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Nils Heinrich – Sei froh, dass Du nicht Jogh...

Nils Heinrich – Sei froh, dass Du nicht Joghurt heisst

Nils Heinrich - Lesershow Mastul

„Sei froh, das du nicht Joghurt heisst – Vom komischen Kauz zum Rabenvater“ heißt das Vaterlingswerk von Nils Heinrich. In diesem einen Satz ist atmosphärisch wahrscheinlich schon alles enthalten, was es über dieses Buch und dessen Inhalt zu wissen gibt. Noch bevor sie richtig angefangen hat, ist die Rezension ist an dieser Stelle im Grunde also auch schon wieder vorbei. Ein schön durchgeknallter Gedanke eigentlich, ob es aber wirklich so einfach ist? Ich habe das Buch natürlich trotzdem von Anfang bis Ende gelesen. Und ihr könnt das übrigens auch, denn ich verlose ein ungebrauchtes Exemplar – und zwar vom Autor handsigniert! Mit Kugelschreiber. Auf Papier! Wahnsinn! Wahnsinn ist ohnehin ein gutes Stichwort…

Nils Heinrich, so ganz allgemein

In 41 Kapitel hat Nils Heinrich seinen völlig widersprüchlichen Einstieg in die Drama-Mystery-Serie „Vater werden“ verpackt. Und noch bevor ich die ersten Zeilen lese, werde ich bereits stutzig. Dauert eine Schwangerschaft nicht eigentlich 40 Wochen? Ist der Sinn des Lebens nicht angeblich 42? Ohje, Nils Heinrich sitzt als Vater zwischen allen Stühlen – und vielleicht ist das auch genau der Platz, der ihm am besten passt.

Wer vom Autor und Bühnenleser Heinrich seichte Unterhaltung erwartet, der, nun ja, hat zumindest teilweise recht. In den anderen Passagen des Buches zieht Nils Heinrich hingegen ordentlich vom hoffentlich gewalt- und sojafreien Kunstleder. Wäre er Blogger, so müssten viele seiner Episoden wahrscheinlich als rant deklariert werden.

Spezieller Lesetipp: „Einkaufen mit Kind“! Welche Mutter, welche Vater kennt dieses Erlebnis nicht? Der ewige Kampf zwischen bunt vollgestopften Regalen, die vor allem darauf angelegt sind, kleine Kinderaugen anzuziehen. Hier läuft der Autor ganz besonders rot an und dreht mal so richtig den Hahn auf. Nach jedem Satz möchte man die Faust in die Luft recken und sagen:„Ja, man, ja, man! Amen, Bruder, Amen!“ Naja, nach fast jedem Satz natürlich, denn niemand läuft ernsthaft mit Ohropax durch den Supermarkt, oder? Oder? Memo an mich: Ohrstöpsel beim Einkaufen tragen… was? Was!

Auch ohne in das Buch hinein gelesen zu haben, werden manche dem Namen Nils Heinrich wahrscheinlich schon einmal begegnet sein. Das im Buch mittemang liegende Kapitel „Kuchen und Wespen“ geistert als Videomitschnitt nämlich schon seit einiger Zeit durch diverse Elternforum. Mal mit wohlwollendem, mal mit hysterischem Unterton. Das ist im Übrigen das Video mit dem Zitat: „Dieser quäkende Leberkäse, der schreien kann, ohne Luft zu holen, hat uns vollkommen in der Hand.“

Meine Eindrücke

Die Befürchtung, dass vielleicht ein klein wenig zu oft die Klischeedose geöffnet und Mutter gegen Vater, lies: Geschlechter gegeneinander ausgespielt werden, sie hat sich nur teilweise erfüllt. Natürlich gehört es zum Repertoire eines Bühnenpoeten und Komikers, mit den Klischees zu spielen. Genau das tut Nils Heinrich auch. Manchmal nervt es mich ein wenig, manchmal geht er in ironisch-grotesker Art und Weiser über Bord damit. Manchmal scheint er sie aber auch ganz bewusst nicht auszureizen. Und bei allem muss man dem ehemaligen Brauseboy wiederum zu Gute halten, dass er sich selbst bei allem Rauslassen sich selbst nicht ganz so ernst nimmt.

