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Wochenende in Bildern: Sommer in der Großstadt, od...

Wochenende in Bildern: Sommer in der Großstadt, oder so #65

An diesem Wochenende in Bildern war in Berlin allerorten um Punkt Samstag, 9:00 Uhr feierliche Verabschiedung, Nein Einschulung. Noch bleibe ich von diesem einschneidenden Moment glücklicherweise verschont, im Bezirk schien er allerdings eine Menge Anhänger gefunden zu haben. Darüber hinaus war hier im Ort nicht nur Abschluss-Gala der Sprachwoche, sondern auch Weddingmarkt sowie der Tag des offenen Denkmals. Viel Arbeit also, die bei sommerlichen Temperaturen irgendwie auch nicht flotter von der Hand gehen wollte. Viel Spaß mit den Wochenend-Impressionen. Mehr Bilder, weniger Text und mit genau einer wichtigen Erkenntnis.

Wochenende in Bildern: Freitag und Samstag

 

Traditionell beginnt das Wochenende im Kosmos Johnny am Freitag mit meiner Tochter sowie diversen Vorlese-Sessionen im Bett. Ohne Bilder, ohne Blog, ohne alles und genau das wirkt trotz manch dringend wartender Deadline tatsächlich sehr befreiend. Bald schon aber hat mich dieses andere Leben, das neben dem Vatersein zurück in seinen Klauen. Hierzu findet im ausländischen Gesundbrunnen Redaktionssitzung statt. Ich mache wichtige Schnappschüsse und dokumentiere aus der Ferne das Stadtleben, während sich die Redaktions-Gringos theoretische Wortschlachten liefern. Über die Jahre bin ich jedoch zu der Erkenntnis gelangt: Mein Bedarf an theoretischer Diskussion war schon nach zwei Semestern aufgebraucht! Ich bin ein Mann der Praxis. Sozusagen der Lincoln Burrows unter den Kiez-Ausbrechern. Hoffentlich ein klein wenig klüger aber. Viel mehr gibt es neben Tochter-Entertainment von diesem Tag auch gar nicht zu berichten. Und das ist auch gut so.

 

Der Samstag beginnt im Grunde ganz genau wie der Freitag, nur dass die Laune meiner Tochter im Gegensatz zum gestrigem Tage etwas fragiler zu sein scheint. Auch diese Sache mit dem Sich-aufs-Essen-konzentrieren will nicht immer so ganz gelingen. Nun ja. Jammern auf hohem Niveau. Ich kleide mich derweil in meinem neuen Shirt, das definitiv niemals nie mein neues Lieblingsshirt werden wird. Aber es steht wenigstens Wedding drauf. Falls ich also irgendwann mal in diesem Moloch einer Stadt verloren gehen sollte, dann weiß man wenigstens, auf welcher Türschwelle man mich abladen sollte.

Warum ich dieses T-Shirt überhaupt trage? Ja, das ist eine wirklich gute Frage! Im Rahmen eines mittelgroß angelegten Testlaufs ist es meine Aufgabe herauszufinden, wie man im Wedding reagiert, wenn man mit einem Wedding-Shirt herumläuft! Ich glaube, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage: Man erntet spottende Blicke, verständnisloses Kopfschütteln und natürlich nicht zu vergessen: absolute Ignoranz. Tja, nun.

 

Und um die Laune eines fragilen Tochter-Vater-Gespanns noch ein wenig mehr auf die Folter zu spannen, klingelt unversehens just um die Mittagszeit herum der DHL-Bote. Allerdings nicht bei uns, denn das hieße ja, mit dem Paket mal wieder in das erste OG stapfen zu müssen. Er lädt es lieber bei den ebenerdigen Nachbarn ab. Und so, wie das Paket aussieht, verstehe ich auch, warum! Wie liebend gern ich doch Liefergeschäfte mit der DHL mache. Diese unglaubliche Spannung: Wird das Paket überhaupt ankommen? Wieviele Löcher wird es haben und ganz besonders: Raucht der Paketbote eigentlich Selbstgedrehte und wenn ja, wieviele davon.. so pro Stunde! Ugh..

