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Hier, KlangDings: Die schräge Musik-App für Kinder

Hier, Dings. Das benachbarte Entwicklerstudio doDings hat aus Anlass der weihnachtlichen Feiersaison seiner KlangDings-Musik-App ein Update spendiert. Als aufmerksamer Nachbar und Spieler also genau der richtige Anlass, um mir den musikalischen App-Spielplatz mal genauer anzuschauen. Moment mal: Eine Klang-App für Kinder ab zwei Jahren? Sollte man da nicht besser auf Ohrenstöpsel setzen? Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Nein. Kreativ umgesetzt, liebevoll gestaltet und der erstaunlich genaue Humor meiner Tochter. Ja gut, aber wo liegt der Haken?

KlangDings: Musik- und Klang-App

Genau genommen handelt es sich beim klangvollen Spielplatz um ein Haus mit vier Etagen. Auf jeder gibt es einen anderen Raum mit anderen Tieren, Charakteren sowie Klängen und Melodien zu entdecken. Gespielt wird, indem man einfach auf das Objekt der Wahl „klickt“ – und schaut bzw. hört, was passiert.

Es gibt keinen Pfad, dem man folgen muss und auch keine vorgegebene Reihenfolge. Man spielt einfach drauf los. Manche Tiere machen Geräusche, andere singen und immer gibt es eine handgestaltete Animation zu bewundern. Steht einem der Sinn nach neuem Klangfutter, streicht man entweder nach oben oder unten und gelangt so in den nächsten Raum – und das Spiel beginnt von vorn.

Nach und nach lernt man ein ganzes Haus samt seiner Bewohner kennen. Die Spinne mit Tarzan-Trauma, das Krokodil in der Schublade oder auch das leicht verstrahlte Eulen-Tier. An dieser Stelle will ich natürlich nicht zu viel verraten! Fantasievoll, schräg und vor allem kindgerecht. Geheimtipp: Schaut mal in den Kühlschrank!

Mein Eindruck als Papa einer Zweijährigen

Was mir persönlich als Vater mit Tinnitus-Hintergrund am besten gefällt: der perfekt in das Spiel integrierte Reset-Button. Drückt man ihn, verstummt die gesamte Szene augenblicklich. Na gut, Scherz beiseite. Der Button dient vornehmlich dem „ruhigen Neustart“. Was mir hingegen ganz ehrlich gut gefällt: die Musik. Je weiter man durch die Etagen klickt, gibt es immer mehr Elemente, die ihrerseits nicht bloß klingen, sondern ganz veritabel Musik machen. Eigens für die App komponiert klingt es denn auch schön erfrischend.

Erwachsene würden es „Casual game“ nennen. Ein Spiel für Zwischendurch. Als Elternteil kann man also selbst entscheiden, an welcher Stelle man mit dem Kind wieder etwas anderes machen möchte. KlangDings möchte meine Tochter und mich unterhalten. Kein höherveranlagtes Lernziel, keine subtilen Nebenmissionen. Spielerisch einfach die Klangwelten und ihre schrägen Bewohner entdecken. Realistisch, aber immer mit einem Schuss Ironie. Genau das Richtige für meine Tochter. Mit ihren zweieinhalb Jahren hat sie bereits ganz großen Spaß am Verulken. Ich weiß nicht, wie man das sonst nennen sollte? Ein Beispiel: In der KlangDings-App gibt es eine Fledermaus. Manchmal trägt sie ein Schafspelz. Das ist genau der Humor meiner Tochter. „Da, Papa, Ledermaus hat Schaf…. neiiiin! Das ist quatschiquatsch, Papa!“

Besonders gelungen: der perfekt in das Spiel integrierte, rote Reset-Button. Er ist das einzige Steuerungselement – und fast unsichtbar. Das bedeutet, keine Ablenkung durch Pfeile, Kreuze oder Menüpunkte. Wie oft habe ich sogenannte Kinder-Apps wieder gelöscht, weil meine Tochter lieber das große X in der rechten Ecke drücken wollte – anstatt die Spielfläche. Daumen hoch!

Fazit

Die KlangDings-App hat die GIGA-Maus für „Das beste Spiel in der Kategorie „Kinder vier bis sechs Jahre“ gewonnen. Mittlerweile genießt dieser Preis für mich als Vater einen recht hohen Stellenwert. Doch auch die Stiftung Lesen sowie die Initiative „Schau hin! empfehlen das tolle Projekt aus dem Hause doDings.

Ich denke zurecht. Bisher konnte ich einfach keinen Haken finden. Es ist wie ein sehr reduziertes Wimmelbuch, bloß liebevoller und mit sehr viel Liebe zum klanglichen Detail. Es trifft genau den Humor meiner Zweijährigen, ohne sie dabei zu überfrachten. Ob sie es mit vier Jahren noch spielen wird, weiß ich nicht. Zur Zeit aber passt es perfekt. Und ich bin froh, endlich mal ein Spiel auf dem Telefon zu haben, bei dem wir beide Spaß haben. Übrigens auch ein schöner Stimmungsaufheller, wenn das Kind krank ist. Für Sie getestet.


KlangDings verzichtet gänzlich auf Werbung und In-App Käufe und kann im Apple App Store (iOS/tvOS) sowie via Google Play (Android) für derzeit 2,99 Euro heruntergeladen werden. Übrigens: Mit dem aktuellen Weihnachts-Update gibt es nicht nur lustige Weihnachtsklänge, sondern auch tolle iMessage-Sticker sowie eine Dings-Version für Apple TV 4.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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