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Psychologisches Kinderbuch: „Zappel–Zirkus Zachari...

Psychologisches Kinderbuch: „Zappel–Zirkus Zacharias: Ein Buch für zappelige Zirkuskinder mit ADHS, ihre Zirkusfamilien, Freunde und Zirkusdompteure“ – Hogrefe Verlag

Psychologisches Kinderbuch: „Zappel–Zirkus Zacharias: Ein Buch für zappelige Zirkuskinder mit ADHS, ihre Zirkusfamilien, Freunde und Zirkusdompteure“ - Hogrefe Verlag

Wenn das Kind nicht einmal für drei Sekunden still sitzen kann, sollte man dann schon sofort an Hyperaktivität oder gar ADHS denken? Wohl eher nicht. Und doch hat besonders dieses Thema in den letzten Jahren unglaublich viel Aufmerksamkeit erzielt. Das Psychologische Kinderbuch „Zappel-Zirkus Zacharias“ aus Hogrefe Verlag will nicht nur Eltern, sondern auch Kindern und Eltern verstehen helfen, was es mit ADHS und Hyperaktivität auf sich – positiv, interaktiv und praktische Hilfen inklusive.

Inhalt:Zappel–Zirkus Zacharias: Ein Buch für zappelige Zirkuskinder mit ADHS, ihre Zirkusfamilien, Freunde und Zirkusdompteure

Sobald wir unsere Eintrittskarte eingelöst haben, geht es auch schon los. Enno, der Zirkuselefant kommt gerade um die Ecke gewischt und kommt gerade noch so vor Flamingodame Rosella zum Stehen. „Ich darf Seiltanzen lernen“ platzt es aus ihm heraus. Das dies gar nicht so leicht sein dürfte, besonders für einen Elefanten, ist klar. Enno kann allerdings schon allerhand Kunststücke, zum Beispiel den Dosenhandstand, die Hula-Hoop-Reifen-Jonglage oder auch das klassische Trompetenlied auf seinem Rüssel. Da gibt es nur ein Problem: für Enno ist es das Schwierigste überhaupt, lange langsam und vorsichtig im Kreis zu gehen. So wie dem Kunststück mit Rosella – und so geht es schief. Auch der Seiltanz, den er kurz darauf probiert, mag nicht sofort klappen. Und als Enno auch noch das Orchester gehörig durcheinander bringt, ist der Tag wahrlich gelaufen.

Enno ist betrübt. Warum kann er nicht einfach draußen toben? Warum können die anderen Tiere diese langsamen Tricks so gut hin? Plötzlich macht es „Plopp“ und der Zappelfloh Zacharias steht vor ihm. Dieser erklärt ihm, dass er es ist, der Enno immer wieder so zappelig und ungeduldig macht. Zacharias schlägt also, anstatt sich gegenseitig das Leben schwer zu machen, sich doch einfach miteinander anzufreunden. Immerhin kann niemand so gekonnt auf den Dosen Handstand machen – oder Hula-Hoop-Reifen jonglieren wie Enno. Und so freundet sich der Elefant mit seinem zappeligen Temperamentfloh namens Zacharias an. Und anstatt langsame Tricks zu üben, geht es nun daran, Einrad zu fahren oder kleine Saltos zu schlagen. Und das klappt so gut, dass der Elefant nicht nur der Star der Manege wird, sondern der Zirkus sich bald schon in Zappel-Zirkus Zacharias umbenennt.

Meine Einschätzung als Zirkuszeltpapa

Auch dieses psychologische Kinderbuch macht sich daran, betroffene Kinder und deren Erwachsene sanft an sich und ihre ganz persönlichen Empfindungen heranzuführen. Dieses Mal geht es gleich um mehrere Phänomene, die recht eindeutig und klar im Mitmachteil benannt werden: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Mit allen drei muss sich unser Zirkuselefant im Verlauf der Geschichte (11 Doppelseiten) auseinandersetzen. Nur, um nach einigen Rückschlägen am Ende doch noch zu lernen, dass man dieses Zappeln auch in etwas Positives umformen kann. Vorausgesetzt natürlich, man hat einen Zirkusdompteur (lies: Erwachsenen), der einem dabei zu helfen vermag. Dieser positive Ausklang der Geschichte gefällt mir sehr.

Zappel-Zirkus Zacharias ist zudem eindeutig das interaktivste Buch der Reihe. Spätestens dann, wenn es darum geht, das Spiel mit den Signalkarten auszuprobieren – samt Zirkusregeln. Doch auch die Entspannungsübungen richten sich direkt an Vorlesekinder und deren Eltern. Wohl nicht zu unrecht werden diesem Thema gleich mehrere Doppelseiten gewidmet. Das finde ich wirklich gelungen. Ich merke aber auch, wie mir persönlich die Erfahrung mit den Themen ADHS und Hyperaktivität fehlt. So bin ich mir nicht sicher, ob der Teil „Medikamente“ tatsächlich gut gelungen ist oder nicht. Klar, Ritalin wird häufig verschrieben und Medikamente sind immer wieder mal im Verlaufe eines Kinderlebens wichtig. Nun gut, fehlen darf dieser Teil wohl nicht, wenn man über ADHS spricht.

Fazit

Der positive Grundton der Geschichte, der spielerische Ansatz im Mitmach-Teil und auch die Informationen für Eltern und Angehörige ergeben in sich ein sehr ansprechendes psychologisches Kinderbuch. Nicht nur für Kinder ab fünf Jahren, sondern auch für bereits ältere Schulkinder.

 

Zappel–Zirkus Zacharias: Ein Buch für zappelige Zirkuskinder mit ADHS, ihre Zirkusfamilien, Freunde und Zirkusdompteure (Psychologische Kinderbücher)
Friederike Zais (Autor, Illustrator), Charlotte Michalak (Autor), Maren Rumpf (Autor), Maylien Schulte (Autor), Hanna Christiansen (Series Editor), Guy Bodenmann (Series Editor), Tina In-Albon (Series Editor), Christina Schwenck (Series Editor), Klaus Lomnitzer (Series Editor)
Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
Verlag: Hogrefe AG; Auflage: 1 (10. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345685918X
ISBN-13: 978-3456859187
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 – 12 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 1,5 x 28,7 cm

Hier sind nochmal alles Ausgaben der Psychologischen Kinderbücher aus dem Hogrefe Verlag auf einen Blick – samt Rezensionslink:

In Gedanken ein Fuchs – Ein Buch für sozial ängstliche Kinder

Die kleine Eule Luna und wie sie lernte, mit ihrer Trennungsangst umzugehen

Opas Stern – Ein Trost– und Erklärbuch für Kinder und ihre Eltern

Zappel–Zirkus Zacharias: Ein Buch für zappelige Zirkuskinder mit ADHS, ihre Zirkusfamilien, Freunde und Zirkusdompteure

Paul und der rote Luftballon: Ein Buch für Kinder, die mutig werden und neue Freunde finden


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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