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FreitagsLieblinge im Februar, Klappe die 2.

FreitagsLieblinge im Februar, Klappe die 2.

Nachdem sie in der letzten Woche ja bereits Premiere feiern durften, kehren die FreitagsLieblinge in dieser Woche überraschend auf dem gleichen Sendeplatz zurück und wagen wageutig den Versuch eines gekonnten Serienstarts. Wie so eine echte JJ Abrams TV-Serie, nur weniger LOST. Viel Spaß mit Lieblingsmomenten mit und ohne Kind, einem entlaufenen Kampfhund-Mischling ohne Maulkorb und die eindringliche Erkenntnis, dass Essen ja irgendwie auch heills überbewertet ist, oder?

FreitagsLieblinge im Februar, Teil 2

Lieblingsmoment mit Kind

Vor einiger Zeit habe ich mal etwas darüber geschrieben, wie überbewertet die Pfütze eigentlich ist. Und doch hat sie uns in den letzten Tagen das Leben doch sehr unterhaltsam und vor allem sehr einfach gemacht. Für gewöhnlich eher lauffaul, kann meine Tochter es dank des schlechten Wetter derzeit kaum abwarten, selbst nach der Kita nach Hause zu laufen. Von Pfütze zu Pfütze. Mal tief, mal matschig und immer mit einem großen Platsch.

Interessantester Lieblingsmoment für mich

Achtung, lange Story.

In Erwartung eines romantischen Dates mit der Freundin – im Home Office. Auf der Straße sehe ich einen Doberman-Schäferhund-Mischlung, der sehr verloren scheint. Hunden sieht man sehr schnell an, wenn sie verloren sind. Das haben sie mit ihren zweibeinigen Haltern gemein. Mir kommt das jedenfalls ungewöhnlich vor. Ich schnappe meine Sommerschuhe und verlasse das Haus. Wenn ich den Hund tatsächlich nochmal sehen sollte, folge ich ihm, so der Plan. Und tatsächlich. Ich finde ihn, also sie, Malo, mit dem Kopf in einer Tüte. Ich rufe die Nummer auf dem Halsband an, dann warte ich mit dem Kampfhund – ohne Maulkorb, ohne Leine. Ein Angsthund, den ich lieber nicht reizen will. Wer Angst hat, tendiert dazu, völlig unvorhergesehene Dinge zu tun. Der hört auch nicht auf gut gemeinte Ratschläge. Alles eher keine so gute Idee an einer viel befahrenen Straße. Gerade in dem Moment, als der Besitzer einfährt, läuft der Hund los. Ohne nach links oder rechts zu schauen. Er läuft in Richtung Park, überquert mehrere Straßen. Ich hinterher. Dann verliert sich seine Spur. Kurz darauf der Anruf der Halterin, derer die Hündin abhanden gekommen ist. Malo sei ihr direkt in die Arme gelaufen.

Atemlos kehre ich heim. Muskelkater, Atemnot wie ein Kleinkind in der Quetschbeutelabteilung, aber wenigstens hatte der Hund heute ein super Abenteuer. Dennoch ein Lieblingsmoment. Und sei es auch nur wegen der absurden Situation.

Lieblingsessen der Woche, oder so ähnlich

Wissen Sie, das Thema Essen ist mir eigentlich gar nicht so wichtig. Aus mir wird niemals ein Foodie. So wie ich früher kein Tennis gespielt habe, brauche ich heute auch keine ach so tollen Jamie Oliver Kochbücher.

Deswegen heute: Physalis. Ganz klassisch, ganz herkömmlich. Eine kräftige Portion Sauer mit ein bißchen Süß. Entweder als Schokokuchen mit Physalis-Creme so wie gestern in der Kita (leider nicht im Bild festgehalten) oder eben in ihrer natürlichen Form als eingepacktes Südfrüchtchen. Gibt es eigentlich Menschen, die statt Physalis Kapstachelbeere sagen? Oder Judenkirsche? Verrückt, oder?

Definitiv mein Kinder-Lieblingsbuch der Woche

Meine Omi, die Worte und ich. Dieses Buch liegt schon seit einigen Tagen auf meinem Stapel. Wunderschön illustriert, intelligent und kindgerecht getextet. Meine Tochter hat es noch nicht zu Gesicht bekommen. Nicht, weil ich es nicht möchte, sondern weil sie derzeit mindestens zwei andere Bücher für sich entdeckt hat und sie mit ihren bald drei Jahren vielleicht mal einen Gang runterschalten sollte, was den Buchkonsum angeht. Ein langer Satz, von dem ich auch nicht gedacht hätte, dass ich ihn mal schreiben würde.

Inspiration bzw. Gedanke der Woche

Weniger Inspiration, als denn ein Gedanke, die mich dieser Woche etwas länger beschäftigt hat als sonst. Der Gedanke, kein festes Zuhause zu haben – und dies nicht als Problem zu betrachten. Ich selbst bin ja auch mehr als 25mal umgezogen, doch als es darum ging, sich langsam auf das Vatersein vorzubereiten, war mir die Idee, ein festes Zuhause zu bieten, plötzlich und aus wahrscheinlich völlig irrationalen Grunden äußerst wichtig. Heute, drei Jahre später, ist mir dieser Gedanke irgendwie gar nicht mehr so präsent. Ich könnte mir vorstellen, Sack und Pack auf die Leine zu hängen, diese einzupacken und einfach irgendwo anders wieder aufzuspannen. Ich denke, meine Tochter würde das gut verkraften – es würde ihr mit Sicherheit sogar gefallen. Naja, beim nächsten Kind dann vielleicht, ne. Äh, was?

Mehr FreitagsLieblinge gibt es wie immer im westlichen Ostberlin bei der BerlinMitteMom. Klickt mal rein!


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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