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Kindersicherheit im Auto: Eigentlich ganz einfach ...

Kindersicherheit im Auto: Eigentlich ganz einfach – nicht nur in Schweden

Kindersicherheit

Es gibt so Themen, die sind so elementar wichtig und doch versteht man selten mehr als einen Bruchteil davon. Kindersicherheit im Auto ist zum Beispiel so eines. Kindersitze. Als ich kürzlich in Dresden weilte, ging es nicht nur um die Präsentation einer neuen Volvo XC60-Generation, sondern auch um das, was Dr. Lotta Jakobsson, Vorsitzende der EU-Arbeitsgruppe „ISOFIX zu sagen hatte.

Kindersicherheit, das geht doch eigentlich ganz einfach, oder? Im Familienbett gibt’s das Gitter, im Buggy wird es zurechtgeschnallt und auf dem Laufrad bekommt das Kind einen blinkenden Helm aufgesetzt. So oder so ähnlich jedenfalls. Im Auto hingegen wird das Thema Sicherheit dann aber doch ein klein wenig umfangreicher, denn immerhin erfordert jedes Lebensalter ein entsprechendes Sicherungssystem. Und doch, das habe ich jetzt gelernt, ist es doch eigentlich ganz einfach. Zumindest dann, wenn man ein Kind hat, was sich an die Spielregel hält und die lautet: Rückwärtsfahren. Rückwärtsfahren ist super – und vor allem besonders sicher.

So sah einer der ersten Kindersitze aus. Kaum vorstellbar, oder?

Kindersicherheit im Auto – nicht nur bei Volvo

Als vor rund zwei Wochen nämlich der schwedische Autohersteller Volvo die neue Generation des Premium-SUV XC60 präsentierte, sollte es denn auch gar nicht so sehr um die Vorzüge des Familienautos gehen, sondern viel mehr um die Familie selbst – deren Sicherheit genau genommen. Dass Volvo gemeinsam mit Britax-Römer neue Kindersitze entwickelt hat, sollte ich erst später erfahren.

„Der Kindersitz hat die Aufgabe, die bei einem Unfall entstehenden Kräfte bestmöglich auf die stärksten Körperteile des Kindes zu verteilen“, erläutert Frau Dr. Lotta Jakobsson, ihres Zeichens Lehrbeauftragte für Fahrzeugsicherheit, TU Chalmers und Vorsitzende der Arbeitsgruppe ISOFIX. „Babys und kleine Kinder sollten daher so lange wie möglich – mindestens bis zu einem Alter von vier Jahren – rückwärts gerichtet transportiert werden.“

Rückwärtsfahren reduziert also das Risiko bei den meisten Unfallarten enorm – und das bis zum vierten Lebensjahr. Ein Vergleich schwedischer und deutscher Unfallstatistiken spricht hier übrigens Bände.

Auch wenn hier ein Balken zu fehlen scheint, für Deutschland ist’s eindeutig!

In jeder Altersklasse bis zum vierten Lebensjahr kamen in Deutschland mehr Kinder bei Autounfällen ums Leben als in Schweden (auch wenn dort ein Balken zu fehlen scheint). Besonders in der Altersklasse der Einjährigen steigt die Zahl in Deutschland sichtbar an. Das ist wohl auch genau jenes Alter, ab welchem viele Eltern von der Babyschale zum Kindersitz wechseln. Zu früh, wie die Statistik nahelegt.

Frau Dr. Jakobsson sagt auch, also mal ganz frei und sinngemäß: Sobald das Kind 150 Zentimeter groß ist, gilt es im Auto als erwachsen. Es darf zwar noch nicht ans Steuer und Alkohol kaufen wird sicherlich auch schwierig, aber immerhin darf es sich nun anschnallen wie die großen – und zwar in Schweden wie auch in Deutschland. Bis dahin gilt entweder Kindersitz oder Sitzerhöhung. Bei manchen Volvo-Automodellen sind diese Sitzerhöhungen übrigens sogar bereits integriert. Das ist dann nochmal extracool für die Kleinen. Und bequem.

Doch nicht nur die Größe des Kindes, sondern auch Entwicklung der Hüfte sowie die spezifische Gurtgeometrie des Fahrzeugs sind entscheidend. Auch ältere Kinder können von einer Sitzerhöhung profitieren. Es kommt dabei auch auf den richtigen Verlauf des Beckengurtes an. Übrigens: In Deutschland müssen Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres und bis zu einer Körpergröße von 150 Zentimetern in geeigneten Rückhaltesystemen im Auto befördert werden.

Unsere Testfahrt ins Grüne: Volvo  XC60 Premium-SUV. (Ja, die horizontale ist leicht schräg, nennen wir es einfach Action-Shot)

Fazit

Es ist beruhigend zu sehen, dass sich Autohersteller auch mit Hinblick auf Kindersicherheit weitergehende Gedanken machen und sich nicht nur auf das Know-How der Kindersitzhersteller verlassen. Stiftung Warentest beweist ja jedes Jahr auf’s Neue, dass in der Hinsicht nicht immer alles Gold ist was glänzt. Meine Tochter steht mit ihren dreieinhalb Jahren mittlerweile selbst auch an der Schwelle zu einem neuen Kindersitz. Das Thema wird uns und übrigens auch euch auf dem Blog in Zukunft wohl noch erhalten bleiben. Nach dem Besuch in Dresden, dem Event rund um das Thema Kindersicherheit sowie der Testfahrt mit dem Volvo XC60 fühle ich mich jedenfalls ein stückweit informierter.

Und wer jetzt denkt, dass es doch ohnehin ganz gleich ist, wie man Kinder ins Auto setzt. Hier noch ein bekanntes Video, auf dem die Unterschiede zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahren bei Kindersitzen im Falle eines Frontalcrashes noch einmal deutlich werden – ohne Ton, nur Bewegtbild:


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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