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Wochenende in Bildern: Sonntage im Elternblogger-Wedding #19

Ein Drama in zwei Akten, oder besser gesagt: zwei Sonntagen. Ja, es war ein Oktober-Wochenende, an dem der Samstag nicht statt fand, sondern es statt dessen kurzerhand zwei Sonntage zu verfaulenzen gab. Meine Tochter lutschte aus leiser Langeweile vom Boden aufgelesene Lifestyle-Menthol-Drops und zeigt sich auch sonst nur mäßig beeindruckt – selbst, als ihr Papa mehr oder weniger heimlich ihre Spielzeuge aussortiert. Das sind die wahren Abenteuer im Papa-Leben, auf die einen niemand vorbereitet. Am zweiten Sonntag dieses Wochenendes lebte der Blogger in mir ein klein wenig auf und begab sich zuerst nach Charlottenburg. Da ging es auf dem dritten ElternbloggerCafé im Gebrüder Fritz aber auch kaum gesitteter zu als im Wedding, aber lest selbst.

Wochenende in Bildern: Samstag

Tochter wacht vor mir auf. Im Gegensatz zu ihr bin ich gestern nicht sofort eingeschlafen und habe dementsprechenden Nachholbedarf in Sachen Schlaf. Sie weckt mich mit einem beherzten Tritt ins Gesicht, zeigt auf ihre Katzensocke und spricht ganz aufgeregt:“Kat-ze, mau mau!“ Jau, alles wirklich alles wie immer. Bevor ich weiß, wer ich bin, ist Tochterkind dem Bett schon wieder entschwunden und stolpert durch der Wohnung. Lutschend kehrt sie zurück. Ich bin sofort hellwach. Was lutscht die Kleene denn da? Ich gehe ihr auf den Grund und entdecke unter ihrer Zunge einen Fishermans Friend. Sie lutscht weiter. Unbeeindruckt. Als wäre es nichts. Sind sie zu stark, bist Du zu schwach? Wenn eine eineinhalbjährige ohne eine Falte zu verziehen diese Dinger lutschen kann, dann ist der Drops wirklich sowas von gelutscht. Chuck Norris und der Weg der Teufelskralle? Ach was, alles Jammerlappen. Mir persönlich sind die halbrunden Freunde ja manchmal etwas zu stark, aber das verrate ich meiner Tochter heute besser nicht.

Ich wasche ab, räume auf, mache Frühstück, bereite das Mittagessen und Snacks vor, wickel die Tochter, zieh ihre frische Sachen an, wasche sie und spiele fangen, beruhige die Katze, zieh mich selbst an, tröste meine Tochter, trage sie, tanze mit ihr, schiebe sie an und räume nochmal auf. Ein Blick auf die Uhr sagt: Hallo großer Zeiger, Hallo große Acht. Draußen hat jemand vergessen, das Licht anzuschalten. Ob die beim Wettermacher alle verbeamtet sind? Ja, solche Fragen beschäftigen mich. Ich bin ein einfaches Gemüt. Ein einfaches Gemüt mit Tochter und Sturmfrisur. Wir beiden ziehen den Sonntag heute gefühls- und kleidungsmäßig einfach vor und machen einen ausgiebigen Faultiervatertag.

 

Der Tag läuft ansonsten aber wirklich gut. Ich werde übermütig. Ich kippe drei Kisten Kinderspielzeug auf der Kinderspielmatte aus und rufe das große Aussortieren aus. Das wollte ich schon seit geraumer Zeit mal tun, denn so vieles in diesen Kisten wird gar nicht mehr richtig bespielt, sondern staubt nur noch so vor sich hin. Dachte ich. Meine Tochter zeigt sich kooperativ und gibt genaue Anweisungen. Sie weiß, was sich wo in welcher Kiste befindet, welches Spielzeug welcher Situation angemessen ist und welchem Spielzeug sie überdrüssig, vielleicht sogar schon entwachsen ist. Warum habe ich das bloß nicht schon viel früher gemacht? Am Ende ist die Hälfte aussortiert und alle glücklich mit ihrer Auswahl. Bis auf die aussortierten Kuscheltiere. Die leben jetzt im Regal unter einer Decke. Leben ist nunmal keine Spielzeugkiste. Also zumindest nicht für jeden von uns.

 

Nach der Rückkehr meiner Freundin essen Katze und ich die letzten Reste des Käsekuchens. Ich würde nicht sagen, dass ich dem Käsekuchen langsam überdrüssig bin, aber wenn mir jemand heute nur noch ein weiteres Stück davon vor die Nase hält.. ja, dann werde ich es essen, aber Spaß wird es mir keinen machen. So! Jetzt ist es raus.

