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Wochenende in Bildern: Familienfeeling im Wedding ...

Wochenende in Bildern: Familienfeeling im Wedding #37

Wochenende in Bildern


Die Erfahrung lehrt: Ja, auch ein durchwachsenes Wochenende geht mal vorbei. Und irgendwann, ehe man drei mal „Schwarzer Kater“ sagen kann, wird es auch schon wieder Montag sein. Na endlich, wird man dann sagen. Was in der Zwischenzeit passiert ist, was das mit wilden Partynächten und dem „Bioladen“ zu tun hat, das gibt’s jetzt und hier im „Wochenende in Bildern“. Viel Spaß.

Wochenende in Bildern: Samstag

Nachdem ich innerhalb von einer Woche das Internet mit mehr als zwölf Artikeln von mir komplett zugepflastert habe, habe ich für dieses Wochenende entschieden: Schreibverbot. Also außer für das Wochenende in Bildern natürlich. Obgleich ich gestehen muss, eine kleine Pause im Bilderkarussell einzulegen.

Ich trage mich außerdem mit dem Gedanken, in unregelmäßigen Abständen statt dessen eine kleine Bloggerschau zu veranstalten. Nachdem ich aber gesehen habe, dass Sonja von Mama-notes das mit „Neues aus Bloggerhausen“ ebenfalls erst kürzlich begonnen hat, werde ich zögerlich. Sie macht das nämlich ganz schön gut, die Sonja! Was sollte ich da noch beisteuern?

 

Kennen Sie das Gefühl, wenn samstagvormittags alles nach Plan läuft? Sehen Sie, ich auch nicht. Noch etwas geschwächt vom gestrigen Fieberanstieg des Kindes, schlägt meine Tochter heute schon wieder die eine oder andere Kapriole. Wenigstens ist sie dabei gut einigermaßen quatschig drauf. Vielleicht gibt es aber auch einen wirklich trifftigen Grund dafür, dass sie unbedingt in voller Wintermontur am Frühstückstisch sitzen wollte. Nun ja, wer bin ich, solche Kämpfe auszufechten. Soll sie doch im Wintermantel bei Tisch sitzen. Ich habe ja auch nur eine Jogginghose an.. oh.

Gerne wäre ich auch schon wieder mit ihr raus gegangen, warm angezogen natürlich, aber leider hatte ich auf einen Besuch zu warten. Und um es kurz zu machen, ich darf mich nämlich nicht schon wieder so sehr aufregen: der Besuch sagte weder ab, noch stand er um Zehn oder eine dreiviertel Stunde später vor der Tür. Danke für den Fisch, oder wie man das sonst sagt, wenn man im Regen stehen gelassen wird.

 

Ich ziehe das Kind an, schnappe den Buggy und stelle fest: Oh, Regen! Jetzt aber wirklich und nicht nur im übertragenen Sinne. Kennen Sie eigentlich das Gefühl, wenn ihnen jemand den Samstagvormittag verhagelt? Etwa so etwas wie ein Besuch, der nicht absagt? Sehen Sie, ich auch!

Tochter langweilt sich im Wagen und schläft irgendwann vom Nichtstun völlig ermattet ein. Vielleicht ist’s auch besser so. Ich renne noch eine halbe Stunde durch den Regen, bevor auch ich nass genug bin, um nach Hause zu gehen. Es dauert eine Weile, bis Kind und ich wieder einigermaßen warm und trocken und besserer Laune sind. Etwas Zucker in Form von selbstgemachten Schokokeksen hilft ein wenig nach. (Kekffe leider nicht im Bild.)

Und falls jemand fragt: Ja, wir haben ein Regenverdeck für den Wagen. Aber: haben sie mal probiert, einem Menschen gegen seinen Willen eine durchlöcherte Plastiktüte über den Kopf zu ziehen? Sehen Sie..

