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Bilderbuch:„Die kleine Brilleneule“ + Geschichten-App von Léna Mazilu und Tatjana Kröll – Knesebeck Verlag (Hardcover)

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In der App-Geschichten-Reihe vom Knesebeck Verlag erschienen, ist „Die kleine Brilleneule“ von Léna Mazilu ein wunderschön umgesetzte Mutmachgeschichte, in die sich besonders schüchterne Kinder ab drei bis vier Jahren wirklich gut hineinversetzen können. Gemeinsam mit der Eule gehen sie hier auf eine magische Reise an das andere Ende des Waldes. Dort kommt es aber plötzlich anders, als man denkt. Und hat man das Buch dann durchgelesen, gibt es da ja noch die kostenfreie „Geschichten-App“, mit der das Buch noch einmal ganz neu zum Leben erweckt wird.

Inhalt: „Die kleine Brilleneule“ von Léna Mazilu

Die kleine Eule Mimi mag am liebsten ihr warmes Nest. Warum auch in die Ferne schweifen, wenn es zu Hause doch so schön ist? Nein, wagemutig ist sie wahrlich nicht. Eines Nachts aber findet sie plötzlich eine Brille auf dem Ast, den sie ihre Heimat nennt. Und noch bevor sie eigentlich weiß, was sie tut, setzt sie sich die Brille einfach mal auf den Schnabel.

Plötzlich ist alles ganz anders. Alles ist verschwommen und scheint auf den Kopf gestellt. Zwangsläufig erfährt sie natürlich, wem die Brille in Wirklichkeit gehört. Um den Besitzer aber zu erreichen, muss sie ihr geliebtes Zuhause verlassen – und zum anderen Ende des Waldes sich begeben. Unterwegs begegnet sie merkwürdigen Wesen, die am Baum hängen oder im Laub rascheln. Seit wann haben Igel eigentlich Fühler? Wie dem auch sei. Überall quietscht und grummelt es – und siehe da, die Welt da draußen ist gar nicht so beängstigend, sondern eigentlich ziemlich wundervoll. Als sie endlich das andere Ende des Waldes erreicht, trifft die Eule jedoch eine völlig überraschende Entscheidung…

 

Buch und die Geschichten-App: Meine Einschätzung als Vorlesepapa

Das Bilderbuch „Die kleine Brilleneule“ von Léna Mazilu erzählt im Rahmen von 11 doppelseitigen Illustrationen die Geschichte einer kleinen Eule, die über sich hinauswächst. Sie begibt sich in die Welt hinaus. Nicht, weil sie mutig sein will, sondern weil sie jemand anderem etwas wiederbringen möchte – sie will jemandem helfen. Ein schöner Weg, um mit dem Thema Mut und Angst sowie Freundschaft umzugehen, denn am Ende steckt die Erkenntnis, dass es da draußen gar nicht so schlimm ist. Ganz im Gegenteil. Zwischendurch fragt man sich natürlich, wie der Wald wohl aussehen würde, hätte die Eule die Brille gar nicht auf dem Schnabel? Oder ist das ganze nur ein Trick, um die Eule aus ihrem Zuhause zu locken? Letzteres erscheint mir immer wahrscheinlicher…

Insgesamt ist’s eine schöne Mutmach-Geschichte, mit der auch Kinder ab drei Jahren schon einiges anfangen können. Die offizielle Leseempfehlung liegt zwischen vier und sechs Jahren. Die Sätze sind jedoch klar formuliert, die Geschichte selbst macht nur wenig Schlenker, so dass jüngere Kinder, sofern ein wenig vorleseerfahren hier ebenso gut folgen können. Die Blau- und Lila-Töne passen so hervorragend zum nächtlichen Setting, verleihen der Geschichte teils sogar etwas Magisches – und sind auch sonst eine schöne Abwechslung im manchmal etwas grellen Kinderbuchregal. Ich schaue jedenfalls wirklich gerne in den Illustrationen umher.

Übrigens: Für die Übersetzung war wieder Tatjana Kröll im Einsatz, die auch schon im neuen Paddington-Abenteuer „Paddington und die verrückte Stadtrundfahrt“ stilsicher ins Deutsche übertragen hat.

„App-Geschichten“: Die kleine Brilleneule wird lebendig

Apropos Magie: Offiziell gern auch als Beschäftigungsbuch einsortiert, bleibt das Bilderbuch eben genau das, was es ist: ein Bilderbuch. Bücher als Beschäftigung. Allerdings lässt sich die kleine Brilleneule dank der „App-Geschichten“-App zu einem wahrlich magischen Buch, nennen wir es ruhig aufwerten.

Die kostenfrei erhältliche App ist für iOS und Android verfügbar und funktioniert im Grunde ähnlich wie andere App-Erweiterungen. Man hält Smartphone oder Tablet über das Buch, die App erkennt die zielsicher die aufgeschlagene Seite und spielt ihrerseits magische Waldtöne, versteckte Bilder sowie einfache Animationen ab. Im Falle der Brilleneule sind es bis zu 150 interaktive Animationen – und zwar ganz ohne WLAN oder Internet.

In unserem Test funktionierte die App einwandfrei und spielte alle Animation flüssig ab. So gibt es sogar versteckte App-Anweisungen in der Geschichte, die man aber erst dann erkennt, wenn man die App anschaut (siehe Oscar). Auch ein zusätzlicher Charakter findet sich plötzlich in den Illustrationen wieder. Mehr will ich aber nicht verraten. Mein Tipp: Unbedingt die „Nachtwald“-Seite mit der App anschauen. Hier gibt es eine Menge zu entdecken.

Natürlich schaut meine Tochter nur noch auf den Bildschirm und nicht mehr auf das Buch, sobald ich das iPad drüber halte. Das aber ist ein generelles Phänomen… Spaß macht es aber dennoch, ein Buch zur Abwechslung auch mal zu hören und bewegt zu sehen. Bei Bedarf kann man sich die Geschichte auch in der App vorlesen lassen. Diese Funktion habe ich aber aus Vorlesepapagründen nicht getestet.

Fazit

Eine wunderschön und hochwertig aufgemachte Mutmachgeschichte für Kinder ab drei Jahren. Dank der Illustrationen und der angenehm abgestimmten Farbpalette ein Hingucker im Kinderzimmerregal, der sich ganz zeitgemäß auch dank der „App-Geschichten“-App zum Leben erwecken lässt. Das erhöht die Dauer, die man mit dem Buch verbringt, gleich nochmal deutlich.

Übrigens: Dass hier die Autorin Léna Mazilu nicht nur das Buch verfasst, sondern gleichzeitig auch die passende App gestaltet hat, merkt man sofort. Beides greift ganz harmonisch ineinander.

Die kleine Brilleneule
Léna Mazilu, Tatjana Kröll
Gebundene Ausgabe: 22 Seiten
Verlag: Knesebeck (21. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 395728080X
ISBN-13: 978-3957280800
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 1,5 x 23,6 cm


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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  1. Sari

    19 Oktober

    Die Illustrationen sind wirklich wunder – wunderschön. Vor allem die Farben.

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