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Gedanken und Skizzen: Alleinerziehend im Sommer, Teil 1 – Juni und Juli 2018

Das Jahr neigt sich langsam schon dem Ende entgegen. Noch aber habe ich Schwierigkeiten damit, es abschließend zu betrachten. Denke ich an das Jahr 2018, sehe ich viele Situationen und Momente, die Kraft gekostet haben, die falsch waren, die vieles in mir auch verändert haben. Und das nicht immer zum Guten. Es wird wohl also noch ein wenig dauern, bis ich weiß, was 2018 wirklich bedeutet hat. Wieviel Kraft es gekostet hat und ob ich am Ende wirklich wieder genau da stehe, wo ich schon zu Anfang stand. In der Zwischenzeit möchte ich die Fragmente, die Tagebucheinträge von Instagram auf den Blog holen. Als kleine Reminiszenz. An die Worte. An das Gute und natürlich an den Sommer.

Skizzen: Alleinerziehend im Sommer, Teil 1 – Juni und Juli 2018

3. Juni 2018
Heute behalte ich meine Worte für mich. Weil ich nicht alles teilen kann. Weil einiges sogar sehr schön ist, aber das macht es nicht einfacher. Ganz im Gegenteil. Weil ich manches davon erst sehr lange erklären und einordnen müsste. Und solange kennen wir uns ja auch noch nicht, ne. Also sitze ich noch ein Weilchen hier. Ohne Worte. Aber wenn Du magst, kannst Du gerne neben mir Platz nehmen. Hier ist noch Platz.

13. Juni 2018
Das da draußen, das fühlt sich heute so gar nicht mehr wie Sommer an. Überhaupt glaube ich auch nicht mehr daran, dass der Sommer das sein wird, was er im Winter noch hätte sein sollen. Ich glaube nicht mehr so recht an den Sommer und wünsche mir doch, es könnte gerade immer Sommer sein. Das klingt wirr, ist es aber tatsächlich nicht, denn hinter beiden Gedanken steckt der Wunsch nach Ruhe – in Kopf und Herz. Ruhe aber ist ein flatterhafter Ort. Es ist kein Badesee in Brandenburg, dem man sich sicher sein kann. Er ist aber doch ein guter Anfang… P.S. Ja, ich bin mit dem Handy ins Wasser gegangen, um dieses Bild zu machen. Und ja, ich hatte große Sorge, mir würde das Handy ins Wasser fallen. Deswegen war es den Rest des Tages auch gut unter’m Handtuch verstaut. Trocken ist sicher ist sicher.

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Huch, so viele neue Gesichter hier. Na herzlich willkommen. Und vielleicht ist es genau jetzt auch genau an der richtigen Zeit, mich nochmal ein wenig vorzustellen. 👋Hi, ich bin Johnny und wie es schon im Profil steht, ich bin alleinerziehend. Damit bin ich gut, weil es zu mir passt. Gleichzeitig hadere ich damit, weil ich es mir für meine Tochter anders gewünscht hätte. Weil auch ich Sohn einer Alleinerziehenden war und bin. Fun fact: ich bin beidhändig, kann das Brot aber nur mit rechts schneiden und nur mit links schmieren. Darüber hinaus habe ich schon viele sehr unterschiedliche Leben leben und für mich ausprobieren dürfen, wofür ich doch sehr dankbar bin. Ob wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Bauhelfer, ob Fotograf oder Kurierdienst, ob Parvenue oder Eventmanager – und nun vom Pädagogen zum Blogger und Autor. Und Papa natürlich. 😉 Ich bin gerne Papa und fast ist es schade, dass ich nur eine Tochter habe. Ich kann mir völlig verrückt noch mehr Kinder vorstellen. Mit meiner Tochter gehe ich indes bewusst bedürfnisorientiert und achtsam um, auf Augenhöhe jedenfalls. Das ist anstrengend und ich werde ihr auch bei Weitem nicht immer gerecht. Mein Kopf und mein Herz sind manchmal auch einfach zu kompliziert für diesen Job – obgleich nichts in diesem Leben zu mir gehört, wie dieses Kind. _______________________________ #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #alltagmitkindern #lebenmitkind #alleinerziehend #alleinerziehenderpapa #instadaddies alleinerziehendervater #glücklich #meistensjedenfalls #liebe #instadad #dadstyle #dadlife #lifeofdad #thatsme #instame #instadaddy #alleinerziehendundglücklich #selfie #singleparent

