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Wochenende in Bildern: Der Wedding in buntrot #25

Wochenende in Bildern: Der Wedding in buntrot #25

Wochenende in Bildern

Ganz gegen den Trend des grauen Schmuddelwetters, war es ein buntes Wochenende im Wedding. Nicht nur, dass der erste echte Schnee vom Himmel fiel, Nein, sondern auch meine Tochter kleidete sich an diesem Wochenende mal wieder besonders farbenprächtig. Und ich steuerte eine, sagen wir, leicht blutfarbene Sonntagsnote bei. All  Drama findet dann aber doch noch ein versöhnliches Ende, denn auf der Netflixmas getauften Weihnachtsfeier von Netflix gab es wieder viel zu reden und natürlich auch zu essen. Teig zum Beispiel. Teig ist Essen für die Seele, sagt ein altes japanisches Sprichwort. In diesem Sinne, viel Spaß mit dem „Wochenende in Bildern“!

 

Wochenende in Bildern: Samstag


Seit dem heutigen Tage haben wir eine echte Erweiterung des Familienbetts in unserem Schlafzimmer stehen. Angeblich schlafen Kinder in eigenen Betten ja ohnehin viel ruhiger – und Erwachsene ebenso. Gleich in der ersten Nacht jedoch kam es schon zu einem einstündigen Brüllweindrama und keiner kann mit Bestimmtheit sagen, warum. Eine erholsame Nacht fühlt sich anders an, zumal ich mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hatte: 35 Zentimeter der Matratzenkante gehörten plötzlich mir und mir ganz allein. Was macht man eigentlich mit so viel Platz? Ein Fort errichten oder gleich denen eigenen Staat? Bei so viel Freiheit und Aufregung und sternenklarem Himmel war an Schlaf nicht mehr zu denken.

 


Seit einiger Zeit schon lasse ich meine Tochter bei den alltäglichen Dingen und Routinen helfen. Mittlerweile klappt das auch ganz gut und es macht ihr unheimlich viel Freude, sich einzubringen. Und wie es immer so ist. Kinder wollen nicht aufhören, wenn es am Schönsten ist, Nein, sie wollen es so oft wie möglich wiederholen. Also Licht an, Licht aus, Licht an, Licht aus, Licht an, Licht, ach sie wissen schon. Auch unsere Katzendame mit dem Knickohr bekommt diesen Enthusiasmus heute zu spüren. Wenigstens kann ich mir heute sicher sein, dass die Katze nicht hungrig durch den Tag kommen muss. Dass sich meine Tochter darum sorgt, das die Katze genug zu fressen hat, finde ich dann heimlich aber doch ganz niedlich von ihr. Sie kümmert sich. (Und falls sich von euch jemand fragt: Ja, wir sind ein vegetarischer Haushalt, aber Nein, die Katze ist keine Vegetarierin.)

Was man im Bild übrigen auch wunderbar erkennen kann: Meine Tochter hat sich im Tag geirrt. Sie wollte nichts anderes heute tragen, als ihren Maus-Pyjama. „Maous! Maous! Maouuus!“ Den Tag im Schlafanzug verbringen, macht man das normalerweise nicht bloß freitags, am sogenannten casual friday? Nun ja. Pyjama-Oberteil und die unpassendste Strumpfhose dazu, fertig ist der Freitag-Look am Samstag, der irgendwie wie nach Sonntag aussieht – wenn Tochter und Papa allein zu Hause sind.

 


Es schneit. Schon den ganzen Tag. Der geplante Ausflug zum Spielplatz, er fällt buchstäblich ins kühle Nass. Aus Trotz scheinbar, lehnt meine Tochter nach dem Mittagessen auch jedwedes Angebot, Mittagsschlaf zu halten, brüsk ab. Was mir denn überhaupt einfiele, also Nein wirklich! Also sattel ich sie mir auf den Rücken und wir stiefeln los hinaus in die weiße Wunderwelt des Weddings. Die Rehberge liefern zwar noch nicht genug Schnee, um daraus Rieseneistrolle zu bauen, aber immerhin bleibt ein weißer Schimmer auf den Wiesen zurück. Schön. Vor lauter Begeisterung schläft meine Tochter denn auch nicht, sondern muss erst allen Enten am Möwensee persönlich „Gute Nacht“ sagen, bevor sie dann endlich einschläft. Zum Glück mag ich ja unsere Enten. Alles gut.

Danach wird die Laune nach und nach schwinden. Die Gründe hierfür, wie schon letzte Nacht, wollen einfach nicht gefunden werden. Nur soviel: Bei mehr als 120 Dezibel Brüllpegel, macht man nur noch selten Bilder.

