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Gedanken und Skizzen: Alleinerziehend im Sommer, Teil 3 – Sommerherbst-Epilog

Das Jahr neigt sich langsam schon dem Ende entgegen. Noch aber habe ich Schwierigkeiten damit, es abschließend zu betrachten. Denke ich an das Jahr 2018, sehe ich viele Situationen und Momente, die Kraft gekostet haben, die falsch waren, die vieles in mir auch verändert haben. Und das nicht immer zum Guten. Es wird wohl also noch ein wenig dauern, bis ich weiß, was 2018 wirklich bedeutet hat. Wieviel Kraft es gekostet hat und ob ich am Ende wirklich wieder genau da stehe, wo ich schon zu Anfang stand. In der Zwischenzeit möchte ich die Fragmente, die Tagebucheinträge von Instagram auf den Blog holen. Als kleine Reminiszenz. An die Worte. An das Gute und natürlich an den Sommer, Teil 3.

Skizzen: Alleinerziehend im Sommer, Teil 3 – Sommerherbst-Epilog

3. Oktober 2018
Ich fahre von Ost-Berlin nach West-Berlin – und beides gibt es längst nicht mehr. Die Gedanken und Fragen, die ich heute habe. Die könnte ich ohne diesen Tag vor 28 Jahren gar nicht haben. Niemals würde ich heute darüber nachdenken, nach Brandenburg zu ziehen. Niemals würde ich mir wünschen, genau jetzt dort zu sein. Konkrete Erinnerungen an diesen Tag habe ich indes keine. Ich erinnere mich stattdessen an das erste Silvester danach. Meine Oma trank Sekt aus einem Champagnerglas. Feierlich in Pose und doch hatte sie dabei stets und überall ein schlimmes Wort für „die Zone“ übrig. Ihre Heimatstadt Magdeburg, fast ihre gesamte Familie war immerhin dort. Wie das aber zusammenpasste, das habe ich nie verstanden. Vieles von dem, was die Erwachsenen an diesem Abend sahen und sagten, blieb mir verschlossen. Aber dieses eine Bild, meine Oma mit dem Champagnerglas in der Hand, ja, das wird mir immer in Erinnerung bleiben.

4. Oktober 2018
Wenn das Wasser ruhiger wird, ist es Zeit zu gehen. Mit wenig Gepäck, ich reise leicht. Wenn die Ruhe nicht mehr bleiben kann, weil ich manchmal dieses Tosen brauche. Ich halte es fest, ich lasse es los. Und wenn es mich erdrückt, halte ich es nah. Wenn das Wasser ruhiger wird, verabschiede ich mich. Mit leichtem Gepäck, ist reise leicht. Doch, wenn Du mich heute fragst, ich möcht‘ noch länger bleiben. Hier unten am Flakensee, nur bis die Sonne untergeht. Bis das Licht gegangen ist, bis deine Ruhe mich berührt.

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Wenn das Wasser ruhiger wird, ist es Zeit zu gehen. Mit wenig Gepäck, ich reise leicht. Wenn die Ruhe nicht mehr bleiben kann, weil ich manchmal dieses Tosen brauche. Ich halte es fest, ich lasse es los. Und wenn es mich erdrückt, halte ich es nah. Wenn das Wasser ruhiger wird, verabschiede ich mich. Mit leichtem Gepäck, ist reise leicht. Doch, wenn Du mich heute fragst, ich möcht' noch länger bleiben. Hier unten am Flakensee, nur bis die Sonne untergeht. Bis das Licht gegangen ist, bis deine Ruhe mich berührt. _______________________________ #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #lebenmitkind #alleinerziehend #alleinerziehenderpapa #alleinerziehendervater #papatochter #instadad #dadstyle #dadlife #lifeofdad #brandenburg #igersberlin #igersgermany #flakensee #woltersdorf #liebedeinestadt #visitbrandenburg #sunset #bodiesofwater #takemetothelakes #chasinglight

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14. Oktober 2018
Seine Schönheit von so berührender Härte. Seine Ruhe so unmittelbar und auch deswegen so brutal. Ja, das ist er wohl, dieser Pathos, der einen ergreift, wenn man auf das weite Meer hinaus starrt. Ich atme mit den Wellen, lasse sie kommen und lasse sie wieder gehen, zähle bis acht und zähle bis vier und schaue weiter auf das Meer. Antworten weiß es keine und ich stelle auch keine Fragen mehr. Ich frage auch nicht nach Wundern. Zumindest nicht jetzt, zumindest nicht hier, solange mir die Sonne über meine Schultern lacht.

