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Vorlesegeschichten: „Stummel – Ein Hasenkind wird gross“ von Max Bolliger und Kathrin Schäfer – Atlantis / Orell Füssli

Max Bolliger, Kathrin Schäfer - Stummel, Ein Hasenkind wird groß aus dem Atlantis Verlag

Stummel, das berühmte kleine Hasenkind aus der Feder von Max Bolliger ist jetzt endlich als Gesamtausgabe erhältlich. Die Gutenachtgeschichten für Kinder und ihre Eltern sind teils kaum länger als drei Seiten, eröffnen aber auf ihre eigene Art und Weise ganz neue Gefühlswelten – oder eben auch ganz bekannte. Doch der Reihe nach. Ein zugewandtes Vorlesebuch für Kinder ab vier Jahren aus dem Hause Atlantis / Orell Füssli.

Stummel – Max Bolligers Hasenkind wird groß

„Es war Frühling. Am Waldrand saß eine Hasenmutter mit ihrem Kind. Es hieß Stummel.“ Schon in der ersten Geschichte stockt einem der Atem, doch am Ende helfen viel Einfühlungsvermögen, die Geschichte doch noch zu einem Guten zu wenden. Und so geht es durch das gesamte Buch und durch alle Geschichten hinweg.

Das kleine Hasenkind Stummel ist wahrlich kein typischer Hauptcharakter. Von Haus aus fröhlich, doch ängstlich, neugierig und scheu und sich seiner selbst überhaupt nicht sicher, gerät er zielsicher von der einen in die andere für ihn schwierige Situation. Natürlich geht es stets gut aus – und der kleine Stummel wächst mit seinen Aufgaben, wenn man so will.

So werden wir Zeuge, wie das kleine Hasenkind immer größer wird und nach und nach nicht nur Freunde (Hallo Stoppel), sondern auch seinen Platz in der Welt findet. Sofern dies überhaupt möglich ist…

Meine Einschätzung als Vorlesehase

Eingeteilt in die drei Kapitel „Stummel“, „Stummel im Winter“ und „Stummel unterwegs“, sind die Geschichten ihrerseits kaum länger als drei Seiten. Als kurze Gutenacht-Geschichten gedacht, verbringe ich seit einigen Abenden unsere Vorlesezeit im Bett allerdings damit, meiner Dreijährigen vier bis sechs Geschichten hintereinander vorzulesen. Und das mache ich gerne, denn die Themen sind so nah an ihrer eigenen Lebenswelt, dass weder sie noch ich genug davon bekomme.

Nicht nur für Kinder ist die Welt da draußen manchmal groß und überwältigend. Und dann haben wir noch gar nicht darüber gesprochen, dass auch wir uns erst einmal besser kennenlernen müssen, um unser (Hasen-)Nest verlassen und da draußen bestehen zu können. Klingt etwas pathetisch, aber im Kern bleibt es eben doch wahr. Mit Stummel erleben wir genau diese Prozesse. Die Themen werden sensibel und achtsam erzählt und am Ende fürsorglich aufgelöst. Kathrin Schäfers Illustrationen, in welchen die Kurzgeschichten eingebettet sind, verleihen ihnen zusätzlich eine emotionale Tiefe – mal ganz verspielt, mal aber auch ganz ernst.

Und die ganze Zeit denke ich: Wer Lars, den kleinen Eisbär liebt, wird auch mit Stummel einen neuen Freund finden. Meine dreijährige Tochter sieht das übrigens auch so, obgleich das empfohlene Vorlesealter bei vier bis fünf Jahren liegt. Die sensible Erzählweise sowie die Kürze der Geschichten machen Stummel und seine Erfahrungen auch für jüngere Kinder gut nachvollziehbar.

Fazit

Der Erzählband vereint viele klassische Stummel-Geschichten, die aufgrund ihrer sensiblen und achtsamen Art besonders lange im Gedächtnis bleiben.

Max Bolliger, Kathrin Schäfer
Stummel. Ein Hasenkind wird groß
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Atlantis (9. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3715207434
ISBN-13: 978-3715207438
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 – 7 Jahre

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Als Alleinerziehender und bloggender Vater einer vierjährigen Tochter schreibt Johnny über das Leben als Einelternfamilie - und über Kinderbücher.

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