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Psychologisches Kinderbuch: „In Gedanken ein Fuchs: Ein Buch für sozial ängstliche Kinder“ – Hogrefe Verlag

Psychologisches Kinderbuch: „In Gedanken ein Fuchs“

Viel lieber wäre ich ja ein Otter, aber hey, Füchse sind auch ganz schön cool. Vor allem dann, wenn man sich in selbigen verwandeln kann, sollte es mal brenzlig werden. Lea hat diese besondere Fähigkeit, empfindet diese aber doch als sehr belastend. Nicht immer ist sie mutig, manchmal hat sie Angst. Dann flüchtet sie und macht alles eigentlich noch viel schlimmer. Wie aber geht man als Kind oder als Elternteil mit dieser Angst um? Das psychologische Kinderbuch aus dem Hogrefe Verlag will hier Ansätze schaffen – für alle. Für Kinder ab fünf Jahren.

Inhalt: In Gedanken ein Fuchs – Ein Buch für sozial ängstliche Kinder – Psychologisches Kinderbuch

Na hoppla, wir treffen Lea, als sie gerade auf ihren besten Freund Pocci, den Kängurubär trifft. Pocci ist ihr bester, gleichzeitig aber auch einziger Freund, denn mehr Freunde braucht sie nicht, findet Lea. Also spielt sie mit ihm, vergisst die Welt um sich herum. Auch um ihre Angst zu vergessen, denn morgen ist nämlich ihr erster Schultag. Am nächsten Tag, auf dem Weg zur Schule, fühlt sich Lea ganz allein und bekommt Lea ganz schlimme Bauchschmerzen. Die Kinder lachen auf dem Schulhof, lachen sie vielleicht über Lea? Die Angst davor und die Angst, mit fremden Kindern reden zu müssen führt schlussendlich dazu, dass sie sich in der Pause einfach verkriecht und zusammenrollt – wie ein Fuchs. Und dabei sind die Kinder eigentlich gar nicht gemein zu ihr, sie bieten ihr sogar Kuchen an. Doch natürlich löst das ihre Angst nicht auf. Dann läuft sie einfach weg.

Aber anstatt Lea mit den roten Haaren sehen wir ab jetzt nur einen roten Fuchs, wie er durch den Wald läuft – und gegen einen Baum rennt. Da löst sich das Rätsel:„Du bist ein Fuchs, Lea!“ sagt Pocci, der das Fuchsmädchen alsbald im Wald auffindet. Lea ist über ihre Verwandlung in einen Fuchs alles andere als glücklich. Wer wolle schon mit einem Fuchs befreundet sein? In der Not entführt Pocci das Fuchsmädchen und sich selbst in eine Zauberwelt, in der Lea nicht mehr traurig sein muss. Hier gibt es Grasschafe, dicke Kröten und Angstfische. Diese schwimmen in Leas Gedankenfluss. Der Ort, an dem alle Ängste gefangen sind. Die freien Fische sind die guten Gedanken und Gefühle, die großen gefangenen sind die Ängste, erklärt Pocci. Da ist der Angstfisch, der Angst hat, vor anderen zu essen, sich zu blamieren oder mit anderen zu reden. Und je klarer Lea sich ihre Ängste machte, desto freier werden die Fische, desto freier wird sie – und aus dem Fuchs wird wieder ein Mädchen.

Meine Einschätzung als Fuchskindpapa

Die Geschichte von Lea und ihren Angstfischen beläuft sich auf 17 Doppelseiten, wobei sich die Textstellen ganz angenehm und kindgerecht auf das Wesentliche konzentrieren. So bleibt ganz viel Raum für die Illustrationen, um sich ihrerseits diesem diffusen Gefühl der Angst anzunähern. Beides zusammen, Bild und Text ergeben eine wunderbar einfühlsame Geschichte, die das Thema Angst kindgerecht, aber doch mit offenem Visier begegnet. Die Message: niemand ist mit dieser Angst allein. Auch wenn es sich so anfühlt. Manchmal braucht man nur jemanden, der einen an die Hand nimmt und gemeinsam den Ängsten zu begegnen vermag. Wer weiß, wovor er/sie Angst hat, kann diese auch besser verstehen. Das gilt für Erwachsenen, das gilt für Kinder. Umso schöner, dass man im nächsten Buchabschnitt Fragen und Aufgaben vorfindet, anhand derer man gemeinsam noch einmal über die unterschiedlichen Szenen der Geschichte sowie die Angst selbst sprechen kann. Doch auch Wissenswertes zum Thema Angst selbst finden wir. Wie man diese erkennt, wie sie sich bei Kindern äußern kann, siehe beispielsweise Sicherheitsverhalten – Adressen für externe Hilfe inklusive.

Im Klappentext heißt es:

„Mithilfe dieses Buches soll es betroffenen Kindern leichter gemacht werden, ihre aktuelle Situation zu verstehen. […] „In Gedanken ein Fuchs“ liefert Eltern, Geschwistern und Therapeuten von Kindern mit sozialen Phobien und Ängsten wichtige Informationen über die emotionale Störung sowie praktische Aufgaben und Übungen.“

Zwar stört mich die Formulierung „emotionale Störung“ doch schon sehr, zumal das psychologische Kinderbuch auch sehr schon darauf eingeht, dass das Gefühl Angst ja durchaus auch normal und nützlich ist. Ansonsten stimme ich sehr zu, oh ja! Da wäre bloß eine klitzekleine Sache: Nach dem Vorwort sowie der Vorstellung der Illustratorin und Autorinnen geht die Geschichte endlich los. Ich wünschte mir, es gäbe eine deutlichere Trennung zwischen dem Sach- und dem Geschichtsteil. Nicht für mich, sondern für meine Tochter, die natürlich von mir verlangt, ihr auch das ganze Drumherum vorzulesen.

Fazit

Eine angenehm einfühlsame Erzählung, die sich dem Thema Angst und dessen unterschiedlichen Ebenen kindgerecht und doch ganz offen stellt. Hilfestellungen für Kind und Eltern inklusive.

In Gedanken ein Fuchs: Ein Buch für sozial ängstliche Kinder, die selber kleine Füchse sind (Psychologische Kinderbücher)
Joan Schaaf (Autorin), Wiebke Andersen (Autorin), Marie-Luise Salzmann (Autorin), Meera Roth (Autorin), Hanna Christiansen (Series Editor), Guy Bodenmann (Series Editor), Tina In-Albon (Series Editor), Christina Schwenck (Series Editor), Klaus Lomnitzer (Series Editor)
Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
Verlag: Hogrefe AG; Auflage: 1 (10. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345685899X
ISBN-13: 978-3456858999
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 – 12 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 1,5 x 28,7 cm

 

Hier sind nochmal alles Ausgaben der Psychologischen Kinderbücher aus dem Hogrefe Verlag auf einen Blick – samt Rezensionslink:

In Gedanken ein Fuchs – Ein Buch für sozial ängstliche Kinder

Die kleine Eule Luna und wie sie lernte, mit ihrer Trennungsangst umzugehen

Opas Stern – Ein Trost– und Erklärbuch für Kinder und ihre Eltern

Zappel–Zirkus Zacharias: Ein Buch für zappelige Zirkuskinder mit ADHS, ihre Zirkusfamilien, Freunde und Zirkusdompteure

Paul und der rote Luftballon: Ein Buch für Kinder, die mutig werden und neue Freunde finden


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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