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Bilderbuch: „Küsschen? Bäh!“ von Barbara Rose – Tulipan Verlag

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Küsschen hier, Küsschen da. Es heißt ja, die Deutschen würden am liebsten umarmen. Wer aber Kinder hat weiß, wie schnell sich fremde Münder dem eigenen Kind nähern können. Dabei haben auch Kinder ihre ganz persönlichen Grenzen. Genau mit diesem Thema beschäftigt sich Barbara Rose mit ihrem Bilderbuch „Küsschen? Bäh!“ Auch ihr Protagonist Leo hat damit zu kämpfen, dass er von Tante Lissi, Onkel Fred und sonstigem ständig geküsst wird. Da hat er während einer Geburtstagsparty plötzlich einen rettenden Einfall. Ein Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren aus Tulipan Verlag, aber Achtung: Pfeffer-Schoko-Content!

Inhalt: „Küsschen? Bäh!“ von Barbara Rose

Heute ist ein ganz besonderer Tag, denn heute hat Leos Papa Geburtstag und alle Verwandten haben ihren Besuch angekündigt: Tante Lissi, ihr Pudel, die zahnlose Oma Else und natürlich der bärtig-stachelige Onkel Fred. Und wie es sich eben gehört, wollen alle Erwachsenen einen Küsschen – und zwar von Leo. Dieser findet Küsschen aber nicht ganz schön, außerdem riechen Erwachsene manchmal wirklich komisch.

Als es dem kleinen Leo zu viel wird, verbarrikadiert er sich in seinem Zimmer und überlegt, wie er dem Küsschen-Treiben wohl am besten ein Ende setzen könnte. Als sein großer Bruder Tobias bzw. seine große Schwester ihn zur Party holen wollen, ist klar: Küssen ist bäh! Dass aber können weder Tobias noch Amelie wissen. Beide werden von den Verwandten verschmäht, seitdem Tobias einmal laut in Tante Lissis Gesicht gerülpst hat und Amelie immer laut schreit, wenn ihr jemand zu nahe kommt.

Da hat Leo den rettenden Einfall. Er schleicht sich in die Küche und braut sich dort ein besonders schmackhaftes Mixgetränk aus Ketchup, Pfeffer und Milch, während er sein Gesicht mit Teilen der Schokoladentorte einschmiert. Derart präpariert, stürmt er das Wohnzimmer und ruft „Küsschen für alle!“ Nur wer würde ihn bei diesem Geruch- und Essensmix jetzt noch küssen wollen? Aber ob der Plan wirklich funktioniert?

Meine Einschätzung als Vorlesepapa

Ach, wer kennt das nicht. Distanzlose Verwandte, unverschämte Passanten, die beide ohne zu fragen sich dem Kind nähern. Es anfassen oder es eben küssen wollen. Das Thema des Buches ist denn auch sehr klar: Grenzen. Weder als Erwachsener noch als Kind will man ständig und von allen angefasst, geschweige denn geküsst werden. Oder Küsschen verteilen. Was aber tun, wenn die kindlichen Grenzen nicht akzeptiert werden? Leo greift zu humoristischen Selbsthilfe, nachdem sein „Nein!“, „Nö!“ und „Bäh“ bei den Erwachsenen einfach überhört wird.

Die Geschichte bietet einen hervorragenden Einstieg in das Thema und verpasst ihm dabei ganz nebenbei einen frechen Anstrich, mit dem auch Kinder ab drei bzw. Jahren mit Sicherheit viel anfangen können. Als Vater einer Tochter, die lange gebraucht hat, körperlicher Nähe zuzulassen, bin ich ohnehin sehr dankbar für dieses Buch. Für mein Dafürhalten ist das Ende noch ein wenig zu sanft, ist aber in sich stimmig und wie gesagt, als Einstieg in das Thema wirklich gut.

Fazit

Wichtiges Thema, frech und humorvoll umgesetzt und mit einem kreativen Ende.

Küsschen? Bäh!
Barbara Rose, Volker Fredrich
Küsschen! Bäh!
Gebundene Ausgabe: 36 Seiten
Verlag: TULIPAN VERLAG; Auflage: 1 (22. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864293669
ISBN-13: 978-3864293665
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre

 

 

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Preis: EUR 15,00

Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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