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Rezension: „Fast wie Freunde“ von Mirjam Zels – Kunstanst!fter Verlag

Heute sind es zur Abwechslung mal leise Töne, die ich in der Vorlesewoche anschlagen möchte. „Fast wie Freunde“ von Mirjam Zels ist in dem von mir hochverehrten Kunstant!fter Verlag erschienen und handelt nicht von Angst, sondern eher von Traurigkeit – beides geht ja gern einher. Es ist die Geschichte der kleinen Sophie, der vieles schwer fällt. Nur weiß sie nicht, warum, bis sie einen schwarzen Schatten kennenlernt.

Synopsis: Fast wie Freunde

Bereits am Cover kann man es ablesen: In diesem Kinderbuch aus dem Anst!fter Verlag geht es nicht unbedingt bunt und lustig zu. Während „Trau dich, Koalabär“ (Rezensionslink) das Thema Angst beispielsweise farbenfroh und verspielt angeht, wird das gleiche Thema hier ein wenig ernster und auch vielschichtiger verarbeitet. Hauptcharakter Sophie ist auch kein Tier, sondern ein echter Mensch. Und irgendwie fällt ihr alles ein wenig schwerer als anderen. Oft bleibt sie allein, doch da sie ohnehin nicht viel Zeit mit anderen Menschen verbringt, fällt es kaum jemandem auf. Bis sie ganz allein ist. Und genau in diesem Moment lernt sie einen schwarzen Schatten kennen. Oder besser gesagt: Sie bringt den Mut auf, ihre Angst in Form eines Schattens besser kennenzulernen.

Mein Eindruck als Vorlesepapa

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Erste Sätze sind die schwierigsten. Und so moniere ich ja gern mal den holprigen Einstieg, den ich in so manchen Kinderbüchern erst einmal überlesen muss, um zur eigentlich Geschichte zu gelangen. „Fast wie Freunde“ hat aber wahrscheinlich einen der schönsten ersten Sätze, die ich seit langem in einem Kinderbuch gelesen haben: „Es gab einmal eine Stadt, da war eigentlich alles in Ordnung.“ Märchenhaft und verträumt, schwer und modern und alles gleichzeitig.

Schnell wird aber klar: Es ist ein trauriges Buch. Die Geschichte ist auf das Nötigste beschränkt und auch die Illustrationen sind trotz einiger warmer Elemente doch recht düster. Passend zum Thema eben. Sehr eindrücklich. Und in dem Moment, in dem das Gefühl hat, jetzt hält man es fast nicht mehr aus, nimmt die Geschichte eine Wendung. Puh.

Ein Kinderbuch, und das ist doch das schöne daran, kann verschiedene Facetten der Welt und des Lebens aufgreifen. Natürlich lieben wir Eltern es, wenn es bunt und süß daherkommt. Mir persönlich tut es aber auch gut, zu Kinderbüchern greifen zu können, die bestimmte Themen etwas ernster anfassen. So kann ich im sicheren Raum des Vorlesens auch dies mit meiner Tochter besprechen. Es ist ja ohnehin erstaunlich, wie anders Kinder Themen und Bilder verarbeiten als ihre Eltern.

Fazit

Ein weiteres Kunstwerk aus dem Kunstant!fter Verlag. Offiziell gerichtet an Kinder zwischen drei und vier Jahren, tendiere ich aufgrund des Gesamteindrucks eher in Richtung der vier. In manchen Momenten erinnert es mich an einer Kinderfassung des Erwachsenenklassikers „Mein schwarzer Hund“.

„Fast wie Freunde“ von Mirjam Zels ist im Kunstanst!fter Verlag erschienen und kann im lokalen Buchhandel jederzeit erworben werden – gleiches gilt natürlich auch für den Online-Versand wie z.B. buecher.de oder Amazon.

Die „Fast wie Freunde“-Verlosung

Ich verlose dieses schönen Hardcover-Buchs. Was ihr dafür tun müsst? Natürlich wie immer: Hinterlasst mir einfach unter dieser Rezension einen Kommentar mit gültiger E-Mail-Adresse (für die etwaige Gewinnbenachrichtigung) und verratet mir,… ach, ich habe euch schon so viel gefragt und ich habe so viele schöne Antworten bekommen. Heute bleibt das Thema frei. Kommentiert einfach das, was euch als erstes in den Sinn kommt. Oder als zweites.

Einsendeschluss ist Samstag, der 13. Mai 2017 um 23:59 Uhr. Jeder Kommentar bekommt gemäß Eingang eine eindeutige Nummer zugewiesen. Die Losfee von random.org lost aus. Meldet sich die/der GewinnerIn innerhalb von sieben Tagen nach Gewinnbenachrichtigung nicht zurück, verfällt der Anspruch und es wird neu ausgelost. Eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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  1. Isabel

    6 Mai

    Hallo!!

    Das Buch hat mich sofort an meine kleine Maus erinnert. Auch sie ist oft unheimlich zurückgezogen und wirkt traurig; sie ist aber einfach vom Typ her scheuer und ängstlicher als andere Kinder… Mich würde sehr interessieren, wie das Thema in dem Buch behandelt wird.

    Grüße!!

  2. Anja Mö

    7 Mai

    Ich kenne da jemanden, über den hat sich auch ein dunkler Schatten gelegt, zwar nicht 3 oder 4, aber auch noch ganz jung und zart dieser Mensch, und auch ganz still und allein, obwohl eigentlich alles in Ordnung ist, finden zumindestens alle anderen. Diesem Menschen würde ich sooo gerne dieses Buch schenken, vielleicht es sogar gemeinsam mit ihm lesen! Ja, das würde ich gerne tun!
    Viele Grüße
    Anja

  3. Anna Rapunzela

    8 Mai

    Als ich die Bilder sah, habe ich mich an ein ähnliches Buch erinnert, das ich letztens im Buchladen in der Hand hatte. Den Namen weiß ich aber leider nicht mehr.. Gewinnen würde ich dieses hier aber sehr gern :D

  4. Paul Kwin

    8 Mai

    Hört sich sehr spannend.. und traurig an. Aber hat mein Interesse geweckt. Ich versuche mal mein Glück!

  5. Sabrina

    9 Mai

    Hört sich super an.
    Ich kann mir gut vorstellen in der Schule mit demir Buch zu arbeiten.

  6. Bianca

    10 Mai

    „Mut tut gut!“
    Schön, wenn man Kindern zeigt, dass man über alles reden kann. Und es Bücher gibt, die helfen auch die nicht so schöne Facetten zu zeigen & darüber zu sprechen.

  7. Dinah

    12 Mai

    Jeder hat wohl mal seine Schatten als Kind gespürt. Darüber zu reden war irgendwie tabu. Schön, daß es auch anders geht.

  8. Yvonne O.

    13 Mai

    Klingt etwas traurig aber auch sehr interessant. Gern würde ich meiner Maus aus diesem Buch vorlesen.

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