Slideshow Leserbühne mit Nils Heinrich-Content

Samstagabend finde ich mich dann im Mastul ein, um der Abschluss-Gala der Sprachwoche hier beizuwohnen. Naja, das und natürlich auch, um Nils Heinrich zu treffen, dessen Buch „Sei froh, dass Du nicht Joghurt heißt„(*) ich hier im Blog morgen oder übermorgen oder nächste Woche Montag vorstellen werde. Es stellt sich nämlich heraus, dass Nils Heinrich im Wedding kein Unbekannter ist. Ganz im Gegenteil. Er hat hier als ehemaliger Brauseboy seine Spuren hinterlassen – doch wie sagte Robert Rescue so schön:“Der Wedding vergisst schnell!“ – wie wahr. Auch Frank Sorge erzählt mir aus seinem Dasein als Zwillingsvater und irgendwie driftet die gesamte Veranstaltung phasenweise in eine sehr lustige Väter-Selbsthilfegruppe ab. Das aber will mir trotz meines Müdigkeitslevels außerordentlich gut gefallen. Eine sehr heimelige Atmosphäre jedenfalls, fast schon zu heimelig. Aber so komme ich wenigstens in den Genuss einer einigermaßen ruhigen Abendunterhaltung, anstatt einfach todmüde ins Bett zu fallen.. oh.

P.S. Der Fehlerteufel allein weiß, warum die Bilder in der Galerie in der Großansicht runterskaliert werden. Die Bilder wirken dadurch leider sehr viel unschärfer als sie es eigentlich sind. Nun ja.

Wochenende in Bildern: Sonntag

Weddingmarkt. Am Nordufer. Kunst und Nippes, sofern zwischen beidem nicht ohnehin schon eine unheimlich große Deckungsgleichheit herrschen sollte – duck und weg!

Heute ist nicht nur Weddingmarkt am Nordufer, sondern auch Tag des offenen Denkmals. Zeit für mich, meinem altem Pädagogenleben auf dessen Geheiß einen Pflichtbesuch abzustatten. Aus dem Ruhestand, wenn man so will. Und siehe, trotz monatelanger Abstinenz verstehen sich Pädagogen-Ich und das jetzige Ich noch immer hervorragend. Ich merke allerdings auch ganz deutlich, dass es vielleicht ganz gut war, damit gebrochen zu haben. Es macht zwar noch immer Spaß und meine Talente sind dort in diesem Bereich wahrscheinlich noch immer am allerbesten zum Einsatz gebracht. Es ist eben einfach meine Bühne. Manchmal sind Lebensabschnitte aber dennoch und trotz allem dafür da, beizeiten beendet zu werden. Und darin habe ich mittlerweile Übung. Keine Wehmut, alles gut. Mit einer Mischung aus viel zu viel Kaffee und viel zu viel Kuchen und etwas Rückenwind fahre ich wieder zurück nach Hause.

 

A propos: Alles hat seine Zeit. Das Stattbad in der Gerichtstraße hat sie jetzt hinter sich. Sofern das überhaupt jemandem etwas sagt. Falls nicht: Keine Sorge. Eine überbewertete Einrichtung, die Geld damit verdiente, deren Besucher in eine Todesfalle zu locken, wäre tatsächlich irgendwann mal eine Panik oder schlimmer, ein Feuer ausgebrochen. Nun kommen Studentenwohnungen hier hin, die als Stabilisator der sozialen Mischung im Kiez auch nicht gerade die allerbesten Garanten sind. Eher im Gegenteil. Ja, sie merken schon, mit zu viel Zucker im Blut bekomme ich schnell Puls! 25… 24… 23… geht wieder. Also gleich.

 

Wie ihnen wohl schon aufgefallen sein wird: Viele Rücken gibt es an diesem Wochenende zu bestaunen. Das liegt zum einen auch daran, dass ich an diesem Wochenende wirklich viel so ganz im Vorbeigehen erledigen musste. Der Künstler, der ich nicht bin würde sagen: en passant. Oder so. Ja, aber so ist das eben manchmal, im Hamsterrad Freiberuf. Nächstes Wochenende werde ich mich zu größten Teilen aus Köln von der „Kind und Jugend“-Messe melden. Und wenn ich meine Notizen richtig deute, wird es eine sehr alberne Veranstaltung werden. Man munkelt bereits in den Fluren.. bleiben sie gespannt – ich bin es auch.

Und bevor ich es vergesse: Mehr Wochenende in Bildern bei Frau Mierau.

(*) Amazon-Affiliate-Link


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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