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Rezension: Saralisa Volm, „Mamabeat. Kinder. Chaos. Glück“

Im Beltz-Verlag erschienen schreibt Autorin und Schauspielerin Saralisa Volm auf kurzweiligen 270 Seiten über ihren unverhofften Alltag als junge Mutter in Uptempo-Geschwindigkeit. Mamabeat nennt’s die Autorin und genau diesen Beat merkt man jeder ihrer Zeilen an.

Die Frage jedoch, die sich mir sofort stellte, als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, Gewehr bei Fuß: Sollte man als Vater wirklich ein Mamabuch lesen? Was erhoffte ich mir überhaupt davon? Geheimes Wissen? Okkulte Rituale? Einsicht in fremde Welten? Ich bin Vater, ich bin kein Exorzist. Oder? Natürlich lese ich das Buch. Zu Studienzwecken hauptsächlich. Und aus Neugier.

Mamabeat. Ich stelle mir ein Leben im „schnell, schnell“ vor. Chaotisch bisweilen, denn das mag mir gefallen, immerhin bezeichne ich unsere eigene Familienwerdung auch gerne als Familie Fast Forward. „Schnell, schnell!“ Und zu meiner Freude ist das Buch auch genauso geschrieben. Im Flow. Rasant. Manchmal an der Grenze zum Atemlos. Dem guten Atemlos. Nicht dem Atemlos deutscher Hitparaden.

Immer im Abgleich mit ihrer Umwelt und doch immer ganz sie selbst, bisweilen auch ein wenig nachdenklich, verliert Solm jedoch nie ihren Sinn für’s Absurde und besonders nicht ihren Humor. Den bewahrt sie sich. Das ist nicht immer so einfach, wenn man erwarten muss, von seiner Umwelt gebremst zu werden. Volm lässt den Leser an all diesen Gedanken teilhaben. Und bleibt dabei erstaunlich authentisch.

Als Vater sind diese Innenansichten von großem Interesse, den für gewöhnlich hat man nicht immer die Möglichkeit oder Kapazität zu verstehen, was im Gegenüber so vor sich geht, während man gemeinsam die ersten Schritte in Richtung Elternwerden unternimmt. Diese Schritte und Erfahrungen gestalten sich für jeden unterschiedlich, stellt Volm fest. Und doch ist es schön, ihre nachlesen zu können. Auch, oder gerade weil ich nicht alle Erfahrungen teile (z.B. die, der Hausgeburt), lese ich begierig weiter.

Mamabeat ist ein ungewöhnlicher Ratgeber, der das Gefühl favorisiert und nicht die Standardformate einer angeblich perfekten Kindeserziehung. „Bin kurz leben, gleich wieder da.“ Damit ist alles gesagt. Volm gibt den wirklich einzig wichtigen Rat, den man als Eltern Ernst nehmen sollte: Mach Dein Ding. Liebe Dein Kind. Findet euren eigenen Rhythmus als Familie. Dass diese Maxime nicht nur für die eigene, sondern auch bedingungslos für andere Familien gilt und man deren Wege ebenso akzeptieren sollte, diese Erkenntnis zählt zu den starken Momenten dieses Buches. Es trifft den Pudel direkt auf die 12.*

* Ich möchte anmerken, kein Hund kam während der Produktion dieser Zeilen in irgendeiner Weise zu schaden.

Amazon-Link zum Buch:
Mamabeat: Kinder. Chaos. Glück!

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Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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