 

Samstag Nacht im Supermarkt. Jeder normale Mensch vor mir in der Schlange kauft Alkohol. Und ich? Ja, ich kaufe Katzenfutter. Mit extra ausgelegten Rabatt-Coupons. Mal wieder frage ich mich, ob wahre Coolness das noch auffangen kann oder ob ich nicht doch vielleicht schon hoffnungslos verloren bin? Ich lege einen Schokoriegel dazu, damit es ein wenig bunter aussieht. Hilft aber auch nicht viel. Ich packe meinen Jutesack, zerreiße dabei meinen Fünf-Euro-Schein und ziehe van Dannen. Samstag? Braucht den noch wer oder kann der weg?

Anmerkung: Mit der keiner der sichtbaren Marken besteht eine Kooperation. Ich war an diesem sonntäglichen Samstag schlicht zu faul, die Bilder zu verfremden.

Wochenende in Bildern: Sonntag im BloggerCafé-Leben

Nach dem Frühstück, dass ich mir nur äußerst widerwillig mit meiner Tochter teilen muss, schwinge ich mich mit knurrendem Magen auf’s Fahrrad und rakete in den sauber bis feinen Westteil der Stadt, also dem echten Westen – der City West. Das besonders Schöne am sonntags Fahrrad fahren ist, dass man unfreiwillig Teil der Sozialskulptur „Zerbrochene Bierflasche auf Asphalt“ wird. Ich überfahre besagte Flaschenteile mindestens drei Mal und fluche dementsprechend laut vor mich hin. Dass ich mich ohne platten Hinterreifen auf den Rückweg werde machen können, wird mich später dann aber doch überraschen.

 

Im Gebrüder Fritz im fern gelegenen Charlottenburg fand ab 12:00h das mittlerweile dritte ElternbloggerCafé statt. Letztes Jahr gab es ein lustiges Breiraten, in diesem Jahr galt es, den oder die NachfolgerIn für den noch amtierenden Windel-Weltmeister zu finden. Sebastian von Iamyourfather versucht hier sein Glück und scheitert nur knapp an den Pokalrängen. Später erst wird mir auffallen, dass seine Gegnerin Schwesternliebeundwir ist. Tja. Irgendwie verpasst man ja immer was auf diesen Events. Wem das alles viel zu langweilig oder zu aufreibend war, der konnte in seiner eigenen Bastelhöllenstation sein Glück mit Nuckelketten oder Windeltorten heraus fordern.

 

Wieder im sicheren Hafen Wedding eingelaufen, packen alle Familienmitglieder kräftig mit an und leeren die aus dem goldenen Westen mitgebrachten Konsum-Goodiebags auf dem Teppich aus. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon Blog-Verlosungen für die nächsten zwei Jahre vorbeiziehen. Manches wird aber auch von der Tochter sofort als ihrs ausgerufen. Die Thermometerente von Ravensburger zum Beispiel. Oder der Wasserball.

 

Freunde von uns, deren Freunde bald Eltern werden, treffen wir im Frederick’s, unten an der Straße, wieder. Der Kuchen auf dem Bild geht auf’s Haus und das, obwohl ich ja eigentlich 1. auf meine Figur achten muss (Stichwort: Bikinifigur 2025) und 2. mir schon auf dem Bloggerevent den Bauch vollgeschlagen habe. Ja, die Opfer, die ich in meinem Leben als Chefredakteur manchmal bringen muss, damit ist wirklich nicht zu spaßen. Nichts bleibt mir erspart. Kaffee trinken, Kuchen, bequeme Sessel. Es ist ganz fürchterlich. Na gut, ich gebe zu, ich bekomme den Kuchen gratis zum Kaffee, weil er angeblich schon „alt“ sei und ich wohl nicht den Eindruck erwecke, allzu wählerisch bei der Kuchenwahl zu sein. Eins muss man dem Café-Besitzer ja lassen: Menschenkenntnis? Hat er! Der Kuchen war trotzdem lecker und überhaupt nicht alt. Sorry, not sorry, Bikinifigur. Wir sehen uns dann in zehn bis zwanzig Jahren wieder.


Wer noch mehr „Wochenende in Bildern“ schauen möchte, kann sich bei der Urheberin Geborgen wachsen und vielen anderen BloggerInnen gerne satt sehen. Einen schönen Sonntag wünsche ich allen da draußen.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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  1. Bella

    18 Oktober

    Du und Essen, ich glaube das wird für immer untrennbar in meinem Kopf bleiben. Aber es hat ja gemundet. Also Freitag und Sonntag. ;) Deine Tochter ist übrigens in meinen Augen nun die coolste und härteste, die ich kenne. Kurz vor meiner, denn die isst gern den stinkendsten Käse, den der Laden so her gibt. Die Tüte war hier auch der Hit und wurde sortiert in „Name des Kindes“, Mama und Papas. Mhm…ich bekam nix. LG Bella

  2. Sarah

    18 Oktober

    Ich war clever und habe weggeräumt, bevor gewisse Kinder das in die Hände bekommen können. :D
    Warum eigentlich kein Sekt?

  3. Sarah

    18 Oktober

    Ach ja die Windel-WM. Ich bin anscheinend echt nicht mehr geübt…

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