Später schaue ich noch ein wenig Jessica Jones auf Netflix. Ich bin nämlich #angeflixt, wie wir im #streamteam immer so sagen. Und ganz nebenbei freue ich mich schon auf das morgige Weihnachtstreffen von Netflix, welches just, wer hätte es gedacht, bei mir im Wedding statt findet. Falls jemand noch einen Beweis gebraucht hätte, das der Wedding endgültig hip und angekommen ist: Bitteschön!

Oh, und wer eine Gegenbeispiel dafür braucht, wie authentisch und ehrlich der Wedding im Gegensatz zum Rest der Stadt noch ist, auch für den habe ich etwas in petto:

Na, noch Fragen?

 

Wochenende in Bildern: Sonntag

Vor der Arbeit kommt bekanntlich das Vergnügen. Oder war es umgekehrt? Es kommt zwar nicht allzu oft vor, aber manchmal muss ich eben auch am Wochenende arbeiten. Und manchmal eben auch am heiligen Sonntag. Am 1. Advent. Und überhaupt.

Ja, und überhaupt beginnt dieser Sonntag alles andere als erfreulich. Ich muss mich mit kaltem Wasser waschen, obwohl unser Durchlauferhitzer(?) vollkommen intakt ist. Er mag bloß einfach grad nicht so wie ich möchte. Vielleicht ist’s ihm auch einfach zu warm, so kurz vor dem ersten Advent. Als wäre dies noch nicht genug, fliegen mir und zwar im hohen Bogen die passierten Tomaten um die Ohren, um unsanft auf dem ollen Linoleum zu landen. Ich mache vorsichtshalber ein Bild, damit Blutspritzer-Analysten anhand dieses Bild die Kurve meiner Verärgerung ablesen können.

 

Ich mach mich auf den Weg zur Arbeit. Es hilft ja nichts. Auf halber Strecke bemerke ich, dass meine Nase läuft. Ich beschließe, mich von solchen Lappalien nicht ablenken zu lassen. Bei meiner Ankunft stellt sich heraus: Es ist Nasenblut. Ach wie schön. So macht die Arbeit doch gleich doppelt Freude. Zum Glück krieg ich es kurz vor Seminarbeginn noch in den Griff. Entspannt sieht aber anders aus.

 

Nach getaner Arbeit und entspanntem Heimweg, bei Nasenbluten sollte man ja jedwede Aufregung vermeiden, finde ich mich im Antonkiez wieder. Genauer gesagt, in der Gerichtstraße im Berlinloft. Auf der habe ich nämlich mal gewohnt. Das ist aber schon länger her. Netflix veranstaltet unter dem Motto #Netflixmas seine Berliner Weihnachtsfeier – hier im Wedding. Technisch betrachtet ist es natürlich der Ortsteil Gesundbrunnen, aber das muss ja keiner wissen. Ich glaube, die meisten Teilnehmer der Weihnachtsparty hatten auch so schon genug Angst vor dem Bezirk, den ich Zuhause nenne. Während die meisten sich später über Staus und Demos beschweren werden, lamentiere ich laut darüber, das ich ja ganze 15 Minuten laufen musste – bei diesem schlechten Wetter. Mein Lamento kommt aber nur so semi an. Also halte ich mich an Mürbeteigreste und Glühwein. Vor lauter Essen schaffe ich es nicht einmal zum Basteltisch mit Bea. Auch das Screening geht an mir vorbei. Ich bin ein schlechter StreamTeamer, fürchte ich.

 

Diese Teigreste gehören übrigens gar nicht mir, denn ich die habe ich mir ja ganz schnell in die Mund gestopft. Das sind die Teigreste, die ich der Alu von GroßeKöpfe bildlich entlocken konnte.


Und im Grunde ist das Wochenende damit auch schon besiegelt. Schnell schoss es an uns vorbei. Manchmal wünschte ich mir, das Wochenende hätte nicht zwei, sondern vier Tage. Das wäre schön. Das hieße aber auch, vier Tage „Wochenende in Bildern“ festzuhalten. Das wäre eine Herausforderung. Wie dem auch sei, ich hoffe, alle Netflix StreamTeamer sind heile nach Hause gekommen.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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  1. Samstags waren es hier wohl fast überall wie leergefegt…außer in den Öffentlichen…Aber eigentlich auch ganz schön, wenn man mit Kiddie die Gegend für sich hat.

    Der Familienbett-Putsch klingt brisant…ich bin gespannt, wie sich die Dinge (/Nächte) bei euch entwickeln werden. Alles Gute auf jeden Fall und beste Grüße ins AV!

    Rubbelpapa

  2. Sari

    30 November

    Also wir hatten am Sonntag keinerlei Probleme mit dem Heimweg und haben sogar im Nachbarhinterhof ein wunderschönes Lichterspektakel noch entdeckt ^^ Wir waren definitiv froh, dass wir dieses Mal nicht bis ans andere Ende von Berlinf ahren mussten und schön war das Event in jedem Fall ^^

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