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12von12: 12 Kinderbücher für Kinder ab drei Jahren

Meine Tochter liebt Bücher. Sie liebt auch den Sommer. Wenn der Sommer uns aber mal wieder im Stich lässt und das trotz globaler Erwärmung, dann bleiben ihr und mir immerhin noch ihre heißgeliebten Bücher. Viel Spaß also mit einem 12von12: 12 Kinderbücher für Kinder ab drei Jahren. In Kooperation mit meiner Tochter und ihrer ganz eigenen #12bookschallenge, wenn man so will. Los geht’s!

Halt! Bevor wir hier so richtig loslegen können: Einige wenige Bücher habe ich hier bereits im Blog vorgestellt – und auch entsprechend verlinkt. Wo es noch keinen Link gibt, wird bald schon einer folgen – und dann natürlich hier auch nachgetragen. Versteht dieses 12von12 also einfach als eine Art erweitertes Preview zu meiner bald schon folgenden „Johnnys Lesewoche“. Dies gesagt – lasst uns loslegen:

01) Wilmas Mäusejagd

Wilma – eine Katze lässt das mausen nicht. So ungefähr jedenfalls, denn eigentlich wird der feline Hauptcharakter mehr von einer Maus geärgert, als dass sie sie wirklich jagen würde. Sie ist ihr nämlich entwischt und nun gilt es, gemeinsam mit uns, also vor allem dem Kind, die Maus wiederzufinden. Doch nicht nur das. Es gibt noch viel mehr Tiere, im Verlauf der Geschichte vermisst werden. Wo ist der Wellensittich eigentlich hin?

Was im ersten Moment nach einem klassischen Wimmel- und Suchbuch klingt, ist in Wirklichkeit viel mehr als das. Das Buch offenbart viel Blick für die kleinen Details und diesen gewissen Hang zur kunstvollen Illustration. Kein Wunder, dass ich immer wieder zugreife. mich Wilma immer wieder aus dem Regal holen. Das Beste aber daran ist: In dem Buch kann man im wahrsten Sinne des Worte auf die Suchen gehen, denn es ist sogar eine Lupe mit dabei! Für die viele kleinen Details, die man sonst gar nicht gesehen hätte.

Liliane Steiner, Wilmas Mäusejagd, Kunstanst!fter Verlag – demnächst mit Verlosung im Blog!

02) Trau Dich, Koalabär

„Der Löwe in dir“, ebenfalls von Rachel Bright und Jim Field ist seines Zeichens das Vorgängerwerk zum nun erschienenen „Trau dich, Koalabär“. Die Parallelen sind unverkennbar und doch ist die Geschichte von Kimi, dem Koala ein klein wenig anders. Also eigentlich sogar ganz anders. Kimi, verzeihen Sie mir mein französisch: faul! Oder sagen wir lieber, er ist jetzt nicht unbedingt der größte Freund von Bewegung. Nicht, weil er bequem ist, wie man das sonst annehmen könnte. Nein, er hat schlichtweg Angst. Als aber Gefahr in Verzug ist, muss er über sich hinauswachsen.

Ein unglaublich dynamisches Kinderbuch, welches zwischen großformatigen Illustrationen und kleinen Szenen geradezu spielerisch hin und her wechselt und so auch der Geschichte auf dieser Ebene enorm viel Leben einhaucht. Das Thema Angst ist auch für meine Dreijährige kein unbekanntes. Auch, dass sie lieber getragen wird, als dass sie läuft, kommt dem Verhalten Kimis schon deutlich nahe. Ich freue mich schon, es im Rahmen von „Johnnys Lesewoche“ näher vorzustellen zu dürfen.

Rachel Bright & Jim Field, Trau dich, Koalabär, Magellan Verlag – demnächst mit Verlosung im Blog!

03) Manege frei – Bist du dabei?

