READING

Erstlesebuch: „Rotzhase und Schnarchnase“ – ...

Erstlesebuch: „Rotzhase und Schnarchnase“ – Band 1 und Band 2“ von Julian Gough – Magellan Verlag

rotzhase-und-schnarchnase-julian-gough-magellan-verlag-erstlesebuch-cover.jpg

Gleich zwei Erstlesegeschichten sind dieser Tage im Magellan Verlag erschienen. Die Protagonisten: Rotzhase und Schnarchnase von Julian Gough und Jim Field. „Möhrenklau im Bärenbau“ und „Der Tyrann von nebenan“ heißen die beiden Hardcover-Bände und erzählen jeweils eine ganz eigene Geschichte über Freundschaft, Toleranz und Miteinander. Und natürlich über die Lieblingsmöhre. Und das, obwohl das Pärchen aus Bär und Hase kaum unterschiedlicher sein könnte. Aber genau deswegen funktionieren die Geschichten eigentlich auch so gut. Ich habe meine Nase mal reingesteckt und festgestellt: selbst ein alter Hase wie ich kann da noch was lernen.

Synopsis Band 1: Rotzhase und Schnarchnase – Möhrenklau im Bärenbau

Mitten in der Nacht wacht Bär auf. Ein Dieb ist ihm auf die Nase getreten und hat ihm Honig, Lachs und alle leckeren Käfereier entwendet. Alles weg. Das Problem an der Sache ist: es ist Winter und Bär hält im Winter eigentlich seinen Winterschlaf. Doch es hilft ja nichts. Draußen im Schnee trifft er auf Hase, den anderen Protagonisten der Geschichte.

Mit diesem verbringt er die folgenden Tage, baut einen Schneemann, ohne jedoch zu wissen, dass dieser der heimlich Dieb seiner Speisen ist. Hasen haben nämlich eigentlich immer Hunger. Riesenhunger. Im Verlauf der Tage rettet Bär Hase sogar vor dem gefrässigen Wolf, als dieser sich aufmacht, dem Langohr an den Kragen zu gehen. Dies geht natürlich nicht spurlos an des Hasen Gewissen vorbei. Wird er sich dem Bären offenbaren? Und wie wird dieser mit diesem Wissen umgehen? Und welche Rolle spielt eigentlich Hasen Lieblingsmöhre?

Wer mich kennt, weiß: ich verrate nichts!

Synopsis Band 2: Rotzhase und Schnarchnase – Der Tyrann von nebenan

Auch im zweiten Band beginnt die Geschichte mitten in der Nacht. Dieses Mal befinden wir uns abermals im Bärenbau, begegnen dort aber nicht Bär, sondern dem Hasen. Dieser wird von einem Geräusch plötzlich aufgeweckt. Woher der Lärm wohl kam? Draußen erkennt Hase jedenfalls, dass der Winter vorbei und der Frühling im Anmarsch ist. Alles wird grün.

Hase macht sich auf den Heimweg, denn mit dem Frühling steht auch der Frühjahrsputz auf dem Programm. Leider will Hase die hierfür nötige Ruhe einfach nicht finden. Erst muss er einen ungebetenen Gast aus seinem Nest werfen und dann ist da plötzlich der lärmende Nachbar, ein Grünspecht – ein echter Tyrann. Tock, tock, tock, macht es unentwegt (Erinnerung an Kimi Koala werden wach). Wie soll man dem nur begegnen? Tannenzapfen werfen scheint jedenfalls kaum von Erfolg gekrönt zu sein. Und während Hase immer neue Pläne gegen den Nachbarn schmiedet, ist es Bär, die sich aufmacht, das Gespräch mit dem Specht zu suchen. Und siehe, plötzlich kommt es nicht nur bei dem Vogel, sondern auch bei Hase zu einem erstaunlichen Perspektivwechsel, der zeigt: Toleranz und Miteinander sind viel erholsamer, als ständiger Kampf oder Missgunst.

Meine Einschätzung als Vorlesehase

Für beide Bände gilt: Auf etwas mehr als 100 Seiten mit zwei bis vier Sätzen pro Doppelseite geht es rund um das ungleiche Paar. Oder anders formuliert, es ist die Freundschaft, die hier erzählt wird. Wobei der Titel natürlich Programm ist. Während der Bär, der in Wirklichkeit kein ER, sondern eine SIE ist, immer ein wenig schnarchig verschlafen durch die Geschichte stolpert, ist es Hase, der immer wieder Gründe für seine schlechte Laune findet. Ein sehr ungleiches Paar, dass aber genau auch deswegen ganz wunderbar als Freundschaftspaar funktioniert. Freundschaft überwindet solche Differenzen und zeigt in den besten Momenten sogar, wie man voneinander lernen kann. Miteinander statt Missgunst. Sich einlassen statt Sich bewerfen.

Wir lernen auch ganz nebenbei etwas. Zum Beispiel, was Schwerkraft eigentlich ist. Ganz kindgerecht in einem Satz natürlich. Auch, warum Hasen gelegentlich ihre eigenen Köttel essen und… nun ja, so ist das eben. Ob aber der Exkurs über den Großvater, der von einer Lawine begraben wurde und sich von seinem eigenen Bein ernähren musste, wirklich kinngerecht ist, sei mal dahingestellt. Ich habe diesen Nebensatz jedenfalls geflissentlich überlesen.

Die Illustrationen von Jim Field haben eigentlich immer Großformat verdient, aber Moment, Jim Field? Ja, den kennen wir doch schon und zwar von zwei anderen Titeln aus dem Magellan Verlag. „Der Löwe in Dir“ und natürlich „Kimi der Koala“ (LINK).

Fazit

Rotzhase und Schnarchnase, Hase und Bär, bringen in beiden Titeln das Thema Freundschaft ganz wunderbar auf’s Papier und zeigen, dass man Miteinander viel mehr erreichen kann, als Gegeneinander. Ein tolles Erstlesebuch, welches dank der Illustrationen von Jim Field viel Witz und Charakter versprüht. Aufgrund der Geschichtslänge vermute ich, dass bereits leseerfahrene Kinder ab dem Alter von sieben Jahren hier voll auf ihre Kosten kommen werden. Jüngere aber natürlich auch – Pausen vorausgesetzt.

Rotzhase und Schnarchnase
Möhrenklau im Bärenbau
Julian Gough, Jim Field (Gesine Schröder)
Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Magellan; Auflage: 1 (18. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734828201
ISBN-13: 978-3734828201
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 8 Jahre

 

Rotzhase und Schnarchnase
Der Tyrann von nebenan
Julian Gough, Jim Field (Gesine Schröder)
Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Magellan; Auflage: 1 (18. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373482821X
ISBN-13: 978-3734828218
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 8 Jahre

 

 

 

*enthält Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich bei einem Kauf über den Link eine kleine Provision bekomme, sich für euch am Preis aber nichts ändert. Nur, dass ihr bescheid wisst, ne.


Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

RELATED POST

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.