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20. Juni 2018
Auf dem Boden liegend nach oben schauen. In den Himmel, zu den Wolken, durch die Bäume. Ja, auch dann, wenn man vermeintlich am Boden liegt, lohnt sich der Blick nach oben. Manchmal doch zumindest, aber ich weiß auch, dass das nicht immer ganz so gut gelingt. In der letzten Woche gab es einige Momente von denen ich dachte, ich hätte sie erst einmal hinter mir gelassen. Diese Momente, wenn man anstatt nach vorne, nach hinten denkt. Sie kommen in Wellen, doch sie tosen immer weniger. Und dann hörst Du morgens nach dem Duschen ein Lied und es trifft Dich so ganz unvermittelt. Und das ist dann auch völlig ok so. Ich kann damit leben, getroffen zu werden, auch wenn es anstrengend ist. Der Umkehrschluss, sich nämlich zu verschließen, der wäre zwar logisch und vor allem einfach, nur funktioniert er für mich überhaupt nicht mehr. Ich will und muss offen bleiben. Reinspringen, anstatt am Beckenrand zu warten. Nach oben schauen. Mit der Gewissheit, dass ich stärker bin als das. Mit der Gewissheit, dass da ein Ort in mir mit sehr viel Ruhe ist – auch wenn er mal erschüttert wird. So in etwa jedenfalls, denn leider oder zum Glück gibt es im realen Leben keinen Gedankenrekorder.

24. Juni 2018
Es ist leichter in Bewegung zu bleiben, als still zu stehen. Wer sich bewegt, muss nicht denken. Als ich kürzlich in Köln war, habe ich genau das getan. Mehr als zwei Stunden bin ich durch diese Stadt gelaufen, habe sie an mir vorbeiziehen lassen. Mal ganz schnell, mal doch sehr langsam. Und das gar nicht so sehr, um schlussendlich irgendwo anzukommen, sondern viel mehr, um nicht zu sitzen, nicht zu liegen und schon gar nicht, um stillzustehen. Das funktionierte aber nur solange, bis der Flug nach Hause satte Verspätung hatte. „Wenn Du am Flughafen sitzt und ein kleiner Junge Dich tröstet, weil Du weinst, dann ist Deine Welt vielleicht ein klein bisschen weniger kaputt. Und die große Welt vielleicht auch.“ So hatte ich mir das seinerzeit noch notiert – eigentlich ein positiver Ausblick. Auch, weil beides absolut richtig war. Das nicht stillstehen, um dann doch genau dazu gezwungen zu sein, denn am Ende des Tages wusste ich, was in meinem Kopf passiert war – und dass das ok ist. Warum ich aber an genau diese kürzliche Episode denke, während ich an einem Badesee in Brandenburg stehe? Nun, das weiß ich auch noch nicht so ganz genau. Vielleicht, weil ich trotz allem manchmal nicht weiß, ob ich meinen Gefühlen erlauben soll, sich zu bewegen oder ob sie vielleicht doch lieber still stehen sollten? In der Illusion, darüber überhaupt bestimmen zu können.

