Alle Artikel in: Väter in den Medien

Meine Kommentare zu dem, wie Väter aktuell medial dargestellt werden.

„Vater sein braucht Zeit“ – Veränderung noch viel mehr!

Unter diesem Titel treffen sich Männer und unter ihnen auch einige Frauen. Viele von ihnen sind Väter. Und Mütter. Gut also, dass die Fachveranstaltung im Spreespeicher am Montagvormittag statt findet, denn dann sind die lieben Kleinen ja in Schule oder Kita gut untergebracht. Als derjenige, über dessen Rechte die Anwesenden am liebsten plaudieren, als Vater nämlich, muss ich gestehen: Weder als Selbständiger, noch als Vater fühle ich mich hier gut aufgehoben. Ganz im Gegenteil. Manche Äußerung ist der beste Beweis dafür, dass sich nicht nur in den Unternehmen, sondern ganz besonders in väterlichen Köpfen noch viel ändern muss.

Vereinbarkeit trotz Väter, oder: Der ’15 Minuten Vater‘

„Ich arbeite mindestens 40 Stunden pro Woche. Im Krankheitsfall können es sogar noch mehr werden!“ Was wie ein ganz alltäglicher Büro-Talk unter ganz normalen Superpapas klingt, bin in Wirklichkeit nur ich selbst. Mehr als 40 Stunden pro Woche verbringe ich nämlich mit meiner Tochter. Keine Zeit für einen Vollzeitjob. Der aktuelle, mediale Trend zum guten, sogenannten „15 Minuten“-Bürovater befremden mich – doch die Statistik gibt ihm vielleicht recht.

nano Spezial: 3SAT sucht den „Super-Papa“

3Sat sucht den „Super-Papa“ Dieses Mal war es an dem Schweizer Medienformat „nano“, den ominösen, modernen Vater zu finden und ihn zu charakterisieren. Während die Vorschau noch unerträglich daher kommt („Wann ist der Mann ein Mann?“), glänzt der erste Teil der Reportage durch fehlende Quellenangaben und gefährliche Belanglosigkeiten („Sind schlechte Väter einfach Opfer ihrer Hormone?“). Erst im letzten Drittel nimmt das Ganze fahrt auf. Nur das mit dem maternal gatekeeping, das hätte reflektierter anstellen können. Und auch sonst fremdel ich mal wieder mit der schweizerischen Art der Präsentation! Eine launische Medienbetrachtung. Das nano Spezial „Super-Papa“ Wir starten in das Thema Vaterschaft in Deutschland mit einer Rückschau auf den eigenen Vater, also den klassischen Ernährer, der tagsüber eher durch häusliche Abwesenheit glänzte. Es folgt u.a. ein buntes Sammelsurium an Zahlen und Fakten, deren Quellen aber nicht weiter genannt werden („laut einer deutschen Umfrage“). Schade eigentlich. Immerhin decken sie sich so ganz entfernt mit den Zahlen, die mir von Destatis und den jüngsten Väterstudien aus eigener Anschauung bekannt sind. Der Super-Papa und die Teilzeit-Statistik Interessant wie niederschmetternd …

„Väter – die neuen Helden“? Nicht schon wieder!

Am Montag lief in der WDR-Reihe „Hier und heute“ der erste Teil der Reportage „Väter – die neuen Helden“. Zwei Väter in spe sowie drei weitere Väter bewegen sich in ihrem natürlichen Habitat und zeichnen das Bild eines modernen Vaters. So weit die story line. Im Bezug auf so genannte „väterbewusste“ Personalpolitik teilweise vielleicht etwas zu unkritisch, vermittelt das Gezeigte doch ein hohes Maß an Authentizität. Eine Frage kann mir die Männerrunde aber dennoch nicht beantworten: warum müssen Väter immer und immer Helden sein? Das nervt!

Sind Väter die besseren Mütter? – Ein Spiegel-Fail

Die Titelgeschichte der aktuellen Spiegel-Ausgabe lässt aufhorchen: „Sind Väter die besseren Mütter?“ Allein, wer sollte diese Frage vernünftig beantworten? Für den Großteil der Väter, so jedenfalls meine Beobachtung, ist diese Frage gänzlich irrelevant, denn: sie leben ohnehin das Ernährermodell. Der kleinere Teil der Väter, den man manchmal auch ganz gern als „modern“ beschreibt, hat für diese Frage mindestens ebenso wenig Verständnis. Ich möchte aber kritisch anmerken: im Gegensatz zu den sogenannten modernen Vätern existiert so etwas wie in der Titelgeschichte angeführte ‚maternal gatekeeping‘ scheinbar tatsächlich. Das ändert an der väterlichen Selbstherrlichkeit natürlich gar nichts.

Der BR fragte: „Stressgeplagt – Was ist mit den Müttern los?“

Eine 47jährige Mutter von 10 Kindern, die als Hausfrau stoisch den Familienalltag organisiert. Eine Karrierefrau, die gleich ihrem Manne Vollzeit arbeitet und selbst abends kaum Zeit für die Kinder findet. Und beide stets glücklich und zufrieden dabei. So stellen sich Vivian Perkovic und der Bayerische Rundfunk in der Reihe „Jetzt mal ehrlich“ das Muttersein 2015 vor. Nur manchmal stört eine teilzeitarbeitende Alleinerziehende, die aufgrund eines Erschöpfungssyndroms in Mutter-Kind-Kur geht das toughe Mutterbild Bayerns. Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf steckt im Thema Muttersein wie das Gewitter in der Wolke. Der Bayerische Rundfunk und Vivian Perkovic ahnen von alledem nur allzu wenig und stigmatisieren stattdessen lieber jene Mütter, die wirklich unter deutscher Familienpolitik zu leiden haben. Überraschung?

„Was Väter glücklich macht“ – Die Väterstudie, ein Kommentar

Care.com und Väter gGmbH haben anlässlich des internationalen Vatertags eine neue Auflage der Väterstudie in Auftrag gegeben. Diesjähriges Thema:“Was Väter glücklich macht“. Die Studie beweist, dass man sich mit Kindern insgesamt glücklicher fühle. Mein Thymiantee gebeuteltes Ich liest dieses allzu positive Ergebnis kritisch. Das liegt keinesfalls an der Studie selbst, sondern an den von ihr befragten Vätern.

TV – planet wissen: „Wie erziehe ich mein Kind?“

Es ist spät, das Kind schläft und ich möchte nur noch zappen. An einem Tisch mit aufgestapelten Erziehungsratgebern stehen drei Menschen und unterhalten sich. Der Sender, der mir dieses leicht verwaschene Bild zusendet heißt ARD-alpha und das Format planet wissen. Das Thema hinter dem Ratgeberstapel lautet dann auch passend „Wie erziehe ich mein Kind?“ Von Beginn an scheinen sich alle drei Redner einig: Als Eltern muss man nicht unbedingt perfekt sein.