Ein Löwe als Zirkusdirektor? Und ein Schwein als Clown? Kann das gut gehen? Ja, natürlich kann es das. Natürlich klappt nicht jede Nummer auf Anhieb und besonders das Schwein platzt gern mal einfach mittenrein. Die unterschiedlichen Szenen berichten in losem Zusammenhang von einer Show im Zirkus. Man lernt allerhand verspielte Charakter kennen, die ihrerseits wiederum ganz besondere Fähigkeiten haben.

Ein kleines, handliches Buch, dass einfach sehr viel Spaß macht. Es regt zum Mitmachen an und macht selbst aus den Buchstaben ein wahrlich buntes Erlebnis. Falls mich mal jemand fragen sollte, welches Buch für Zwei- bis Dreijährige besonders geeignet sei, dann muss dieses Buch aus dem Magellan Verlag unbedingt mit von der Partie sein. Auch, weil es Leseanfänger spielerisch leicht abholt und bereits älteren Kinder die Möglichkeit zum Mitmachen bietet.

Nastja Holtfreter, Manege frei – bist du dabei?, Magellan Verlag- demnächst mit Verlosung im Blog!

04) Schüttel den Apfelbaum

Das Konzept des Mitmachbuchs ist mir in der Kita meiner Tochter zum ersten Mal begegnet. Während sie selbst etwas mehr Zeit brauchte, sich aktiv dem Buch zuzuwenden, fanden die großen Kinder es hingegen sehr ansprechend und lustig. Mittlerweile folgt meine Dreijährige den Anweisungen solcher Bücher.

Als mich Nico Sternbaum, der Autor von „Schüttel den Apfelbaum“ ansprach, sagte ich also natürlich zu, obgleich meine Tochter ja eigentlich fast schon zu alt für das Buch ist. Dennoch finde ich, dass man auch mit älteren Kindern sehr viel Spaß mit solcher Art Bücher haben kann. Es ist eben alles eine Frage der elterlichen Motivation.

Nico Sternbaum, Schüttel den Apfelbaum, Bassermann Verlag – demnächst mit Verlosung im Blog!

05) Veggie for Moms

Zugegeben, dieses Buch scheint sich ein wenig verlaufen zu haben. Immerhin handelt es sich hier wohl kaum um Vorleselektüre für Kleinkinder. Dennoch hat es seine Berechtigung. Einfach, weil ich Kochen mag. Und weil ich Bücher mag, die ein wenig kreativer sind als andere. Und das eben ganz unaufgeregt. Neben tollen Rezepten gibt es viel Wissenswertes rund um das Thema Ernährung während und nach der Schwangerschaft. Dass dies auch für mir als vegetarischer Papa relevant ist, muss ich hierbei wohl kaum extra erwähnen, oder?

Sarah Schocke, Veggie for Moms, ZS Verlag – demnächst mit Verlosung im Blog!

06) Fast wie Freunde

Schon am Cover erkennt man, dass es sich um dieses Kinderbuch aus dem Anst!fter Verlag nicht unbedingt um ein klassisch-buntes Kinderbuch handelt. Während „Trau dich, Koalabär“ das Thema Angst farbenfroh und verspielt angeht, wird das gleiche Thema hier ein wenig ernster verarbeitet. Sophie, so der Name des Hauptcharakters ist kein Tier, sondern ein echter Mensch. Und irgendwie fällt ihr alles ein wenig schwerer als anderen. Bis sie beschließt, ihre eigene Angst kennenzulernen.

Ein Kinderbuch, das ist doch das schöne daran, kann verschiedene Facetten der Welt und des Lebens aufgreifen. Natürlich lieben wir Eltern es, wenn es bunt und süß daherkommt. Mir persönlich tut es aber auch gut, zu Kinderbüchern greifen zu können, die bestimmte Themen etwas ernster anfassen. So kann ich im sicheren Raum des Vorlesens auch dies mit meiner Tochter besprechen. In Maßen natürlich, denn Lesen soll ja auch weiterhin Spaß machen. Dass meine Tochter aber auch solche Bücher verschlingt zeigt mir, dass wir auf einem guten Weg sind.

Mirjam Zels, Fast wie Freunde, Kunstant!fter Verlag – demnächst mit Verlosung im Blog!