 

So, wie auf dem Buggybild gesehen, so sieht es im Wedding übrigens auch manchmal aus: Familienhausidyll im Grünen. Dass ausgerechnet hier mal ein Haus zu vermieten oder gar verkaufen steht, passiert auch nur alle sieben Lottojahre. Wäre ich reich, würde ich wohl darüber nachdenken, auch wenn mir kaufen lieber wäre.  Ja, so ein Haus mitten im Wedding, das wäre schon.. spießig war glaub ich das Wort, ja spießig. Aber eben auch schön wäre das.

 

Das Wochenende ist ja bekanntlich die Zeit, in der Eltern besonders gern besonders früh zu Bett gehen wollen, oftmals aber am Unwillen ihrer Kinder an jenem Vorhaben scheitern.

Um mal zu testen, wie das damals so war, wenn man abends doch nochmal weg gegangen ist, verabrede ich mich für eine Geburtstagsparty in der verruchten Exotikfachabteilung Berlins: Moabit. Natürlich fahre ich erst los, nachdem das Kind eingeschlafen ist. Routinen sind wichtig.

Die Gelegenheit am heutigen Abend Moabit zu stürmen, steht besonders günstig, denn wie mir meine Dachspatzen überzeugend berichteten, befindet sich der heimliche Emperator Moabits, den manche von ihnen unter dem harmlosen Namen Familienbetrieb kennen, gerade auf Veranstaltungstour quer durch die Republik. Sie erkennen schon anhand der Länge dieses Satz, wie außerordentlich wichtig die Familienbetriebs-Tatsache ist.

Wie es der Zufall so will, bin ich gerade mal eine Querstraße von seinem Hauptquartier entfernt. Vielleicht werde ich später also nochmal an seiner Haustür vorbeigehen. Natürlich nicht, um sagen wir, Klingelmäuschen zu spielen oder irgendeine andere, derart geartete Kinderei. Sowas würde ja nur eine unerzogene Göre und nicht ein ausgereifter Erwachsene mit Kindesverantwortung tun. Nein, nein..

Die Geburtstagsfeier der Redaktionskollegin ist übrigens auch sehr schön und ich bleibe natürlich viel zu lange weg – wie so ein echter Rabenvater. Natürlich beschwere ich mich unentwegt darüber, dass ich ja am nächsten Tag schon wieder so früh aufstehen müsse. Das beeindruckt die jungen Leute aber auch nur so mittel. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass ich, neben einem nennen wir ihn mal „Fremdredakteur“ wirklich der Einzige bin, der das Memo: „Schick anziehen“ mit „Alles, außer Jogginghose“ mißverstehen wollte.

Was soll ich sagen?Warum das Bild so unscharf und verwackelt ist, ist mir unerklärlich.

Wochenende in Bildern: Sonntag

Standesgemäß beginnt der Sonntag etwas (lies: viel) später als die restlichen Wochentage. Die Freundin schwuppt mit Kind und Löffel durch die Wohnung und macht Suppe für die grippegeplagten Nachbarn. Hoffentlich stecken die uns nicht mit ihren Killerkitaviren aus der Hölle an. Bei meinem Glück aber werden auch wir morgen wahrscheinlich alle dahin gerafft sein. Ich sage schon mal leise „servus“.

 

Meine Tochter hat indes zwei neue Lieblingswörter für sich entdeckt: „Bioladen“ und „Aschenputtel“. Eine scheinbar willkürliche Lautkombination. Ich erspare uns allen an dieser Stelle dennoch die Diskussion darüber, was die Kombination wohl über unseren Haushalt aussagen möge.

Da man aus dem Bioladen so schlecht vorlesen kann, wird die Mama dazu auserkoren, die Geschichte von Aschenputtel (in Kurzform) immer wieder und wieder und wieder zu erzählen. Man muss wissen, dass wir mehrere Märchenbücher haben und die Versionen dieses Märchens zwischen den Büchern ein klein wenig, sagen wir mal, variieren. So bleibt es dann doch noch ein klein wenig spannend.  Was soll man auch anderes machen, außer vor dem Fenster zu sitzen und zu lesen, wenn es draußen regnet, regnet und nochmals regnet?

Oder, um es am Ende mal in den weisen in den Worten einer Katze zu sagen:

In diesem Sinne..


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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