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„Meine Omi, die Wörter und ich“ von Nikola Huppertz und Elsa Klever

„Meine Omi, die Wörter und ich“ ist ein Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren. Erst kürzlich im Tulipan-Verlag erschienen, war ich anfangs ängstlich wie fasziniert zugleich. Ein Kinderbuch, welches sich mit dem schwierigen Themen Demenz und Tod beschäftigt? Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es in diesem Buch um so viel mehr geht. Zum Beispiel darum, wie man sich mit Worten ganz wunderbar die Welt erschließen kann. Sie merken schon, der Vorlese-Papa hat schon wieder etwas Überschwang getankt. Aber lesen Sie selbst…

Meine Omi, die Wörter und ich: Synopsis

Worum geht es hier eigentlich? Geht es hier wirklich den Spracherwerb? Geht es um die Macht der Sprache? Geht es um die Demenzerkrankung der geliebten Omi? Gestatten, Mio. Mios erstes Wort war nicht „Froschlaich“ oder „Kommandokapsel“, sondern in der Tat „Omi“. Das jedenfalls sagen ihm seine Eltern. Von dieser Idee ausgehend, dass nämlich alle Worte bei der Omi wohnten, bevor sie zu Mio kamen, hangelt sich die Geschichte über 18 Doppelseiten, bis man verwundert feststellt: Huch, schon vorbei?

In der Zwischenzeit lernen wir, wie Mio in der Wohnung seiner Omi immer neue Wortschätze entdeckt und mit Wörtern wie „Firlefanz“ ungeahnte Bekanntschaft schließt. Je mehr Worte er entdeckt, desto mehr erzählen sie ihm über die Welt – bis er irgendwann neue Wörter erfindet. Sie sind ihm mehr als bloße Beschreibungen. Sie werden zu Freunden mit ganz eigenen Stimmungen und Vorstellungen.

Mit der Zeit verliert Omi jedoch immer wieder das eine oder andere Wort. Auch von außen bringt Mio nun immer neue Worte wie zum Beispiel „Chicken Nugget“ mit. Doch hilft es kaum, denn ein Zuhause finden sie bei Omi jedoch nicht. Am Ende der fantasievollen wie tragischen Geschichte behält die Omi nur noch ein einziges Wort – für alle anderen ist Mio von nun an allein verantwortlich.

Man muss sie einfach mögen, die Omi!

Der Vorlese-Papa sagt: So ein schönes Buch, aber…

„Meine Omi, die Wörter und ich“ ist Kinderbuch ab vier Jahren – und dem kann ich voll zustimmen. Das liegt natürlich auch an der Themenwahl, die mit Tod und Demenz sich tatsächlich an ältere Vorlesekinder richtet. Aber stimmt das denn wirklich? Geht es hier wirklich allein um die Tragik des Alterns?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar: Nein! Zwar sind Demenz und Tod zwei wunde Punkte im Kleinkindleben, denen man als Vater zudem so lange wie möglich aus dem Weg gehen will. Doch sprüht dieses Buch auch dank seiner Illustrationen nur so vor Lebensenergie. Die Welt ist ein wundervoller Ort mit vielen Worten, Orten und Stimmungen – und mit Omi hat Mio die perfekte Begleiterin an seiner Seite.

Für meine Tochter, die mit ihrem großen Wortschatz gern auch mal hausieren geht, ist dieses Buch leider noch etwas zu kompliziert. So viel Spaß ich an den Bildern habe (und sie wahrscheinlich auch), so sehr verbringe unsere Vorlesezeit damit, ihr die unterschiedlichsten Wörter zu erklären. Aber das mache ich ja irgendwie auch gern. Zumal man doch so manches Mal selbst etwas kreativ werden muss, um Wörter wie „Speicherkarte“ kleinkindgerecht in weniger als einem Satz zu erklären.

Fazit

Die Illustrationen von Elsa Klever sind über alle Zweifel erhaben. Kindgerechte Farbauswahl, die auf knallige Farbkontraste verzichtet und selbst wiederum durch liebevoll gezeichnete Motive glänzt. Darüber hinaus ist die Geschichte spannend und kreativ zugleich umgesetzt. Sie verarbeitet gelungen zwei schwierige Themen, die ich in einem Kinderbuch in dieser Altersklasse so gar nicht erwartet hätte. Es tut mir leid, wenn ich schon wieder überschwänglich werde, aber: So ein schönes Buch! Für meine Tochter mit ihren knapp drei Jahren ist doch Buch thematisch noch etwas zu kompliziert, doch an den Bildern hat sie jede Menge Spaß!