20. Oktober 2018
Sofern meine Tochter mich eines gelehrt hat, dann, dass es völlig in Ordnung ist, mit sich selbst und seinen Gefühlen im Reinen, mit ihnen radikal und direkt verbunden zu sein. Weil es menschlich ist und Teil dessen, was uns und sie und mich ausmacht. Und dann herrscht im Leben dieser rasende Stillstand. Wenn alle Schritte gleichzeitig getan werden sollten, aber nichts und niemand sich zu rühren scheint. Dieses bewegungslose Jetzt, man selbst erstarrt und doch weitermachen muss. Und endlich auch weitermachen will. Mit dieser Lust auf frische Wege, auf all das Neue links und rechts. Und dann reicht ein kurzer Anruf, ein kurzes Gespräch und ich spüre wieder Fahrtwind. Und plötzlich sind sie alle wieder ganz da, ganz nah, all die Gefühle. Für eine Weile habe ich sie von mir weggeschoben, anstatt auch ihnen einfach nah zu sein. Anstatt sie auch dann als Stärke zu sehen, wenn gerade alles rast und still steht.

28. Oktober 2018
Aber bei mir ist das so: manchmal bin ich ganz bei mir, manchmal nicht. Manchmal brauche ich Ruhe, muss ganz dringend mit mir allein sein, um mich wiederzufinden. Manchmal kann ich das nur inmitten von Menschen und ihrem Lärm. Manchmal ist es ohrenbetäubende Musik, die mich beruhigt und manchmal macht sie alles nur noch viel, viel schlimmer. Manchmal hilft mir dann wirklich nur noch die Ruhe im Wald, manchmal ist es das Rauschen am Meer. Und manchmal sind es die Momente am See. Und ich vergesse manchmal, wohin ich eigentlich gehöre und was das überhaupt bedeutet. Für einen Moment, für eine Stunde, für einen Tag. War es die Stadt, die mich so oft nicht ruhen ließ oder waren es ihre Straßen? War es die die Stille, die mir fehlte oder wusste ich längst, was es war? Und zwar lange schon bevor ich dies überhaupt so klar formulieren konnte? Die Antwort auf all die Fragen lautete immer schon: Ja. Ich gehöre auf die Straßen dieser Stadt und zwar genauso wie ich die Stille dort draußen manchmal brauche. Ein Platz, an dem ich sein kann. Und wie es scheint, wird mir dieser Platz und der Anblick dieses Sees noch ein Weilchen länger erhalten bleiben. Ich ziehe um und werde bittere Tränen deswegen weinen. Ich ziehe um und bleibe dort, wo ich schon lange fast zu Hause bin. Und mit dieser Erkenntnis geht es in die neue Woche und ich bin schon sehr gespannt. Habt einen schönen Sonntag. Trotz Regen vielleicht.

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Seine Schönheit von so berührender Härte. Seine Ruhe so unmittelbar und auch deswegen so brutal. Ja, das ist er wohl, dieser Pathos, der einen ergreift, wenn man auf das weite Meer hinaus starrt. Ich atme mit den Wellen, lasse sie kommen und lasse sie wieder gehen, zähle bis acht und zähle bis vier und schaue weiter auf das Meer. Antworten weiß es keine und ich stelle auch keine Fragen mehr. Ich frage auch nicht nach Wundern. Zumindest nicht jetzt, zumindest nicht hier, solange mir die Sonne über meine Schultern lacht. Und ihr? Kommt gut aus der Woche, ja. _______________________________ #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #alltagmitkindern #lebenmitkind #alleinerziehend #alleinerziehenderpapa #alleinerziehendervater #papatochter #instadad #dadstyle #dadlife #lifeofdad #instame #lifeisbetteratthebeach #vitaminsea #aufnachmv #zinnowitz #ostseeliebe #balticsea #chasinglight #sunset #mothernature #usedom

