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Wochenende in Bildern: Sommer im Wedding #47

Wochenende in Bildern: Sommer im Wedding #47

Wochenende in Bildern Spielplatz

Das erste Mai-Wochenende sollte sonnenverwöhnt und verheißungsvoll mit dem Starautor und neuen Michael Crichton (oder war’s Raymond Pilcher?) von Moabit beginnen. Manche nennen ihn auch einfach Christian vom „Familienbetrieb“. Im Verlauf des Wochenende sollte sich aber herausstellen: ich fröstel derzeit mit vielen Dingen. Mit Eltern auf Spielplätzen zum Beispiel. Oder mit Wollmützen. Ein Wochenende in Bildern. Direkt aus dem Wedding. Die Krone gerichtet. Viel Spaß.

Wochenende in Bildern: Freitag

Christian vom Familienbetrieb und der ich haben es nach langer Zeit mal wieder geschafft, gemeinsam das eine oder andere starkaromatisierte Heißgetränk mit Koffeinextrakt einzunehmen. Zuvor stand aber noch die Feuerprobe ins Haus:

Zwei Männer, vier Käsekuchenstücke. Das Käsekuchen-Tasting im Hause Johnny. Oder wie ich es nenne, die Käsekuchen-Streetgang / Chapter Wedding-Moabit bei Tisch. Forever Blogger – Blogger Forever. Wie bitte? Was? Schön war es jedenfalls, soviel kann ich wohl sagen. In Berlin ist man nämlich freundlich untereinander – und hilft sich. Einfach so. Ich weiß, klingt verrückt.

Wochenende in Bildern: Samstag

Samstag. Gegen 17:00 Uhr schalte ich meine elektronische Ich-Stütze, den Computer erstmalig ein. Und das ist vielleicht schon alles, was man über diesen Tag und mich wissen muss. Aber folgen wir den Ereignissen in der Reihenfolge, in der sie eingetreten sind:

 

In den letzten Wochen habe ich mich bei anderen „Wochenende in Bildern“ dabei ertappt, wie ich mir den Belag der verschiedenen Essens- und Frühstückstische immer wieder mal genauer angeschaut habe. Natürlich kann man sagen, dass für viele Familien das Wochenende immer noch etwas Besonderes ist. Da gönnen wir uns mal so richtig etwas. Mir fällt aber immer öfter auf, wie wenig verarbeiteter Zucker oder Fettiges wir hier auf unserem Tisch zu stehen haben – im Gegensatz zu dem, was ich da draußen teilweise sehe. Vielleicht täuscht das aber auch. Ist aber vielleicht auch das der heimliche Grund, warum meine Tochter mit ihren zwei Jahren immer noch auf der 97. Perzentile herumkrebst?

Wobei man auch sagen muss: meine Tochter scheint etwas andere Ansichten bezüglich der Essenszusammenstellung zu haben.

 

Falls Sie heute im Kiez ein Mädchen mit Krone und großer „2“ auf dem Kopf haben tragen sehen, hätten Sie ruhig auch mal winken können.

Nachdem der zweite Geburtstag meiner Tochter anders als erwartet verlief und unerwartet andere, unerfreuliche Dinge in den Vordergrund gerieten, möchte ich heute nicht mit ihr unnötig diskutieren. Wenn sie ihre rote Geburtstagskrone tragen möchte, öffentlich und vor der Tür, dann soll sie das auch dürfen. Dass sie sie für den Rest des Tages tragen würde und das alle, aber wirklich auch alle Zeuge des Spektakels werden würden, Nein, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Wir ernteten erstaunlich viele Schmunzler und Lacher und Tuschler und waren wahrscheinlich mal wieder die buntesten Hunde im Kiez. Solange wir, also mehr meine Tochter und weniger ich, soll es mir recht sein. Berliner sind eben lustige Menschen. Nur die coolen Jungs mit den Hipsterschnurbärten und Wollmützen, die blieben ungerührt. Geschieht ihnen recht.

 

Das erste Mai-Wochenende hat nun endgültig die diesjährige Spielplatzsaison eröffnet. Ehrlich muss ich gestehen: ich fröstel noch ein wenig. Nicht mit dem Spielen an sich und auch nicht mit den Spielgeräten, sondern mit den anderen Eltern und deren älteren Kinder.