07) Kosmo & Klax – Freundschaftsgeschichten

Kosmo, der Fuchs und sein Freund, der rote Ball Klax erleben gemeinsam mit ihren Freunden Bibo, Knabba, Lili allerhand kunterbunte Geschichten. So richtig weiß ich gar nicht, wo ich da anfangen soll? Beim Versteckabenteuer „Wo bist Du?“, an dessen Ende ich immer an das russische Märchen „Die starke Maus“ denken muss? Oder „Ein Fuß tanzt aus der Reihe“, währenddessen meine Tochter gern auch mal Quatsch mit ihrem eigenen Fuß anstellt?

Ein Vorlesebuch mit wunderschön handgearbeiteten Bildern, dass sich bereits in Richtung echtes Buch, als denn ein Bilderbuch bewegt. So umfassen die Geschichten teilweise mehrere Seiten, wobei natürlich noch stets pro Seite mindestens ein Bild handlungsunterstützend eingebunden wurde. Insgesamt 20 Geschichten, die man natürlich am Stück vorlesen kann. Meine Tochter ist da sehr ausdauernd und versteht oft nicht, warum ich nich vier bis drölfzig Geschichten eine kurze Pause brauche. Spaß machen die Geschichten aber uns beiden wahrlich.

Alexandra Helmig, Timo Becker, Kosmo & Klax – Freundschaftsgeschichten, Mixtvision

08) Die Tierwelt Europas

Als Teil des Junique Bookshelf liegt es schon eine ganz Weile auf meiner Leseliste. Weit sind wir allerdings noch nicht gekommen, da es sich um eine Art liebevoll gezeichnetes Lexikon handelt. Nicht alle Tiere sind indes auch in hierzulande zu finden, auch gibt es erstaunlich viele Fische zu sehen. Dennoch eine schöne Abwechslung, um nicht einfach nur vorzulesen, sondern gemeinsam mit meiner Tochter verschiedene Tiere zu entdecken.

Amy Hamilton, Die Tierwelt Europas, Junique Bookshelf

09) Tapsi will kuscheln

Tapsi der Walddrache kuschelt für sein Leben gern. Allerdings gibt es da noch diese eine andere Sache, die er mindestens genauso gerne macht. Was, das wird natürlich nicht verraten. Nur soviel: Seiner besten Freundin, der Elfe Pünktchen gefällt es überhaupt nicht. Als sie eines Tages besonders konsequent das Kuscheln ablehnt, muss Tapsi sich schon etwas Besonderes einfallen lassen.

Unaufgeregt, süß gezeichnet und eine Geschichte, die klar und herzschmelzend zugleich erzählt wird. Die von Anna Schaub geleistete Übersetzung aus dem englischen „Sloppy wants a hug“ ist bis auf ausgerechnet den ersten Satz der Geschichte wirklich toll.

Hier geht’s zur vollen Rezension:
Sean Julian, Tapsi will kuscheln, NordSüd Verlag

10) Jan & Henry – Gutenacht-Geschichten

Henry! Heeenry! HEEEEENRY! – Wa-wa-wa-was ist denn los? Wer Jan und Henry kennt, der kennt auch diesen stets wiederkehrenden Dialog. Die beiden Erdmännchen warten in ihren Gute-Nacht-Geschichten für jeden Tag der Woche mit skurillen, kreativen Abenteuern auf. Das erfordert natürlich auch ein bereits entwickeltes Verständnis davon, was „Quatschie“ und was eben real ist. Dann aber ist’s ein Riesenspaß.

Meine Tochter liest dieses Buch, Nein, also eigentlich lese ich dieses Buch mehrmals pro Woche. Die größte Herausforderung ist indes, es nicht einfach am Stück durchzulesen. Denn ansonsten dauert das Einschlafritual einfach mal doppelt so lang wie sonst. Selten war es aber derart charmant, den Schlaf noch ein wenig zu vertrödeln – Kleinkind-Style.

