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Bilderbuch: „Anouk und Herr Bär“ von Mascha Wolfram – Edition Pastorplatz

Bilderbuch: „Anouk und Herr Bär“ von Mascha Wolfram - Edition Pastorplatz

Wer bei dem Titel „Anouk und Herr Bär“ sofort an ein altes russisches Volksmärchen denkt, denkt absolut richtig. Das Kinderbuch von Mascha Wolfram verarbeitet genau diesen klassischen Stoff und interpretiert ihn dann doch ein klein ein wenig neu. Und da wir ja hier von Märchen überhaupt nicht genug bekommen, war ich denn auch ganz froh, auf dieses kleine Büchlein aus dem Verlag Edition Pastorplatz gestossen zu sein. Bleibt die Frage: ist der böse Bär wirklich so böse? Wird Anouk jemals einen Weg aus dem Wald heraus finden? Und was, wenn sie mit dem Bären Freundschaft schließt und ihn mit in die Stadt nimmt?

Inhalt: Anouk und Herr Bär – von Mascha Wolfram

In einem kleinen Dorf weit, weit weg von hier, da erzählt man sich von einem besonders bösen Bären. Dieser lebe im dunklen Wald und soll sich sogar schon Kinder ins Maul gestopft haben – und zwar mit Salz und Pfeffer, zum Frühstück. Ja, selbst Bäume soll er mit seinen kräftigen Tatzen schon aus der Erde ausgerissen haben. Und vor kleinen Hasenkindern mache er ebenso wenig Halt. Nein, er frisst sie nicht auf, er erschrecke sie aber furchtbar gern.

An dieser Stelle begegnen wir der kleinen Anouk. Heute darf sie nämlich zum ersten Mal mit ihren Eltern und Geschwistern gemeinsam in den nahegelegenen Wald gehen. Ganz viele Pilze sammeln, so lautet ihr Tagesziel. Zwar warnt Mutter sie und ihre Geschwister noch vor dem bösen Bären, doch Anouk ist schon ganz vertieft darin, die vielen knubbeligen, kleinen, großen Pilze in ihr Körbchen zu legen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Anouk verläuft sich im Wald! Was nun? Immer tiefer läuft sie in den Wald – bis sie zwischen den Bäumen eine kleine Hütte entdeckt. Sie klopft und sehr zu ihrer Überraschung öffnet… der böse Bär! „Friss mich nicht auf!“ bettelt sie den Bären an. „Möchtest Du zu mir?“ fragt der Bär mit piepsiger Stimme.

Nach dem ersten Schreck verfliegt Anouks Angst im nu, denn der Bär scheint gar nicht bösartig, sondern ganz im Gegenteil scheint er sanft und nett zu sein. Und so lässt sie sich auf des Bärs Einladung ein, betritt sein Haus. Gemeinsam trinken sie Kakao, essen Pudding und erzählen sich Geschichten, bis ihnen die Augen zufallen. Was wir bald erfahren: das war der schönste Tag für den Bären, seitdem er allein im Wald wohnt. Dabei möchte der Bär sich gar nicht einsam fühlen. Und so nimmt Anouk ihren neuen Freund mit in die Stadt. Werden dessen Bewohner aber den Bären tatsächlich akzeptieren? Oder werden sie sich vor Angst verstecken, ihn vielleicht sogar fortjagen? Oder werden sie sich ihren eigenen Vorurteilen stellen und merken, dass vielleicht nicht alles so ist, wie es sich erzählt wird?

Meine Einschätzung als Waldbärenpapa

Auch, wenn die kleine Anouk ihrerseits nie geplante hatte, die Bekanntschaft des Bären zu machen, ergibt sich in der Folge für beide eine ganz wunderbare Freundschaft. Ungewöhnlich und überraschend. So sehr, dass man sich natürlich fragen kann, wie die Vorurteile gegenüber den Bären zustanden gekommen sein mögen? Ganz klar, es ist einfacher, über jemanden zu reden als mit jemanden. So entstehen Vorurteile, in denen wir ganz oft unsere eigenen Ängste auf andere projizieren. Und genau diese Vorurteile lassen denjenigen, den sie betreffen einsam werden (siehe Bär).

In märchenhafter Sprache nähern wir uns also diesem wichtigen Thema und werden hierbei ganz wundervoll an die Hand genommen. Die sanft-pastelligen und doch modernen Illustrationen setzen die Geschichte mit klaren Bildern in Szene. Es wird jeweils immer nur ein Aspekt des gelesenen Textes dargestellt. Hierbei kaum überraschend: die Bilder stammen aus der Feder der Autorin Mascha Wolfram selbst.

Fazit

Die offizielle Leseempfehlung für dieses Bilderbuch liegt bei Kindern ab drei Jahren. Da gehe ich voll mit und zwei in allen Aspekten. Vorurteile und Ängste, Einsamkeit und Freundschaft. All das sind ewige Themen, die in „Anouk und Herr Bär“ als moderndes Märchen noch einmal neu aufgegriffen und positiv aufgelöst werden.

 

Mascha Wolfram (Autorin, Illustratorin)
Anouk und Herr Bär
Gebundene Ausgabe: 52 Seiten
Verlag: Edition Pastorplatz; Auflage: 1 (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783943833188
ISBN-13: 978-3943833188
ASIN: 3943833186
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate – 7 Jahre

 

 

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Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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