Kürzlich durfte ich mich auch persönlich noch einmal davon überzeugen, was Nils Heinrich nicht nur im Buch, sondern auch im wahren Leben so ganz unplugged auf der Bühne treibt. Es stellte sich nämlich heraus, dass wir beide etwas gemeinsam haben. Nun ja. Also, wenn man es wirklich sehr wohlwollend betrachten will… Nils Heinrich gründete nämlich vor ungefähr 200 Jahren die Brauseboys und zwar hier bei mir Berliner Wedding. Das war eine Art Lesebühne, die in anderer Form bis heute fortbesteht. Doch der Wedding vergisst eben sehr schnell und so war mir diese Tatsache gar nicht mehr bewusst. Schöner Zufall. Er selbst ist mittlerweile allein in die große, weite Welt hinausgezogen. Mittlerweile etwas lauter und etwas politischer unterwegs, ist sein Papabuch sozusagen und im besten Sinne nebenbei entstanden. „Das musste einfach mal raus!“, erklärt mir Nils H. aus B. Das kann ich gut verstehen. Anders sind die meisten Blogs ja auch entstanden, nicht wahr!

Handsigniertes Exemplar zu gewinnen

Im Berliner Satyr Verlag erschienen, könnt ihr das Buch entweder direkt dort erwerben – oder beim großen Fluss Amazon (Affiliate-Link) erfischen. Und wie immer, könnt ihr das rezensierte Buch mit etwas Glück auch bei mir gewinnen.

Besonderer Clou: Das Buch ist vom Autor handsigniert und damit sozusagen One-of-a-kind! Da sollte man doch sofort zugreifen, oder?

Was ihr tun müsst: Kommentiert einfach unter diesem Artikel. Lasst mir auch eine gültige Email-Adresse da, damit ich euch im Gewinnfall anschreiben kann. Nach dem Gewinnspiel lösche ich eure Daten natürlich wieder. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, random.org ist die Losfee und entscheidet. Das Gewinnspiel endet am Sonntag, den 25. September 2016 um 19:00 Uhr. Ich werde versuchen, zeitnah die Gewinnerin bzw. den Gewinner zu kontaktieren. Und jetzt: Möge der Joghurt mit euch sein!

UPDATE:
Aus, aus, die Verlosung ist aus! Der/die glückliche GewinnerIn wird benachrichtigt! Vielen Dank an alle fürs Mitmachen!


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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  1. Heiko

    19 September

    „Einkaufen mit Kind“ sehr schön. Als bisher kinderloser will man ja auch noch was lernen :-)

    Da ich Nils Heinrich schon live erleben durfte und mir seinen Texte der Brauseboys ebenso bekannt, sollte ich wohl zwingend dem Buch mein Aufmerksamkeit schenken.

  2. Isa

    19 September

    Hallo Johnny, das Buch ist genau das richtige für meinen Mann! :)

    • johnny

      27 September

      Herzlichen Glückwunsch Isa, Du bekommst demnächst nicht nur eine Email, sondern auch ein Buch geschickt!
      LG, Johnny

  3. Carow

    20 September

    Das kingt doch mal nach was. Da mach ich gern mit und probier mein Glück! :-)

  4. Superillu

    20 September

    Ich hab noch nie was gewonnen, vielleicht reicht es ja, dass ich gerne Joghurt esse 😉

  5. Sven

    21 September

    Nils Heinrich ist Vater?

  6. Pat

    21 September

    Das hört sich sehr spannend an. Bin dabei!

  7. Josi

    21 September

    Hiermit hüpfe ich in den Lostopf „hüpf“.

  8. Andre H.

    21 September

    Live hat er uns sehr viel Spaß bereitet. Jetzt bin ich auf das Buch neugierig.
    Ich hüpf mal rein!

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