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#Verlosung ANZEIGE Nicht vergessen, ne. Bis heute Mittag könnt ihr bei mir gewinnen. Ich verlose nämlich pünktlich zum astronomischen Sommer einen 50 Euro-Gutschein für den Onlineshop. Was müsst ihr tun, um den 50 Euro Babauba-Gutschein zu gewinnen? Easy: lasst mir einen Kommentar da und vielleicht wisst ihr ja sogar schon, welches Babauba-Teil ihr unbedingt für eure Kinder haben wollt. Es wird bis Ende der Woche noch drei weitere Postings geben, bei denen ihr ebenfalls kommentieren könnt. Teilnahmebedingungen: Das Gewinnspiel läuft bis (NEU!!) Montag, 25. Juni 2018, 11:59 Uhr. Teilnahmeberechtigt sind natürliche Personen ab 18 Jahren mit deutscher Versandadresse. Die/der GewinnerIn wird per Zufall ausgelost. Die Gewinnbenachrichtigung erfolgt via Privatnachricht bei Instagram. Mit der Gewinnbenachrichtigung werden die Gewinner zur Übersendung des Gewinns aufgefordert, entsprechende Kontaktdaten mitzuteilen. Für die Richtigkeit der angegebenen Kontaktdaten sind die Teilnehmer verantwortlich. Eine Barauszahlung kann nicht erfolgen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Diese Promotion steht in keiner Verbindung zu Instagram. Verantwortlich ist Johnnys Papablog. Ansprechpartner bei Fragen, Anregungen oder Beschwerden ist Johnny, siehe [email protected] _______________________________ #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #alltagmitkindern #berlinmitkind #lebenmitkind #alleinerziehend #alleinerziehenderpapa #alleinerziehendervater #papatochter #tochterliebe #daddysgirl #glücklich #liebe #instadad #dadstyle #dadlife #lifeofdad #winbabauba #babauba

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26. Juni 2018
Mit mir im Park sitzen oft noch weitere Menschen, die wie ich auf das letzte Licht warten. In entsprechendem Abstand und selten allein so wie ich sind sie dort, sondern mindestens doch mit einem Buch oder besser noch zu zweit. So trinken sie ihr Radler, sitzen auf Decken und tun etwas, was in besten Momenten nach Unterhaltung aussieht. So ganz genau weiß ich das aber auch nicht. Muss ich vielleicht auch gar nicht. In diesem Moment bin ich gut damit, auf meiner eigenen Decke allein zu sitzen, nicht am Leben anderer teilzuhaben. Ich schaue gern noch ein wenig aus der Ferne zu. Weil die Ruhe gut ist. Und weil es ok ist, auch mal nicht darauf zu achten, was die anderen machen, sondern einfach mal sein zu lassen.

4. Juli 2018
Ich freue mich, ganz für mich allein. Für meine Tochter, für mich, aber auch für uns. Offen und zugewandt und das in alle Richtungen – so waren unsere letzten Tage zu zweit. Als hätte es nach unseren letzten Gesprächen irgendwo Klick bei der Vierjährigen gemacht. Und so kann ich gerade auch in weniger schönen Momenten Luft holen und der Situation etwas Gutes abgewinnen. Weil wir ganz schön wir sind – und zwar immer. Wenn wir uns beim Abendbrot mit Liebe überschütten, um beim Gute-Nacht-Lesen kurz mal unfair zueinander zu werden. Weil der Tag eben doch lang war, am Ende aber doch alles wieder gut ist. Ja, vielleicht muss ich mir um meine Tochter gar keine Sorgen machen. Vielleicht aber doch, denn die Menschen da draußen sind weder einfühlend, mitnehmend noch sind sie geduldig. Noch aber ist ja zum Glück ein wenig Zeit, um ihre Stärken zu schützen, damit sie noch ein wenig wachsen können . Das ist meine Aufgabe – und auch über die freue ich mich, hier, ganz für mich allein.

11. Juli 2018
Vielleicht bin ich irgendwann in den letzten Jahren doch älter geworden. Oder erwachsener. Mehr jedenfalls, als ich mir das eigentlich mal vorgestellt hatte – damals, wann auch immer das mal war.. Besonders das letzte Jahr hat mich viel Kraft gekostet. Und manchmal überkommt mich der Gedanke, dass ich noch immer nicht genau verstanden habe, wieviel Energie das eigentlich gewesen sein mag? Aber das es Kraft gekostet hat, das weiß ich. Mehr als die anderen vergangenen Jahre zusammen. Mehr als die, in denen ich mich selbst verloren hatte. Ich sehe Augenringe, ich sehe die Falten am Handgelenk und auf meiner Stirn. Ja, auch die grauen Haare im Bart. Und doch, ich kann damit leben, auch wenn ich mein Alter gar nicht so sehr spüre. Mich selbst hingegen spüre ich dafür sehr viel deutlicher als, sagen wir mal, noch vor zehn, sieben oder vier Jahren. Und ganz ehrlich, wenn diese Falten der Preis dafür sind, dann zahle ich ihn gern.