Es gibt nichts rücksichtsloseres und egoistischeres als Kinder, die erkennen, dass sie anderen körperlich oder intellektuell überlegen sind. Zumindest dann nicht, wenn es darum geht, den eigenen Vorteil an der Schaukel oder der Rutsche auszukosten. Gebt den Kindern das Kommando? Das kann nur jemand sagen, der keine kleinen Kinder hat.

Und die anderen Eltern? Nein, ich bin immer noch nicht cool oder intellektuell oder hip genug, um mit denen gemeinsam gesehen zu werden. Also den meisten jedenfalls. Einige sind ja tatsächlich ganz nett. Ach, ich wünschte, ich hätte ein Holzfällerhemd.

Jetzt, wo meine Tochter sich mit ihren zwei Jahren mittlerweile wirklich sinnhaft unterhalten kann, wollte ich eigentlich eine an #kindermund angelehnte „Papa-Chronik“ im Blog anlegen. Wahrscheinlich werden aber die Spielplatzchroniken vorher erscheinen, denn: es sind schlicht zu viele, die man aufgrund von Absurdität definitiv unter die Leser bringen sollte.

Wie ich aber einiges davon verfremden kann, ohne dass zum einen erkenntlich ist, um wen es geht und es dennoch die Pointe nicht verhaut,.. das weiß ich auch noch nicht.

Wochenende in Bildern: Sonntag

Der 1. Mai 2016. Ich traue es mich kaum zu sagen, aber heute vor drei Jahren war ich das letzte Mal auf dem Myfest in Kreuzberg. Das war mit der heutigen Mutter meiner Tochter – immerhin. Wie ich vor vier Jahren vom Myfest nach Hause kam? Oder vor fünf? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht gar nicht mehr so genau. Wie schnell doch dieses Erwachsenwerden geht. Wie lange man es doch vor sich herschieben kann. Wie unwichtig es zudem eigentlich ist.

 

Mit so viel Arbeit den Tag der Arbeit verbringen müssen. In der prallen Sonne. Ohne andere Eltern. Es ist ganz, ganz furchtbar. Was soll ich sagen.

Im Goethepark, der kleinstmöglichen Rasenfläche in der Umgebung treffen wir an diesem sonnigen Feiertag auf die nördlichste Weddinger Bekanntschaft. Es sind aber tatsächlich weniger Menschen heute unterwegs als gedacht. Gemeinsam veranstalten wir, Nein, kein zünftiges Grillgutspektakel, sondern ein Picknick. Mit „gesund“ und Salat. Am Spielplatz. Damit die Kinder auch etwas davon haben. Leider ist die Szenerie nicht in Bildern festgehalten. Es gibt Zeiten, da muss und will man nicht zum Handy greifen – oder vergisst, dass es „Wochenende in Bildern“ ist.

 

Statt dessen biete ich Ihnen meine neueste Geschmackserrungenschaft: das Eis, das aussieht wie Teer. Oder aus dem Badezimmerausguss gezogen: „Black Vanilla“. Also eigentlich „Black Mamba“. Echtes Vanilleeis mit Kirschextrakt – schwarz mit Kohle eingefärbt. Weil man es kann. Es sieht wirklich gewöhnungsbedürftig aus, ist geschmacklich aber eine echte Hausnummer. Süß und vanillig. Und eben ungewöhnlich. Der Eisdieler meines Vertrauens auf der Togostraße hat es mal wieder geschafft: ich brauch neuen Stoff! Schwarzen Stoff!

 

Eine harte Entscheidung. Blogfamilia oder Vatertag im Alt-Wedding. Futschi, Bier und Schnitzel ab 8:00 Uhr oder Eltern mit Kaffee? Nächsten Donnerstag werden wir alle schlauer sein.

 

Und das war es denn auch schon wieder. Ein WiB mit viel frischer Luft. Und so sonnig kann es gern auch bleiben. So bis Dezember ungefähr. Danke.

Übrigens: ich kann mich über die Frühstückstische Anderer wundern und trotzdem ganz ungeniert Bilder von doppelten Käsekuchen, Plastikschokolade und schwarzem Eis posten. Wie es heißt es doch so schön: erstmal an die eigene Nase fassen. In diesem Sinne.. wer macht mir jetzt bitte pancakes, hm? Mit Ahornsirup! So bis Dezember ungefähr! Danke.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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