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1. November 208
Here is to new mornings, new beginnings and to old stories. So oder so ähnlich. Der Vorteil, wenn man nicht mehr im Erdgeschoss bzw. im ersten Obergeschoss wohnt, ist ja die Erkenntnis: Berlin hat einen Himmel. Da gibt es einen Himmel über Berlin. Er ist keine Käseglocke, sondern alles, was ich brauche, um manchmal durchzuatmen. Ich zähle die Sekunden, die Momente, meine Erinnerungen. Ich atme aus und grüß‘ „Hallo“. Morgens am Küchenfenster. Mittags im Home Office. Abends mit dem Blick über die Gartenkolonie. Here is to new mornings und zu kommenden Tagen, die meiner Tochter Heimat formen und mir vielleicht Zuhause werden. Weil Zuhause trotz allem noch immer etwas ist, was ich nach all den Sommertage und Jahre nie wirklich ganz verstanden habe.

6. November 2018
Die alten Geschichten entsorgt, ihre Fehler an der Straßenecke abgestellt. Damit sie niemand mehr tragen muss, weil sie niemand mehr tragen will. Weil man das Vergangene nicht einfach verbrennen kann und es doch manchmal hergeben muss.

8. November 2018
Vor mir liegen letzte Nächte. Die letzte Nacht im alten Bett, die letzte Nacht im alten Leben. Und was neu ist, ist vielleicht schon bei mir, ich bin bereit. Nur noch einmal schlafen, einmal nur die Augen öffnen. Zwischen Kündigung der Wohnung und Umzug liegen kaum zwei Wochen und vielleicht werde ich am Ende des Jahres erst merken, wie sehr dieses Jahr alles verändert hat. Wieviel Kraft es tatsächlich gekostet hat und wie sehr es sich trotz aller Anläufe gelohnt hat. In alle Richtungen.

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So viele gute Dinge sind in den letzten Tagen passiert. Und ich glaube daran, dass noch mehr gute Dinge passieren werden. Nicht, weil mir die Dinge einfach so in den Schoß fallen. Ganz im Gegenteil, ich tue viel dafür und bin viel unterwegs – und freue mich gerade auch deswegen umso mehr. Es tut auch einfach mal gut und macht leicht. Und doch mischt sich in diese Freude immer wieder auch ein Moment der Stille. Das schlechte Gewissen flüstert leise. Naja, mach' ich die Musik eben ein wenig lauter, dreh' mich zur Sonne und singe mit. Ich mag nicht still sein. Falls Sie also einen Typen sehen, der ziemlich schief mal laut, mal leise mitsingt, winken Sie mir doch einfach mal. <3 _______________________________ #berlin #urban #stadtnatur #igersberlin #igersgermany #ig_berlin #autum #herbst #fallenleaves #chasinglight #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #alltagmitkindern #berlinmitkind #lebenmitkind #alleinerziehend #alleinerziehenderpapa #alleinerziehendervater #instadad #dadstyle #dadlife #lifeofdad

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18. November 2018
Über mir die Tauben und über ihnen Mond schon bald. Ruhe über den Dächern, ein Leuchten auf der Stadt. Die letzten Wolken jagen ihre Bände gen Horizont, dann nimmt der Mond ihren Platz. Und alles, was hinter ihm und hinter mir liegt, es scheint ganz unmittelbar. Ich klopfe es mir aus den Knochen, schlüpfe aus dem Tag, nur um ihn morgen früh gleich wieder anzuziehen. Die Tauben schwärmen aus, wenn das erste Licht sie lässt. Und ich, nur ich werde noch warten, auf die Sonne, das Gestern und diesen einen neuen Morgen.

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Über mir die Tauben und über ihnen Mond schon bald. Ruhe über den Dächern, ein Leuchten auf der Stadt. Die letzten Wolken jagen ihre Bände gen Horizont, dann nimmt der Mond ihren Platz. Und alles, was hinter ihm und hinter mir liegt, es scheint ganz unmittelbar. Ich klopfe es mir aus den Knochen, schlüpfe aus dem Tag, nur um ihn morgen früh gleich wieder anzuziehen. Die Tauben schwärmen aus, wenn das erste Licht sie lässt. Und ich, nur ich werde noch warten, auf die Sonne, das Gestern und diesen einen neuen Morgen. _______________________________ #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #lebenmitkind #alleinerziehend #dadlife #lifeofdad #berlin #urban #stadtnatur #igersberlin #igersgermany #ig_berlin #berlinliebe #liebedeinestadt #beberlin #visitberlin #chasinglight #sunset #skyporn #lastlight #mothernature

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Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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