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Erstlesebuch „Frieda Fricke – Unmöglich!“ von Karen-Susan Fessel, Kosmos Verlag

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Frieda Fricke lebt mit sechs Kühen und zwei Tanten auf einem Bauernhof. Nun ja, auf dem Bauernhof passiert ja eigentlich nicht allzu viel. Tagsüber gehen die Kühe auf die Weide, abends dann zurück in den Stall. So romantisch das auch klingt, so falsch ist es auch, denn da gibt es ja zum Glück die quirlige Frieda. Die ist nämlich nicht nur klug, sondern auch ganz schön frech noch dazu. Trotz tragischer Hintergrundgeschichte eine turbulente und lebhafte Geschichte, die nicht nur durch Pointen, sondern auch durch die Themenvielfalt zum Vor- und Selbstlesen einlädt.

Synopsis: Frieda Fricke und das Dorfleben

Frieda Fricke ist eine nicht ganz so typisches Mädchen. Nachdem sie ihre Eltern bei einem Unfall verloren hat, kümmert sich eine Art Ersatz-Großfamilie um sie. So lebt sie gemeinsam mit sechs Kühen, dem Hund Lupo und ihren Tanten Siggi und Emmi auf dem Land. Ihr absoluter Lieblingsort ist und bleibt aber natürlich der Stall. Dieser ist allerdings nicht mehr im besten Zustand und hätte eigentlich eine ordentliche Renovierung nötig. Leider ist das Geld der Tanten äußerst knapp – Tante Siggi droht sogar der finanzielle Bankrott. Jetzt ist die freche Frieda gefragt.

Wie es der Zufall so will, ist im Nebenhaus die Familie von Mitja eingezogen. Oder wie man auch sagen könnte: Die stinkreichen Schnösel aus Hamburg. Ein wenig klischeebeladen und wie das natürlich immer so mit Klischees ist, sind sie im Kern wahr. Naja, fast, denn eigentlich ist ihr neuer Schulkamerad Mitja ganz sympathisch. Frieda und der Junge freunden sich an – und schon finden Sie einen Weg, wie die ganze Sache doch noch gut ausgehen könnte.

Frieda Fricke: Meine Einschätzung als Vorlesepapa

Bei so vielversprechenden Titeln wie „Die beste Idee aller Zeiten“, „Sechs Kühe und ein Doppelkinn“ oder „Kazipäten und Tapeten“ weiß man doch schon nach dem ersten Blättern, dass es mitunter lustig werden könnte – auch für uns erwachsenen LeserInnen. Auf etwas weniger 200 Seiten geht es bei genauerem Hinsehen aber oft um viel mehr als die Pointe. Sicher, Frieda ist ein frecher Charakter, mit dem man sich nur allzu gern identifizieren mag. Auch aufgrund ihrer tragischen Geschichte. En passant werden in dem Erstlesebuch aus dem Kosmos Verlag aber viele weitere Themen aufgegriffen. Nicht nur das Thema Vorurteile und Freundschaft, sondern zum Beispiel auch die Demenz der Großmutter – oder die Tatsache, dass nicht jeder große finanzielle Mittel verfügt.

Die verschiedenen Illustrationen von Mareikje Vogler unterstützen darüber hinaus die in neun(?) Kapitel aufgeschlüsselte Geschichte jeweils auf ganz eigene Weise. Mal seitenübergreifend, mal mit schönen Details. Einmal meine ich sogar, einen doppelten Käsekuchen zu sehen. Meine absolute Lieblingsseite des gesamten Buchs; ich weiß, Sie verstehen das. Mein Stadtkind hört hingegen immer dann sehr genau hin, wenn es um das Landleben am Deich geht – oder Wörter wie „Kuhscheiße“ fallen. Oder Fliegen im Kuhstall umherfliegen.

Fazit

Eine humorvolle Geschichte, die ganz spielerisch leichte und ernste Themen miteinander zu verweben weiß. Illustrationen, Schrift und Erzählweise sind gut für ErstleserInnen bzw. Grundschulkinder wie auch für erfahrene Vorlesekinder geeignet. Manchmal ist die Sprache etwas, sagen wir mal, direkt und braucht für Vorlesekinder hier und da eine Erläuterung. Das liegt aber in der Natur der Sache und tut der lebhaften Geschichte keinen Abbruch.

Weibliche Charakter, die klug sind und den Mund aufmachen, haben ohnehin und immer einen Stein bei mir im Brett, ne. In solch einen Charakter sollten sich aber auch Jungs gut wiederfinden können.

 

„Frieda Fricke – Unmöglich!“ von Karen-Susan Fessel ist im Februar als Hardcover im Kosmos Verlag erschienen und kann im stationären Handel oder eben auch in den Weiten des Internets erstanden werden.


Als bloggender Vater einer dreijährigen Tochter schreibt Johnny über das Familienleben zwischen Kita, Kleinkind und Vereinbarkeit.

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