Anfang 2017 erst im Tulipan Verlag erschienen, ist „Meine Omi, die Wörter und ich“ von Nikola Huppertz eben auch genau dort erhältlich. Alternativ gibt es das Buch aber natürlich auch am großen Fluss oder dem herkömmlichen Buchhandel zu erstehen. Oder aber… Achtung:

„Meine Omi, die Wörter und ich“ gewinnen!

Und wie (fast) immer seid am Ende ihr an der Reihe. Ihr könnt ein brandfrisches Exemplar des Kinderbuchs von Nikola Huppertz und Elsa Klever gewinnen. Was ihr dafür tun müsst? Lasst mir einfach unter dieser Rezension einen Kommentar mit gültiger Email-Adresse und verratet mir, wie ihr in eurer Familie mit dem Thema umgeht. Also nur, wenn ihr wollt, natürlich. Ist kein Muss – es interessiert mich, da es auch bei uns Thema ist.

Einsendeschluss ist der 05. März 2017 23:59 Uhr. Teilnehmen kann jeder über 18 Jahre und mit deutscher Postadresse. Der Anspruch auf den Gewinn verfällt nach Ablauf von sieben Wochentagen ab Mail-Benachrichtigung. Der Gewinn kann natürlich auch nicht ausgezahlt werden. der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Losfee von random-org ermittelt die Gewinnerin / den Gewinner.

Viel Glück und eine schöne Woche!

9 Kommentare

  1. Nicole Geißler sagt

    Ich bin über die Seite von Elsa Klever auf diese Rezension gestoßen.
    Meine kleine Tochter ist auch noch viel zu jung für dieses Buch (gerade einen zarten Monat alt), aber mein Oma (und damit ihre Uroma) liegt gerade im Krankenhaus und da muss man sich immer vor Augen halten, dass es jederzeit soweit sein kann, dass unsere geliebten Menschen von uns gehen. Eine gemeinsame Verarbeitung ist wichtig und darum benötigt es auch solche Bücher.
    Ich verdanke meiner Oma sehr viel und bin mir sicher, dass ich erstmal Wasserfälle weine, wenn ich das Buch lese. Tränen, die mir helfen mit der Situation umzugehen.

  2. Oh ich würde so gerne dieses tolle Buch gewinnen – in unserer Familie ist diese Thematik noch nicht so präsent, aber das wird irgendwann kommen. Liebe Grüße

  3. simone sagt

    wenn es den omas und opas oder anderen von den luetten geliebten menschen mal nicht mehr gut geht … puh. bisher sind wir von diesem thema gluecklicherweise verschont … wobei ich oft die plaene der großen (4,5) plaene unterbreitet bekomme: „mama, wenb du tot bist, passe ich auf, dass sich alle gut die zaehne putzen!“ deal ;)
    ein buch mit so vielen wundervollen woertern ist fuer mich einfach … hach!

  4. Ich würde mich sehr über dieses Buch freuen, nicht nur für zukünftige Kinder, sondern auch weil mein Freund und ich uns gerne Kinderbücher vorlesen :) Am liebsten nachdenkliche, über die wir dann philosophieren können.

  5. „Kommst du bald mal wieder vorbei“ sagt er immer, obwohl er nicht mehr weiß wer ich bin. Aber anscheinend kann er mich trotzdem gut leiden.

    • Hallo Mara, herzlichen Glückwunsch, Du hast dieses wundervolle Buch gewonnen! :D
      Ich melde mich später noch einmal per Mail bei Dir, um alles Weitere auszubaldowern!
      LG Johnny

  6. Anna Rapunzela sagt

    Demenz ist bei uns zum Glück gerade kein Thema. Das Buch würden wir aber trotzdem gern gewinnen <3

  7. Paul Kwin sagt

    Die Geschichte hört sich sehr interessant an. Da das Thema bestimmt noch auf uns zu kommt, wäre es schön, es schon parat zu haben ;)

  8. Südland Mama sagt

    Hallo Johnny! Danke für deine Renzesion! Hört sich interessant an das Buch und ich bin immer wieder dankbar für NeuVorstellungen. Bei uns zuhause ist demenz kein Thema aber vielleicht kann ichs ja mal beruflich gebrauchen (kiga). Thema Tod bearbeiten wir hier zuhause christlich. Lg

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