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Erstlesebuch „Löwenväter singen nicht“ von Martin Baltscheit – Beltz & Gelberg

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„Löwenväter singen nicht“ ist nach „Löwenherzen weinen nicht“ nun schon die zweite Geschichte aus der Löwen-Reihe von Martin Baltscheit. Die Kombination aus Bilderbuch, Vorlesegeschichte und Erstlesebuch machte mich neugierig. Und stimmt das denn wirklich? Singen Löwenväter wirklich nicht? Sind Löwen überhaupt gute Väter? Nun ja, irgendwie ja und irgendwie nein. Ich hab da mal was vorbereitet, ne!

Synopsis: Löwenväter singen nicht

Löwenvater Diogenes ist begeisterter Leser, muss aber noch viel üben. Das Wort Vater macht ihm derzeit besonders zu schaffen. Als die Löwenmutter beschließt, sich selbst etwas Gutes zu tun und einfach mal übers Wochenende bei ihrer Schwester zu entspannen, steht der Löwenvater plötzlich in der Pflicht. Löwen stehen ja nun nicht gerade im Ruf, die besten Väter zu sein – um das mal vorsichtig zu formulieren.

Und so passiert genau das, mit dem man schon zum Einstieg rechnen musste. So ganz weiß der Löwenvater nicht, was er mit den drei Äffchen in seiner Obhut nun eigentlich anfangen soll? Auch das, was der Löwenvater ihnen als Mittagessen vorsetzt, weiß nicht so recht zu überzeugen. Höhepunkt ist der Moment, als Diogenes vor die Aufgabe gestellt wird, die drei Äffchen in den Mittagsschlaf zu begleiten. Geschichten erzählen? Das endet in einem Albtraum. Vorsingen? Löwenväter singen doch nicht, oder? Irgendwann kommt Diogenes dann aber doch drauf, was er am besten kann – und die Äffchen und er kommen endlich zur Ruhe.

Einschätzung als Vorlesepapa

Martin Baltscheit schrammt mit seiner Löwengeschichte für Erstleser immer wieder knapp am Klischee des „idiot dad“ vorbei, überschreitet diese Grenze dann aber ein ums andere Mal aber doch („Welche Äffchen?“). Der eigene Vater als Babysitter? Eine Gruselgeschichte zum Einschlafen? Nun ja. Selbstverständlich sollte ein Vater besser mit seinen Kindern umzugehen wissen, als es der Löwe mit seinen Affenkindern tut.

Löst man sich von diesen recht offensichtlichen Punkten und schaut noch einmal mit Kinderaugen auf „Löwenväter singen nicht“, so stelle ich fest: Das ist genau die Art ironischen Humors, den meine Tochter ganz gerne mag. Es ist eine Quatschgeschichte, über die man sich gemeinsam mit ihr lustig machen kann. Eben weil es so klischeehaft überzeichnet ist. Eben weil es auch in unserem Fall überhaupt nicht der Wahrheit entspricht.

Am Ende hätte ich mir indes gewünscht, dass der Löwe aus diesem Tag etwas gelernt hätte. Oder auch, dass die Beziehung zwischen ihm und den drei Äffchen stärker geworden wäre, dass er künftig mehr Zeit mit ihnen verbringen möchte. So habe ich als Erwachsener das Gefühl, dass beim nächsten „Papa-Tag“ alles wieder von vorne losgeht.

Übrigens: Für Selbstleser gibt es am Ende des Buches noch einmal eine kleine Auflistung jener Worte, die im Text vorkommen und vielleicht noch nicht ganz klar sind. Eine schöne Idee.

Fazit

Das Kinderbuch richtet sich an Erstleser zwischen sechs und acht Jahren und eignet sich zudem auch als Vorlesegeschichte für Kinder ab vier bis fünf Jahren. Ein Porträt diverser Väterklischees auf 24 Doppelseiten, die zumindest in unserem Fall genau deswegen unterhaltsam sind, weil sie nicht der Wahrheit entsprechen bzw. überspitzt sind. Sorry, Dads. Die quirligen Illustrationen runden das Leseerlebnis ab und hinterlassen die Hoffnung, dass der Löwenvater es beim nächsten Lesen bestimmt besser macht.

„Löwenväter singen nicht“ von Martin Baltscheit ist bei Beltz & Gelberg erschienen und kann im stationären, wie virtuellen Handel käuflich erworben werden.


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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