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Vielleicht bin ich irgendwann in den letzten Jahren doch älter geworden. Oder erwachsener. Mehr jedenfalls, als ich mir das eigentlich mal vorgestellt hatte – damals, wann auch immer das mal war.. Besonders das letzte Jahr hat mich viel Kraft gekostet. Und manchmal überkommt mich der Gedanke, dass ich noch immer nicht genau verstanden habe, wieviel Energie das eigentlich gewesen sein mag? Aber das es Kraft gekostet hat, das weiß ich. Mehr als die anderen vergangenen Jahre zusammen. Mehr als die, in denen ich mich selbst verloren hatte. Ich sehe Augenringe, ich sehe die Falten am Handgelenk und auf meiner Stirn. Ja, auch die grauen Haare im Bart. Und doch, ich kann damit leben, auch wenn ich mein Alter gar nicht so sehr spüre. Mich selbst hingegen spüre ich dafür sehr viel deutlicher als, sagen wir mal, noch vor zehn, sieben oder vier Jahren. Und ganz ehrlich, wenn diese Falten der Preis dafür sind, dann zahle ich ihn gern. – _______________________________ #papablogger #elternblogger #familienblog #daddyblogger #alltagmitkind #alltagmitkindern #berlinmitkind #lebenmitkind #alleinerziehend #alleinerziehenderpapa #alleinerziehendervater #singledad #glücklich #instadad #dadstyle #dadlife #lifeofdad #singleparent #instame

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19. Juli 2018
Wie das Gewitter in der Wolke. Seit einigen Tagen schon lasse ich viele Dinge einfach liegen, umfahre sie großräumig oder mache schlichtweg etwas anderes. Die Suche nach Ruhe in den Dingen, die man repetitiv tun muss. Seit einigen Tagen schon schreibe ich nicht. So gut wie nichts. Es ist keine Schreibblockade. Es ist eher Vermeidung. Weil ich so viel schon für mich geschrieben habe, es aber mittlerweile ein Ausmaß angenommen hat, dass ich es kaum ordnen kann. Und auch gar nicht ordnen kann. Weil ich eigentlich lieber etwas anderes machen würde als zu erforschen, was gerade so mit mir passiert. Zur Abwechslung könnte es doch einfach auch mal leise sein und bleiben, oder? Windstill… das fände ich ganz schön. Am liebsten, ohne etwas vermeiden zu müssen… und ohne auf das Gewitter in der Wolke zu warten.

30. Juli 2018
Das Korn ist geerntet, der Wein gelesen. Mein persönlicher Sommer aber soll so schnell noch nicht sein Ende finden. Weil ich doch noch gar nicht bereit bin, ihn schon wieder herzugeben. Weil die hohen Temperaturen mich immer an diesen einen Sommer erinnern, dessen Ende ich nicht mehr erleben durfte. Dieser unvollendete Sommer, den auch mein Körper bis heute nicht vergessen zu haben scheint. Emotionale Erinnerungen, körperliche Erinnerungen und irgendwo dazwischen ich. Und niemand von uns im Hier und Jetzt ist bereit, diesen Sommer so schnell wieder gehen zu lassen. Dieses Ruhigwerden zwischen heißen Mittagsstunden und Sonnenuntergängen, dieses Versöhnen von Gegenwart und Vergangenheit und dies irgendwie doch an jedem einzelnen Sommertag. Und ich werde noch einmal ganz sanft und still und bin sehr dankbar für die heißen Tage, die hinter mir und die hoffentlich noch vor mir liegen… und davon bitte noch sehr viele davon. Sorry, Bauern und Bäume.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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