Martin Reinl, Jan & Henry – Gutenacht-Geschichten, Zeitgeist Media Verlag

11) Palalu die Zauberkuh

30 wundervoll handillustrierte Seiten über das Mädchen Anneliese. Dieses verläuft sich auf einer Blumenwiese, als es unbedacht einem Schmetterling hinterherläuft. Und als sie dort irgendwo verloren in der Wiese liegt, begegnet sie plötzlich Palalu die Zauberkuh. Als die Nacht dann aber so langsam hereinbricht, wird es brenzlig – und man erfährt endlich, worin eigentlich genau die Zauberkraft der Zauberkuh liegt. Am Ende gibt es natürlich ein Happy End und alle können beruhigt einschlafen. Mehr aber will ich an dieser Stelle nicht verraten, denn das gehört sich ja nicht, oder?

Die Erzählung wird von der ersten bis zur letzten Seite in einfachen Reim-Schemata erzählt. Anfangs noch sanft und mit wenig Zeilen, gewinnt die Geschichte mit wachsender Seitenzahl gehörig an Fahrt. Poetisch und mehr an Sprache und Rhythmus orientiert, als denn daran, die Geschichte voranzubringen.

„Palalu die Zauberkuh“ mäandert irgendwo zwischen Kunst- und Kinderbuch. Wunderschön illustriert, hochwertig aufgemacht und ach, wirklich toll. Beim Vorlesen steht man manches Mal jedoch vor einer Herausforderung. Und sei es auch nur, die immer gleichen Reime zu wiederholen. Auch ist es eine Vielzahl von Themen, die man im Verlauf durchwandert. Meine Einschätzung: Schön für fantasiebegabte Lesekinder ab drei Jahren.

Hier geht’s zur vollen Rezension:
Pazit Sarit Schraga, Palalu die Zauberkuh, Taugenichts Verlag

12) Meine Omi, die Worte und ich

Gestatten, Mio. Mios erstes Wort war nicht „Froschlaich“ oder „Kommandokapsel“, sondern in der Tat „Omi“. Das jedenfalls sagen ihm seine Eltern. In der Zwischenzeit lernen wir, wie Mio in der Wohnung seiner Omi immer neue Wortschätze entdeckt und mit Wörtern wie „Firlefanz“ ungeahnte Bekanntschaft schließt.

Mit der Zeit verliert Omi jedoch immer mehr Worte. Am Ende der fantasievollen wie tragischen Geschichte behält die Omi nur noch ein einziges Wort – für alle anderen ist Mio von nun an allein verantwortlich.

In diesem Buch geht es zwar auch um das Altern und die Demenz, es geht aber auch darum, wie schön man sich die Welt mit Worte aneignen kann. Für meine Tochter, die mit ihrem großen Wortschatz gern auch mal hausieren geht, ist dieses Buch manchmal noch etwas zu kompliziert. Die Illustrationen von Elsa Klever sind indes über alle Zweifel erhaben.

Hier geht’s zur vollen Rezension:
Nikola Huppertz & Elsa Klever, Meine Omi die Worte und ich, Tulipan Verlag

 

Wie schnell doch so ein 12von12 schon wieder vorbei sein kann… Ich wollte das ja schon sehr lange machen, so ein 12von12 zum Thema Kinderbuch. Und wo es jetzt so viel Spaß gemacht hat, mehr noch, als ich mir erhofft hatte, werde ich es sicherlich bald mal wiederholen. Die Welt braucht gute Bücher – viel davon! Vor allem für Kinder! In der Zwischenzeit gibt es HIER noch viele weitere 12er-Bilderserien. Viel Spaß dort und hier: Auf Wiederhören.

1 Kommentare

  1. Hey Johnny,

    was für eine super Idee, die 12von12 so abzuwandeln und 12 Bücher vorzustellen. Danke für die vielen Anregungen, mich jucken schon wieder die Füße um zur Buchhandlung zu laufen ;-)

    Du hast einen sehr lesenswerten Blog, mach bitte weiter so! Jetzt lasse ich mal meinen Mann mit dem Blog alleine ;-)

    Liebe Grüße
    Barbara

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