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Bilderbuch: „Das Tigerei“ von Nele Brönner – NordSüd Verlag

„Das Tigerei“ von Nele Brönner, Kinderbuch aus dem NordSüd-Verlag

„Das Tigerei“ von Nele Brönner wirkt schon auf den ersten Blick wie ein zeitloses Kinderbuch. Die farbgewaltigen Illustrationen erinnern mich zudem stets an einen anderen Bilderbuchklassiker. Oh, worum es geht? Na um ein unscheinbares Vogelei, welches der grummelige Zootiger Hermann umsorgt und aufzieht. Eine Tigerei-Geschichte aus dem NordSüd-Verlag.

„Das Tigerei“ von Nele Brönner: worum geht’s?

Im hiesigen Zoo gibt es natürlich nicht nur Streifengnus und Koboldmakis, sondern natürlich auch ein obligatorisches Tigerhaus. Hier wohnt Hermann, der zugegeben recht missmutig Zootiger. Angetan von seinen Nachbarn ist er nur selten und auch sonst vergisst er manchmal sogar das Essen, so sehr muss er sich manchmal über die anderen Tiere aufregen.

Eines Tages fällt ihm ganz unverhofft ein Vogelei auf den Kopf. Allerdings geht es nicht zu Bruch und ganz entgegen jedweder Erwartung, fängt Hermann nicht nur an, ein Nest für das Ei zu bauen, sondern sich auch liebevoll um das kostbare Ding zu kümmern. Eines Tages kommt es, wie es kommen muss: es schlüpft ein kleiner Vogel aus dem Ei. Und so geht der Tiger auf die Jagd, bringt Grillen, Käfer, Raupen und andere Insekten zum Nest. Zwischen Vogel und Tiger entsteht ein rührende Papa-Kind-Geschichte.

So bringt Hermann dem Vogel bei, was er weiß. Wie man zum Beispiel wie ein Tiger brüllt. Naja, so ähnlich jedenfalls. Eines Tages aber, als Hermann von der Jagd zurückkehrt, findet er das Vogelnest plötzlich leer. Was ist passiert? Ganz klar, der kleine Vogel hat sich aufgemacht, den Zoo eigenständig zu erkunden, denn immerhin kann er jetzt wie ein Tiger brüllen. Wer sollte ihm, dem kleinen Tigervogel also schon etwas anhaben können? Außer vielleicht ein alter Pelikan… Papa Tiger Hermann kann gar nicht hinschauen. Ob das gut ausgeht?

Meine Einschätzung als Vorleselöwe

Nele Brönners Nachfolger des preisgekrönten Bilderbuchs „Affenfalle“ entspinnt auf 12 Doppelseiten eine zeitlose Geschichte von Mutigsein und Großwerden. „Das Tigerei“ lebt hierbei vom liebevoll gezeichneten Löwen und dessen Emotionsspiel. Die Farben und Akzente, die sich nicht nur in Hermanns Gesicht, sondern sich auf jeder einzelne Seite wiederfinden, holen Vorlesekind wie auch mich als Vorleselöwe immer wieder wunderbar ab.

Während des Vorlesens muss ich aber häufig an einen anderen Klassiker des Kinderbuchregals denken. Das liegt zum einen natürlich an der zeitlosen Geschichte selbst, zum anderen aber auch sehr stark an den Illustrationen. Diese stammen übrigens ebenfalls von der Autorin selbst. Wie dem auch sei und vielleicht passiert diese Assoziation auch nur in meinem Kopf, aber „Das kleine Ich bin Ich“ kommt mir häufiger in den Sinn, sobald ich im Tigerei blättere. Obgleich das „Das kleine Ich bin ich“ natürlich eine Geschichte vom Sich-für-sich-selbst-finden ist. Dennoch.

Wundervolle farbige Illustrationen begleiten den Text und stellen die beschriebene Situation dar. Alle Szenen sind dynamisch, witzig und liebevoll gezeichnet. Besonders gut sind die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke des Tigers von liebevoll bis ängstlich dargestellt. Die Illustrationen sind doppelseitig und vollflächig. Der Fließtext integriert sich als Block in das Bild. In allen Illustrationen wird das Bildgeschehen vom Gelb des Tigers dominiert und so die Präsenz des gefährlichen Tieres verdeutlicht.
Das Buch ist fantasievoll, originell und lehrreich. Es eignet sich für zu Hause oder als Geschenk, ebenso wie für die Arbeit mit Kindern im Kindergarten oder die Elterntherapie.
Wiederholungen machen es nicht langweiliger, sondern interessanter, denn je länger man darüber nachdenkt, umso intensiver werden die erlangten Erkenntnisse.

Fazit

Farbintensive Geschichte zwischen Tiger und Vogel, die uns vom Mutigsein und vom Wagen erzählt. Und auch davon, dass man selbst als Tigereltern manchmal Angst haben darf. Davon, dass auch kleine Tigervögel mal für sich selbst die Welt erkunden dürfen – und müssen.

Nele Brönner
Das Tigerei
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: NordSüd Verlag; Auflage: 1 (1. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3314104316
ISBN-13: 978-3314104312
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 22 x 1 x 28,7 cm

Preis: EUR 15,00

Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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