr Zuhause mit einer winzigen Maus. Dieser erzählt sie stundenlang wunderschöne Geschichten, während der kleine Nager nicht müde wird, ihr zuzuhören. Ganz im Gegenteil.

Eines Tages aber klopft es an der Tür: eine Katze bittet um Einlass und die gute Fee lässt sie guten Herzens natürlich hinein. Das jagt der Maus verständlicherweise einen gehörigen Schreck ein – sie versteckt sich ängstlich vor dem neuen Mitbewohner. Wie konnte ihr die gute Fee das nur antun? Und es kommt noch schlimmer, denn schon bald steht auch ein Hund vor der Tür. Und auch diesen lässt die gute Fee in die Stube – „Du gefällst mir, komm nur herein!“ Während die Maus sich vor der Katze versteckt, faucht diese den Hund wütend an. Von dem lässt sie sich ganz sicher nicht vertreiben. Hund und Katze hören also bald schon gemeinsam der guten Fee und ihren Geschichten zu. Nur die Maus, die versteckt sich noch immer. Eines Abends aber, zum Abendbrot wagt sie sich doch aus ihrem Versteck und siehe da, Katze und Hund sind eigentlich gar nicht so furchterregend wie zuerst gedacht.

Meine Einschätzung als Vorlesefee

In letzter Zeit taucht das Thema Zuhause und Zugehörigkeit ja doch recht häufig in meinen Rezensionen auf. Und warum auch nicht, denn es ist und bleibt ein wichtiges Thema. Was, wenn man sich plötzlich nicht mehr dort zu Hause fühlt, wo man doch eigentlich hingehört? Dieser Frage gehen Max Bolliger und Illustratorin Lihie Jacob in „Komm nur her!“ nach.

Auf 12 Doppelseiten begleiten wir also den heimlichen Hauptcharakter, die Maus, wie sie ihr Zuhause scheinbar verliert. Nur, um dann erkennen zu müssen, dass dieses Zuhause keineswegs ein statischer Ort sein muss, an dem alles so bleibt wie es immer war. Ein Zuhause kann sich auch verändern oder eben durch neue Familienmitglieder bereichert werden. Kein Wunder also, dass sie zum Schluss den Satz „Hoffentlich kommen sie morgen wieder“ von sich gibt. Es dauert nur eben ein Weilchen, bis sie das erkennt. Die gute Fee hilft ihr natürlich, in dem sie mit einer kleinen Geste zum Abendbrot zeigt, das sie noch immer Teil des Ganzen ist.

In manchen Momenten erinnert mich die Geschichte aus dem Atlantis Verlag an die klassische Kindergeschichte „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ von Julia Donaldson. Die Geschichte mit der Maus ist indes wesentlich persönlicher und emotionaler erzählt. Dies liegt aber auch an den wesentlich lebendigeren Illustrationen von Lihie Jacob, bei denen man das Gefühl hat, jeden einzelnen Strich genau mitlesen zu können.

Fazit

Ein wärmendes Bilderbuch für Kinder ab drei bzw. vier Jahren mit kunstvollen Illustrationen und einer klaren wie zeitlosen Geschichte.

Max Bolliger, Lihie Jacob
Komm nur herein!
Taschenbuch: 32 Seiten
Verlag: Atlantis (9. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3715207280
ISBN-13: 978-3715207285
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre

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Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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